Nationalpark komplett gesperrt

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Update 27.10.2021: die Sperrung wurde wieder aufgehoben.

Die Sächsische Schweiz wurde – zumindest übers Wochenende und in Zuständigkeit der NPV – komplett gesperrt. Das ist in dieser drastischen Form neu. Und Grund genug, sich ein paar Gedanken zu machen. Als da wären:

1. Tatsächlich ist es derzeit alles andere als ungefährlich, in den Wald zu gehen. Jederzeit kann etwas um- oder runterbrechen. Und so ein Ast auf die Rübe kann Notarzt oder Gottesacker bedeuten. Die Bergwacht könnte überlastet sein.

2. Andererseits ist es ein Teil des Lebens, sich Gefahren auszusetzen. Von der Sache her sollte ein Jeder selbst entscheiden, wie weit er dabei geht. Extremsportler machen das täglich.

3. Man muss sicher sehr gut beobachten, wie lange die Sperrung einzelner Wege anhält. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die NPV die Gelegenheit nutzt, um einige kleinere Pfade dauerhaft zu sperren.

4. Insgesamt fällt die Bilanz des Sachsenforst zu den Sturmschäden entspannt aus. In bewirtschafteten Wäldern halten sich die Schäden in Grenzen. Nur im Nationalpark sieht es böse aus. Was wieder einmal zeigt, dass die Strategie „Natur Natur sein lassen“ prächtig gescheitert ist.

5. Nur so am Rande: die Medieninformation zur Sperrung (https://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/wp-content/uploads/2021/10/2021-10-22-Nach-Sturmtief-Ignatz-weiter-erh%C3%B6hte-Verletzungsgefahr.pdf) ist von der Digitalbeauftragten Anne Seltmann als Ansprechpartnerin unterzeichnet. Wo ist der offizielle Sprecher der NPV, Hanspeter Mayr, geblieben? Ich bin mit ihm über die Jahre oft kontrovers, aber immer fair, zusammengetroffen. Ich will hoffen, dass man ihn jetzt nicht ausgebootet hat.

Keine Kähne auf der Oberen Schleuse

Die Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf ist vorerst eingestellt. Und das, obwohl die Saison eigentlich noch bis Ende Oktober gehen sollte und Herbstferien sind. Ich vermute, dass hier schnell und solange es die Witterung zulässt, noch ein paar Käferbäume beräumt werden sollen.

Ärgerlich: auch der Weg parallel zur Kahnfahrt wird vor Ort als “gesperrt”, nach offizieller Lesart aber als “unpassierbar” ausgewiesen. Es käme also auf den Versuch an.

Besonders ärgerlich aber: von diesem vorzeitigem Saisonende erfährt man nur auf der Webseite der Stadt Sebnitz. Auf anderen für den Touristen relevanten Seiten, also jener von Hinterhermsdorf, von der Nationalparkverwaltung und vom Tourismusverband, ist nichts zu erfahren. Das ist die leider schon fast zur Gewohnheit gewordene Trantütigkeit in allen Fragen, die irgendwie mit dem ominösen “Internet” zu tun haben. Schnitzt weiter eure Löffel!

Prebischtor–ohne Kahnfahrt Oder: wie ich meine Vorhersagen testen musste

 

Region: Böhmen, bei Herrnskretschen (Hřensko)
Dauer: 6:30 Stunden
Entfernung: 21 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1210 Meter
Schwierigkeit: lang, aber keine besonderen Auf- oder Abstiege
Bemerkungen: Parken in Herrnskretschen am Elbkai kostenlos, auf allen anderen Parkplätzen 6 Euro/Tag. Direkt am Prebischtor viel Gewimmel, Eintritt zum Tor: 4 Euro, Gaststätten in Stimmersdorf, Rainwiese, direkt am Tor und in Herrnskretschen

Ich gebe zu, ich war mutig. Denn normalerweise besuche ich das Prebischtor nur im Winter. Dann sieht die Felsbrücke immer noch so beeindruckend aus wie immer, nur ist man meist ganz allein vor Ort. Aber diesmal – spontan mitten in der Woche frei bekommen, keine Ferien nirgendwo, dazu eine prächtige Wettervorhersage. Vielleicht ist es ja nicht ganz so voll? Wir werden noch zu lesen bekommen, ob meine Vorhersage aufging. Allerdings hatte ich keine Lust, Kahn zu fahren. Ein Besuch in der Edmundsklamm (und damit die klassische Runde) fiel also aus. Deshalb geschwind eine Rundwanderung nur zu Fuß gebastelt. Obendrein bekomme ich immer wieder Anfragen zu dieser Hauptattraktion der Böhmischen Schweiz. Und war nicht auf dem Laufenden. Also sollte es sein. Folgen Sie mir.

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Auf dem Forststeig nach Niedergrund Eine feuchte, und dennoch fröhliche Runde

Region: linkselbisches Grenzgebiet Sachsen-Böhmen
Dauer: knapp 9 Stunden
Entfernung: 20 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1270 Meter
Schwierigkeit: konditionell nicht ganz ohne, bei Nässe und Schlamm schwer
Bemerkungen: ein Teilstück des Forststeigs wird begangen, sehr ruhige Gegend, kaum Mitwanderer, steile Abstiege auf rutschigem Sandsteinpflaster, Gaststätten in Niedergrund

 

Zunächst sei gesagt: bei trockenem Wetter macht diese Runde sicher Jedermann eine Menge Spaß. Uns aber überraschte ein Wolkenbruch allererster Güte. Danach waren ein Teil der Wege nur noch schlammige Suhlen, und der eine oder andere steile Abstieg über altes Sandsteinpflaster wurde zur Balanceübung. Zudem sind derzeit verschiedene Waldwege durch schwere Technik, mit der die Käferbäume geerntet wurden, böse zerwühlt. Also: am besten noch ein wenig warten, bis die Waldwege wieder besser passierbar sind. Und auf einen Tag spannen, an dem die Regenwahrscheinlichkeit sich Null Prozent annähert. Von unten.

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Der Nationalpark und seine Tücken

Verboten – die Aussicht am Neuen Kanapee

Da die Thematik in letzter Zeit in den sozialen Medien wieder ein wenig hochgekocht ist, und weil der BUND jetzt sogar ein generelles Boofenverbot sowie weitere Wegesperrungen fordert (HIER), hab ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Zum Nationalpark als solchen. Interessant dabei, dass sich in den sozialen Medien die Meinungen, wie derzeit in unserer Gesellschaft leider üblich, in zwei Extreme spalten. Das reicht von, Zitat: „richtig so“ und „wird auch Zeit“ bis, Zitat: „Umwelt-Faschismus!“. Es wird also ein längerer Text. Ich bitte ausdrücklich darum, diesen auch kontrovers zu diskutieren, zensiert wird garantiert nicht.

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Die Boofe und der Heimatsender

Der MDR gibt auf seiner Homepage Tipps zum boofen. HIER. Und ich sehe diesen Text mit gemischten Gefühlen, ich halte ihn für ziemlich grenzwertig. Zum einen vergisst der Autor zu erwähnen, dass boofen nur im Zusammenhang mit dem Klettersport betrieben werden soll. Mir ist klar, das kann niemand kontrollieren. Und irgendwelche Restriktionen, wie etwa die Zwangsmitgliedschaft in einem Kletterverein oder sogar ein Ticketsystem lehne ich rundweg ab. Ganz zu schweigen von einem generellen Boofenverbot, Hand in Hand mit einer Sperrung zahlreicher weiterer Wege, wie es die Aktivisten, nein besser: die Öko-Extremisten vom BUND fordern. (HIER) Und der MDR-Text bringt zumindest ein paar wichtige Regeln (Feuer; Müll…) ins Spiel.
Was mich aber stört, ist erstens die Auswahl der Boofe und zweites die detaillierte Beschreibung des Anmarsches. Die Auswahl: dies ist eine Höhle, die man lockeren Schrittes sogar mit Flipflops erreichen kann. Da kann man einen drauf lassen, dass viele Hobbyausflügler dem folgen werden.

Einwurf: man kann jetzt natürlich sagen, dass auch ich hier auf diesem Blog Geheimtipps breittrete. Aber erstens beschreibe ich die nur ganz selten im Detail, und zweitens sind die in aller Regel nicht so leicht zu erreichen, sondern weit weg vom Schuss. Und drittens, das wollen wir nicht vergessen: das hier ist ein Blog, dessen Stammleser sich im Zweifelsfall zur Vollversammlung in der Telefonzelle treffen könnten. Und die in aller Regel wissen, wie sie sich in der Natur zu benehmen haben. Auch, wenn sie auf „Abwegen“ sind. Bei der Homepage des MDR sieht das anders aus, die hat Zugriffszahlen, die in Größenordnungen über denen dieser Seite liegen. Und beim MDR lesen eben nicht nur Naturenthusiasten, sondern auch eventorientierte Besucher.

Symbolbild: ausgebaute Boofe in der Böhmischen Schweiz

Zurück zur Höhle: Mit der detaillierten Wegbeschreibung  würde es mich nicht wundern, wenn die in den nächsten Wochen die eine oder andere Heimsuchung ertragen muss. Sie wird es überstehen. Vor einigen Jahren nutzte der Wirt vom Papststein die Höhle sogar in der Weihnachtszeit für kostenpflichtige Events mit Glühwein, Fackeln, vielen Teelichtern und geführter Wanderung. Ob er das jetzt noch macht, weiß ich nicht. Aber der Höhle hat es kaum geschadet.

Dennoch: wenn ich da mal vorbeikomme und eine lärmige Schulklasse mit Bluetooth-Boxen erwische, die gerade versucht, ein Feuerchen zu entfachen, dann vergreife ich mich ganz sicher im Ton. Aber das mache ich ja sowieso.

Besser wandern–Lilienstein

Der Lilienstein ist sozusagen das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, er ziert sogar das Logo des Nationalparks. Ein sehr großer Parkplatz direkt am Felsfuß, gute Wege von Königstein aus, prächtige Aussichten und ein Wirtshaus auf dem Gipfel – kein Wunder, dass hier immer gut was los ist. Zumal auch die beiden Auf- und Abstiege zwar knackig, aber nicht wirklich schwer und auch nicht lang sind. Also, so möge man denken, kann man sich hier zwar einen Tag lang wunderbar ergehen, aber nicht mehr viel entdecken. Pustekuchen, auch hier gibt es die kleinen, geheimnisvollen Orte. Und obendrein auch noch die eine oder andere Sache zu vermelden. Man möge mir folgen.

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