Beunruhigendes aus dem Kirnitzschtal

Es sind keine guten Meldungen, die mich vom oberen Lauf der Kirnitzsch erreichten. Und es ist mal wieder selbst verschuldeter Unfug. Es dräut reichlich Unheil, falls die Verantwortlichen nicht endlich mal zu ihrer Verantwortung stehen.

Worum geht es konkret? In Höhe der früheren “Schönlinder Brücke” hat sich, bedingt durch natürlichen Baumbruch, ein hervorragender Damm im Fluss gebildet. Beräumt wird der nicht, da die NPV hier – im Gegensatz zu vielen anderen Stellen im Nationalpark – tatsächlich Natur Natur sein lässt.

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Welche Auswirkungen so ein Damm bei Hochwasser hat, haben die Ereignisse von 2010 gezeigt. Damals war ein ähnliches Konstrukt gebrochen, eine mittlere Flutwelle ging ins Tal und brachte jede Menge Totholz mit.

Und eben jenes Holz war es, welches damals die größten Schäden anrichtete. So ein Baumstamm, erst mal durch das Wasser ordentlich beschleunigt, fährt eben wie eine Abrissbirne in Gebäude am Ufer hinein.

Dieses Video von der Buschmühle zeigt einen Teil des Geschehens:

Die vielen Baumstämme, die den eigentlichen Schaden verursachten, sind auch auf diesem Bild gut zu erkennen.

Es wäre also die logischste Sache der Welt, hier mal aufzuräumen. Zumal uns ja die Wetterfrösche mehr und häufigere Starkregen prophezeien.

Und niemand in der NPV möge sich herausreden, er hätte nichts von dem Damm gewusst. Da unten schleichen dauernd Ranger herum, um zu schauen, ob nicht jemand unerlaubt zum Schwarzen Tor rüber watet oder gar die Reste des Kerbensteigs inspiziert. Dafür ist eben allemal Zeit.

5 Gedanken zu „Beunruhigendes aus dem Kirnitzschtal

  1. Die Nationalparkverwaltung will in der Kirnitzschtal-Kernzone in den nächsten 300 Jahren einen Urwald entstehen lassen, da kann man sich vorstellen, wie das dann an der Kirnitzsch aussehen wird.
    Früher hat man die Kirnitzsch und die Uferbereiche immer frei gehalten, schon wegen der Flößerei und wegen der Gefahr bei Hochwasser für die unteren bebauten Flußabschnitte.
    Die Nationalparkverwaltung sollte hier also schnellstens etwas unternehmen, um größere Schäden abzuwenden. Sie scheint dazu keine Lust zu haben, obwohl sie damit ihren eigenen Gesetzen widerspricht, denn in der Nationalpark-Verordnung § 10 Abs.2 Nr.10 heißt es z.B.:
    „Es ist verboten, Anlagen in Fließgewässern zu errichten, die zu einem Anstau des Wasserkörpers führen und die Durchgängigkeit für wandernde Tierarten behindern können oder den Uferbereich naturfern verändern“.
    Den Baumbruch hat ja der Wald verursacht, aber der kann nicht denken, aber von der Nationalparkverwaltung sollte man das erwarten können.
    Außerdem hat die Nationalparkverwaltung erst 2014 die eine Brücke unterhalb der Niedermühle weggerissen, mit der Begründung, daß sich dort bei Hochwasser nichts stauen soll, was bei Bruch untere Flußabschnitte gefährden könnte.
    Man hat auch bei diesem Beispiel hier den Eindruck, die Nationalparkverwaltung macht nicht das, was sie soll, macht aber immer das, was keiner will.

  2. Die alleinige „Schuld“ oder „Nichtstun“ kann man der NPV nicht geben. Hier sitzt die Talsperrenverwaltung mit im Boot. Beide sollten sich aber schleunigst um eine verträgliche Lösung bemühen.
    Genauso verhält es sich mit den Ablagerungen in der Oberen Schleuse. Auch hier muss eine Lösung her, sonst wird es bald keine Fahrten mehr auf der Oberen Schleuse geben. Vielleicht will man das ja auch.

    1. Wer zuerst eine Gefahr bemerkt, sollte irgendwas unternehmen oder die zuständigen Stellen informieren. Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung sind auf alle Fälle häufiger dort unten als welche von der Talsperrenverwaltung. Der Baumbruch liegt schon mindestens ein dreiviertel Jahr lang. Nach einer Katastrophe ist das Geschrei und die Diskussion immer groß, wie man das hätte verhindern können. Und wer wirklich Schuld ist, werden wir ja sehen, wenn das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes den Bach runtergegangen ist …

  3. Was nützt der beste Beitrag im Netzt über etwas, wenn eure Seite, die Verantwortlichen, Ihr ansprecht, nicht kennen. Da kann man noch so meckern und schimpfen, es wird sich nichts ändern.
    Sprecht doch die Verantwortlichen direkt an!!!
    Als Betroffener von 2010 habe ich heute einen Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung von eurer Seite und euren Beitrag über die Kirnitzsch informiert.
    Tragen wir alle dazu bei, das sich 2010 nicht wiederholt und der Nachfolger
    vom Doktor Stein nicht auch wieder völlig überrascht feststellen muß, das Holz schwimmen kann!

    1. Dann hat der Beitrag doch seinen Zweck erfüllt. Besser so, als hätten Sie es gar nicht erfahren. Und hier kann jeder mitlesen, auch die Verantwortlichen.
      Wie hier schon dargelegt wurde, ist der Baumbruch vom Herbst/Winter und die zuständigen Behörden müssen schon vor Veröffentlichung dieses Artikels von dem Problem gewußt haben. Was das direkte Ansprechen der Verantwortlichen betrifft, wer garantiert den Verfassern dieser Artikel und Fotos, daß sie bei Meldung des Problems keine Anzeige bekommen, weil das Betreten dieser Stellen ja offiziell verboten ist und es diesen Artikel und die Fotos eigentlich gar nicht geben dürfte?
      Man sieht, der Hund liegt im gesamten System Nationalpark begraben.
      Was und ob die Nationalparkverwaltung auf Ihre Information hin antwortet, wäre hier schon interessant, zu erfahren.

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