Mit allen verschissen Wie die Nationalparkverwaltung so ziemlich jeden verprellt

Borki

Das hat kräftig eingeschlagen, einen Tag vor Himmelfahrt. Wander- und Bergsportverbände (DAV, SBB), der Tourismusverband, zahlreiche örtliche Bürgermeister und auch der Landrat wenden sich gemeinsam an den sächsischen Ministerpräsidenten, auf das dieser die unhaltbaren Zustände im Elbsandstein kraft seines Amtes beende. Eine Übersicht zu den Schreiben findet sich HIER.  Hintergrund sind an die 100 Kilometer unpassierbare Wanderwege und –pfade in der Sächsischen Schweiz. Der Borkenkäfer hat ein Festmahl gehalten, der eine oder andere Sturm tat sein Übriges. Und die Nationalparkverwaltung hat klar zu verstehen gegeben, dass sie, von einigen punktuellen Ecken abgesehen, nichts zu unternehmen gedenkt.

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Gastronomisches vom Rauenstein

Die Baude auf dem Rauenstein hat einen neuen Betreiber. Es ist der allgegenwärtige Sven-Erik Hitzer. (fast ganz Schmilka, Schloss Thümsdorf, Gastronomie auf der Festung Königstein….). Es wurde ein wenig umgebaut, so hat man den ehemals naturbelassenen Biergarten samt seiner Wurzeln und Huckel begradigt, mit Holz und Sandsteinsplit spiegelglatt gemacht. Fand ich offen gesagt vorher schöner, aber das ist Meckern am Detail.

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Herr Richter, was spricht er?

Schöne Pfade gibt es rund um und auf dem Kleinhennersdorfer Stein. Kein einziger davon ist markiert, man darf sie aber allesamt dennoch begehen, dieweil die Klamotte nicht im Nationalpark und erst recht nicht in dessen Kernzone liegt. Begehen also problemlos, nur nicht befahren. Und genau das wurde einem Mountainbiker zum Verhängnis. Im leicht gebremsten freien Fall bretterte der nämlich direkt einem Mitarbeiter des Sachsenforstes in die Arme. Wofür es ein Ordnungsgeld hagelte. Was der Pedalritter aber so nicht einsehen wollte und zügig den Kadi anrief. Ja, was soll ich sagen: statt über die 80 Euro Verwarnung frei Schnauze zu entscheiden, beraumte dieser doch tatsächlich einen Ortstermin an. Berichte dazu HIER (Bezahlschranke) oder HIER.

Dazu ein paar Gedanken von mir, nicht alle ernst gemeint:

  1. Mit den Bikern im Wald ist das so eine Sache. Viele benehmen sich sich rücksichtsvoll, bremsen hinter dem Wandermann ab und bitten verbal und höflich darum, vorbei zu dürfen. Oder sie bedanken sich im Vorbeifahren, wenn unsereiner schon vorher Platz gemacht hat.
  2. Es gibt aber auch die anderen. Und wenn man bei deren Vorbeirauschen vorher noch schnell hinter die Fichte springen konnte, dann ist man froh, mal wieder überlebt zu haben.
  3. Der Richter ist ganz ohne Zweifel ein ganz gründlicher. Jeder andere hätte über diese Nummer in 15 Minuten nach Aktenlage entschieden. Aber vielleicht wollte er ja einfach mal wieder an die frische Luft.
  4. Das Argument, Mountainbikes mit ihren dicken Reifen und dem oft heftigen Abbremsen schädigen den Boden, ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sind das Lappalien im Vergleich zu dem, was schweren Forstmaschinen im Wald so anrichten. Man sollte bei Sachsenforst also nicht so sehr nach dem Spahn im Auge des anderen suchen, solange man den Balken im eigenen nicht bemerkt hat.
  5. Unsere tschechischen Nachbarn lösen das Problem ganz pragmatisch: hier fahren Traktoren durch den Busch und bügeln die Biker einfach unangespitzt in den Boden. Aber die werden immerhin zuvor darauf hingewiesen. Oder hab ich da was falsch verstanden?

Update am 17.4.2021: Wie ich gerade erfahren habe, sind alle Beteiligten (außer dem Missetäter und seinem Anwalt) zum Vor-Ort-Termin per Auto gekommen. Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Wandertipps–oder auch nicht

Auf der Webseite der NPV findet man derzeit – geschuldet den mehr als misslichen Zuständen in Teilen des Nationalparks, ein paar Wandertipps. Auf der Unterseite “Wegeservice” (HIER) gibt es einen Link der zu einer Seite bei Outdooracitve führt.

HIER

Aber Obacht: empfehlen kann man nur zwei dieser Tipps: jene Wanderung zum Kohlbornstein und jene rund um Cunnersdorf. Dort sollte man Ruhe im Wald genießen können. Der Rest, nun ja….Schwedenlöcher, Lilienstein, Schrammsteingratweg, Carolafels oder der Brand sind ja schon zu normalen Zeiten überlaufen, ich mag gar nicht daran denken, wie es da jetzt aussieht.

 

Screenshot der Festungswebseite: alles dicht!

Den Vogel schießt die Digitalbeauftragte der Verwaltung aber mit dem Tipp einer Wanderung zur Festung Königstein ab. “Die einst als uneinnehmbar geltende Festung wollen wir zu Fuß erobern!” heißt es da. Wetten, dass die Eroberung in die Grütze geht? Die Festung ist nämlich derzeit wegen der grassierenden Pest geschlossen. Setzen, sechs!

April, April….und ein Ostergedicht

Na klar, ihr habt mich beim Mausen erwischt.Die Meldung aus dem letzten Post mit dem neuen Totalreservat im Großen Zschand war natürlich ein Aprilscherz. Allerdings einer mit ernstem Hintergrund: tatsächlich sind hier derzeit, Borki und Sturm sei´s geflucht, viele Wege unpassierbar. Und der Elan der Nationalparkverwaltung beim Freischneiden der Wege, der ist, vorsichtig gesagt, verhalten.

Deshalb hier noch österliches Gedicht, die Tiere des Waldes kommen auch drin vor:

Der Osterhase ist in Nöten,
denn viele Wege gingen flöten.

Schon ruft der Kuckuck wiederholt:
Den Reitsteig habe ich geholt!“

Die Lerche singt und jubiliert:
„Die Weberschlüchte sind kassiert!“

Gleich muss der Elefant trompeten:
„Die Raubsteinschlüchte nicht betreten!“

Höhnisch kommt der Fuchs geschlichen:
„Der Königsweg ist auch gestrichen!“

Und grimmig bellt der alte Hund:
„Vergesst ganz schnell den Brückengrund!“

Der Borkenkäfer brummelt heiser:

„Was wollt ihr denn, ihr kleinen Scheißer?
Kuhstall und Bastei, die bleiben euch doch.“

Der Rabe krächzt:
„Wie lange noch, wie lange noch..“

Neues Totalreservat geplant

Die Planungen, so hat es mir ein Vögelchen geflüstert, sind noch ganz am Anfang. Aber sie sind dennoch deutlich: im Bereich des Großen Zschand, wo derzeit ja ohnehin die meisten Wege unpassierbar sind, soll ein neues Totalreservat entstehen. Die NPV will hier die Gunst der Stunde nutzen. Da die Wege derzeit nicht beräumt werden, dürften sie noch auf Jahre unpassierbar sein. Und somit, so die Hoffnung der Verwaltung, langsam aus dem Gedächtnis verschwinden.

Konkret soll das Reservat, welches dann überhaupt nicht mehr betreten werden darf, so verortet werden: im Norden und Osten wird es durch die Kirnitzsch begrenzt, im Süden durch die Staatsgrenze. Westlich bilden Reitsteig, Buchschlüchte und der Kleine Zschand die Grenze.

Der komplette Große Zschand und seine Nebentäler wie Richter- und Weberschlüchte  stehen also zur Disposition. Unklar ist bisher, was mit baulichen Anlagen in diesem Gebiet passieren soll. Speziell das Alte Zeughaus steht unter Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden. Aus gut informierten Kreisen heißt es dazu, man müsse eh warten, bis der Vertrag des derzeitigen Pächters abgelaufen sei. Danach könne man das Gebäude einfach auflassen, es könnte sich sogar als Brutstätte für Fledermäuse eignen.

Hier noch einmal das Gebiet auf der Karte:

Totalreservat

Totalreservate gab es zu DDR-Zeiten schon einmal: am Dachsenhälter etwa oder am Bösen Horn. Das waren allerdings vergleichsweise sehr kleine Gebiete.

Eine Stellungnahme der NPV zum Thema war bis jetzt nicht zu erhalten.

Allerings könnt ihr nähere Informationen hier finden.

Zimmi singt

Ein kleines Späßchen zur neuen Woche. Da wurde doch dem Chef der Nationalparkverwaltung die Frage gestellt, wie er sich fühlt, wenn er in Zukunft einen ganzen Sack weiterer Wege dauerhaft sperren kann, und das Ganze dann auch noch auf den Borkenkäfer schieben kann. Seine Antwort:

Für Leute mit kurzem Verstand in Sachen Humor: das Video ist ein Fake! Er hat nicht gesungen! Ob seine Gemütsverfassung bei solcherlei Gedanken denn eine heitere solche ist, sei mal dahingestellt.

Der Isegrim ist da

Wolf

Dieses Foto hab ich von einem Bekannten bekommen. Es wurde zwischen Krietzschwitz und Struppen aufgenommen. Scheint so, als ob olle Lupus endgültig in den Breiten des Sandsteins angekommen ist. Was folgt daraus?

  1. Falls Sie Kuchen und Wein dabei haben, setzen Sie besser keine rote Mütze auf.
  2. Falls Sie ein Geißlein sind, führen Sie besser auch immer eine Standuhr mit sich.
  3. Falls Sie bewaffnet sind, schauen Sie genau hin. Denn auch Nationalparkranger tragen graue Uniformen. Aber – Scheiß drauf, man kann sich ja schließlich auch mal irren.