Archiv der Kategorie: Tourentipps

Von Děčín zum Hohen Schneeberg

Region: Böhmen, Hoher Schneeberg
Dauer: 7 Stunden
Entfernung: 19 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1200 Meter
Schwierigkeit: konditionell nicht ganz ohne
Bemerkungen: Streckenwanderung mit ÖPNV, drei kurze Teilstücke auf Asphalt, viele hervorragende Aussichten, Gaststätten in Biela, auf dem Hohen Schneeberg und im Dorf Schneeberg

Auf dieser Runde sehen wir: eine tolle Aussicht gleich zu Anfang, einen wunderbaren und ruhigen Weg mit ganz vielen netten Rastplätzen, ein altes Wasserwerk mitten im Wald, einen großen Dorfteich, eine hohle Gasse, noch mehr Aussichten, einen Schilderwald und eine Bushaltestelle mitten im Wald. Und wir ärgern uns über drei – Gott sei Dank recht kurze Abschnitte – die wir auf Asphalt zurücklegen müssen.

Doch zunächst mal zur allgemeinen Begriffsverwirrung: normalerweise benutze ich ja die deutschen Ortsbezeichnungen, dieweil ich mir da nicht jedes Mal die Finger auf der Suche nach den “Häkchen” brechen muss. Ich hätte also schreiben müssen: von Bodenbach zum Hohen Schneeberg. Aber mit “Bodenbach” weiß der eine oder andere nichts anzufangen, und “Tetschen” wäre falsch. Dieweil es bis 1942 hier zwei Städte gab: Tetschen und Bodenbach. Bis 1945 war es dann die gemeinsame Stadt Tetschen-Bodenbach, welche seitdem tschechisch Děčín heißt. Und weil eben “Děčín” auch auf allen Wegweisern steht, bleibe ich mal dabei.

Auf los geht’s los.

Von Děčín zum Hohen Schneeberg weiterlesen

Goldsteig, Hintergründel und das Reibetöpfel

 

Region: Hintere Sächsische Schweiz, Großer Zschand
Dauer: knapp sechs Stunden
Entfernung: rund 16 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1000
Schwierigkeit: mittel
Bemerkungen: Gasthaus nur am Anfang der Runde, keine Aussichtspunkte, Reibetöpfel am Ende stark verwachsen

 

Irgendwie klingt das doch schon mal gut. Neben den drei genannten Orten – wobei der eine leider Anlass zu Sorgenfalten bietet – sehen wir noch eine Grotte, in der es tröpfelt, das Grab eines armen Mordopfers, einen Fels mit einer Miezekatze, einen Kuhstall in klein und eine irgendwie heilige Höhle. Ehe wir loslaufen aber ein Hinweis: mein GPS hat während des Aufenthalts in besagter Höhle einen Amoklauf hingelegt, der Track gleicht hier abstrakter Kunst. Sowohl die Entfernung und erst recht nicht die Höhenmeter kann man ernst nehmen, ich habe also geschätzt. Alle Wege auf dieser Runde gehören in die Kategorie “ausdrücklich erlaubt”, der nationalparkkonforme Wandermann möge mir also getrost folgen. Diesmal.

Goldsteig, Hintergründel und das Reibetöpfel weiterlesen

Affensteine–mal einsam, mal überlaufen

 

Region: rechtselbisch, Affensteine, Kirnitzschtal
Dauer: gut sieben Stunden mit mehrmals rasten
Entfernung: 17 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1210 Meter
Schwierigkeit: etwas anstrengender, aber noch kein Leistungswandern
Bemerkungen: Imbiss auf dem Großen Winterberg, Wirtshäuser am Kuhstall und am Lichtenhainer Wasserfall

 

Derzeit ist die Sächsische Schweiz ja so voll von Touristen, dass man lange grübeln muss, wo es noch stille Ecken geben könnte. Ich denke, mit dieser Runde in den Affensteinen hab ich einen einigermaßen vernünftigen Kompromiss gefunden. Ein paar – sehr volle – gängige Höhepunkte sind dabei. Und auch ein paar sehr ruhige Ecken. Ich habe auch wieder den ÖPNV genutzt, und, man staune, der klappte recht gut. S-Bahn und Bus waren zwar voll, aber nie übervoll. Das funktioniert halt noch bis Ende August, solange meine Dresdner Monatskarte im gesamten Verbundraum gilt. Danach hat der ÖPNV wieder sein altes Problem: er ist zu teuer. Schon mit zwei Mann im Auto reist man dann wieder billiger an als in der Bahn. Parkticket schon eingerechnet. Aber das ist schon ein anderes Thema.

Jetzt also erst einmal auf eine wirklich schöne Runde. Wir sehen: einen Graben, der böse sein will, aber eigentlich schön ist. Eine Hölle, in der es zahm zugeht. Eine herrliche, aber überlaufene Aussicht, die wir alternativ erreichen. Und zu der wir gar eine Alternative finden. Eine weitere wunderbare Aussicht, auf der wir komischerweise allein waren. Einen neuen Imbiss. Eine Ausweichbewegung bei Rangeralarm. Und zu guter Letzt den Kuhstall, der weniger voll war, als befürchtet. Man möge mir folgen.

Affensteine–mal einsam, mal überlaufen weiterlesen

Ganz entspannt: der Paulinengrund und die Steinerne Rinne

Das ist eine kleine, aber feine Runde im Böhmischen. Ganz am Anfang genießen wir eine Aussicht, die wir nicht vermuten würden.  Sodann sehen wir ein Tal, welches es in der Topliste der Täler im Sandstein ziemlich weit nach oben schaffen dürfte. Dann passieren wir noch diverse Kleindenkmäler im Wald und am Wegesrand. Um schließlich zum Ende durch einen geheimnisvollen Graben zu laufen, über dessen ursprünglichen Zweck selbst fleißige Heimatforscher nur die Schultern zucken können. Also los.

Ganz entspannt: der Paulinengrund und die Steinerne Rinne weiterlesen

Zwei Hörner, drei Steine

Konkret geht es auf das Große- und das Kleine Pohlshorn, auf den Teichstein, den Arnstein und den Kleinstein. Also ziemlich weit hinten im Kirnitzschtal. Trotz des momentanen Andrangs herrscht hier ziemliche Ruhe im Wald. Wobei: es waren schon so einige Wanderer mehr als gewöhnlich unterwegs. Aber die haben sich gut verteilt und nie wirklich gestört. Obendrein bringt die Runde zwar nicht so viele Kilometer, dafür aber einiges an Höhenmetern. Also kein Spaziergang. Wovon wir aber uns nicht bange machen lassen und einfach mal loslaufen.

Zwei Hörner, drei Steine weiterlesen

Hinterhermsdorf und das Kirnitzschtal

Oh mein Gott, ich hab es getan! Ich war in meiner Lieblingsecke wandern, und ich war die ganze Strecke über kreuzbrav. Denn trotz diverser Versuchungen am Wegesrand bin ich stets auf dem Pfad der Tugend – ergo auf erlaubten Wegen – geblieben. Eine langweilige Tour war das trotzdem nicht, hier sind alle Wege schön, ganz egal, wie sie sich in den Augen der heiligen Nationalparkverwaltung auch darstellen. Im weiteren Verlauf des Textes werde ich es mir nicht verkneifen, auf diese Versuchungen hinzuweisen – und mir selbst auf die Schulter zu klopfen. Was warst du doch wieder willensstark!

Wir erleben also: einen tapferen Imbisswirt, eine nicht ganz echte Bärenhöhle, eine Riesenfichte, ein Pascher-Gefühl, Mäander, Reste eines einst blühenden Weilers, einige schöne Aussichten, durchaus knackige Auf- und Abstiege und ganz wenige Mitwanderer.

Auf geht es:

Hinterhermsdorf und das Kirnitzschtal weiterlesen

Oh Polenztal, wie bist du schön

Endlich geht es mal wieder in die verzauberte Sandsteinwelt. Es wird eine nette Runde rund um das Polenztal. Wobei wir das Tal als solches nur tangieren und uns eher an den Hängen links und rechts erfreuen. Es warten einige wirklich großartige Aussichten und so manch ein stiller Weg. Dazu spärliche Reste einer alten Burg, Erinnerungen an Carl Maria von Weber und – man muss es derzeit extra erwähnen – ein geöffneter Imbiss. Es geht auch ziemlich oft hoch und wieder runter, so dass die ganze Tour auch nicht ganz anspruchslos ist. Aber auch nicht wirklich schwer. Übrigens war auffällig, dass recht viele Familien mit Kindern unterwegs waren. Spürbar mehr als sonst in dieser Ecke. Aber das kann man ja verstehen, schließlich müssen die Blagen ja mal bewegt werden, auf dass sie nicht völlig unausstehlich werden. Nervig waren die Mitwanderer nie, und auf einigen der Pfade hier trifft man ohnehin nie jemanden. Also los.

Oh Polenztal, wie bist du schön weiterlesen

Einmal rund um Altenberg

Hier also die zweite kurze Tour, nicht weit von Dresden, aber eben mal nicht im Elbsandstein. Diesmal geht es ins Osterzgebirge, in die Gegend um Altenberg. Für gewöhnlich denkt man ja da eher an Wintersport, aber auch für den Wandersmann gibt es hier so einiges zu entdecken. Und man merkt, dass man hier auch an die schneefreie Zeit denkt. Vor allem die wirklich gute – manchmal schon zu gute – Beschilderung der Wanderwege kann das Herz erfreuen. Andererseits muss man natürlich auch bemerken, dass es sich bei den Wanderwegen hier in der großen Mehrzahl eben um Waldwege, breit und recht bequem, handelt. Unsere geliebten kleinen Pfade sind eher die Ausnahme. Dafür gibt es aber wunderbare Fernsichten und eine Vegetation, die schon sehr nach Gebirge aussieht.  Meine Oma würde sagen: “Mal was anderes.” Also frisch auf und los.

Einmal rund um Altenberg weiterlesen