Archiv für den Monat: Oktober 2014

Wandern mit Rudolf

Immer wieder entdeckt man Kurioses in den Tiefen des Internets. In diesem Fall auf der Homepage des Panoramahotels Lilienstein. Dort gibt es unter der Rubrik “Wanderkartenausschnitt” einen solchen aus einer Karte von Rolf Böhm zu sehen. Hier. Beschriftet als: „Rudolf Böhms Große Karte der Sächsischen Schweiz 1:30000“ von Rolf Böhm Dresden / Berlin Rembrandtstraße 1 in 01219 Dresden”. Grins. Nicht nur, dass Rolf Böhms Verlag schon seit Ewigkeiten nicht mehr in Berlin oder in Dresden, sondern sehr wohl in Bad Schandau beheimatet ist, nein, er heißt auch tatsächlich immer noch Rolf und nicht Rudolf. Wovon man sich hier überzeugen kann.

Lilienkarte

Eine lässliche Schlamperei? Na ja, wenn man sich diverse Bewertungen des Hotels ansieht, etwa hier bei Tripadvisor, dann scheint es, dass solcherlei Tun hier eher zum Gesamtkonzept gehört. Wobei ich selbst da keine Erfahrungen habe und deshalb ausdrücklich darauf verweise, dass ich hier nur zu der Bewertungsseite verlinke, ohne mir deren Bewertungen zu eigen zu machen. Was ich allerdings einschätzen kann, ist die zum Hotel gehörige Felsbaude auf dem Lilienstein. Und dort hat es mir, Verzeihung, ob der Preise genauso die Latschen ausgezogen wie ob des Umgangstons des Zapfhahnbedieners.  Rudolf, hilf!

Hanghühner rund um Tharandt

Dieses Wochenende versprach ja wohl, im Elbsandstein alles andere als ruhig zu werden: Ferienbeginn in der halben Republik, dazu Streik bei der Bahn. Also Autochaos vorprogrammiert, und nirgends allein im Wald. Was blieb? Eine Flucht in weniger frequentierte und dennoch wunderbare Ecken. In diesem Fall: auf die Hänge des Weißeritztales rund um Tharandt. Was soll ich sagen? Es wurde eine etwas lange, dafür aber herrlich stille Runde, mit vielen verschwiegen Pfaden, dem einen oder anderen knackigen An- und Abstieg und noch einigen Höhepunkten mehr. Also, mir nach:

DSCN0819 Aussichten gibt es hier auch

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Raitzaer Felsen

Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle Markus, seines Zeichens Mitglied der IG Stiegen- und Wanderfreunde, der uns kürzlich in der Kreuz und in der Quer durch eine Gegend geführt hat, die für mich bisher größtenteils ein weißer Fleck war: durch die Felsenwelten rund um das böhmische Raitza (Rájec). Start war auf deutscher Seite in Hellendorf, dem letzten Ort vor dem Grenzübergang Bahratal. Wenn ich jetzt keine genaue Wanderbeschreibung gebe, dann einfach deshalb, weil Markus uns auf Pfade geführt hat, die auf keiner Karte verzeichnet sind und die ich wahrscheinlich auch nicht so schnell wiederfinde. Deshalb hier nur ein paar Höhepunkte:

Der Hartenstein
Noch auf deutscher Seite gelegen, bietet der eine nette Aussicht und sogar ein Gipfelbuch.

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Der Zeisigstein
Ebenfalls auf deutscher Seite, wieder eine Aussicht und ein Aufstieg über ein paar Stahltreppen.

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“Jägermeister –Werbung” mitten im Wald?

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Viele bizarre Felsgebilde
Von denen die allermeisten auch für Kletterer erschlossen sind. Die Ringe sehen allerdings alle sehr neu aus, die Erschließung kann also noch nicht allzu lange zurückliegen.

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Ein Grenzweg
Oha, aber diesmal sogar einer, auf dem man ganz legal laufen darf. Immer zwischen den Grenzsteinen hindurch.

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Wieder mal ein Prebischtor in Klein

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Ein “Himmelreich”
So heißt zumindest ein kleines aber richtig schönes Felsgebiet, in dem auch der Nichtkletterer ein wenig an den Felsen herumturnen kann. Mit etwas Glück stößt der dann sogar auf ein Gipfelbuch. Hier führt ein uralter befestigter Weg hindurch.

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Der Falkenturm (Sokolí Věž)
Der sieht mit seinen wilden Verwitterungen richtig gut aus. Oben drauf eine tschechische Fahne, und daneben eine kleine Höhle.

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Update 15.10.2014: Auf besonderen Wunsch hin, siehe Kommentare, hier also doch noch eine Karte, die so ungefähr den Weg zeigt:

. (Quelle: Open Street Map)

Und dazu für alle, die es ganz genau wissen wollen, der GPS-Track.

Diese Politiker….

Ja, was musste ich da kürzlich im Böhmischen bemerken? Es stehen wohl Wahlen zum Senat der Republik an, und auch jener Herr hier, Jaroslav Sykáček, bewirbt sich um ein Mandat. Für die tschechischen Sozialdemokraten.

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Da fällt dem wachen Beobachter doch gleich etwas auf. Klar, Herr Sykáček ist nur ins Foto reinmontiert. Aber an welcher Stelle? Genau, vor dem Prebischtor, aber auf der “falschen” Seite. Denn dort, wo der Fotograf stand und von wo jetzt der Politiker schaut, da darf man gar nicht, überhaupt nicht, also nicht mal in Gedanken stehen. Das Foto ist nämlich vom alten Fremdenweg aus entstanden, und der ist aber so was von gesperrt. Zum Schutze der Natur vor – ja, wovor eigentlich? Vor Politikern scheinbar nicht.

Und so werde ich mal wachen Auges verfolgen, ob die tschechische Nationalparkverwaltung Herrn Sykáček jetzt mit einer Geldbuße belegt. Wenn nicht, dann kann ich mich demnächst auch mal schamlos dort fotografieren lassen. Denn ein ganz klein wenig Politiker bin ich schließlich auch.