Hinterhermsdorf und das Kirnitzschtal

Oh mein Gott, ich hab es getan! Ich war in meiner Lieblingsecke wandern, und ich war die ganze Strecke über kreuzbrav. Denn trotz diverser Versuchungen am Wegesrand bin ich stets auf dem Pfad der Tugend – ergo auf erlaubten Wegen – geblieben. Eine langweilige Tour war das trotzdem nicht, hier sind alle Wege schön, ganz egal, wie sie sich in den Augen der heiligen Nationalparkverwaltung auch darstellen. Im weiteren Verlauf des Textes werde ich es mir nicht verkneifen, auf diese Versuchungen hinzuweisen – und mir selbst auf die Schulter zu klopfen. Was warst du doch wieder willensstark!

Wir erleben also: einen tapferen Imbisswirt, eine nicht ganz echte Bärenhöhle, eine Riesenfichte, ein Pascher-Gefühl, Mäander, Reste eines einst blühenden Weilers, einige schöne Aussichten, durchaus knackige Auf- und Abstiege und ganz wenige Mitwanderer.

Auf geht es:

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Oh Polenztal, wie bist du schön

Endlich geht es mal wieder in die verzauberte Sandsteinwelt. Es wird eine nette Runde rund um das Polenztal. Wobei wir das Tal als solches nur tangieren und uns eher an den Hängen links und rechts erfreuen. Es warten einige wirklich großartige Aussichten und so manch ein stiller Weg. Dazu spärliche Reste einer alten Burg, Erinnerungen an Carl Maria von Weber und – man muss es derzeit extra erwähnen – ein geöffneter Imbiss. Es geht auch ziemlich oft hoch und wieder runter, so dass die ganze Tour auch nicht ganz anspruchslos ist. Aber auch nicht wirklich schwer. Übrigens war auffällig, dass recht viele Familien mit Kindern unterwegs waren. Spürbar mehr als sonst in dieser Ecke. Aber das kann man ja verstehen, schließlich müssen die Blagen ja mal bewegt werden, auf dass sie nicht völlig unausstehlich werden. Nervig waren die Mitwanderer nie, und auf einigen der Pfade hier trifft man ohnehin nie jemanden. Also los.

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Einmal rund um Altenberg

Hier also die zweite kurze Tour, nicht weit von Dresden, aber eben mal nicht im Elbsandstein. Diesmal geht es ins Osterzgebirge, in die Gegend um Altenberg. Für gewöhnlich denkt man ja da eher an Wintersport, aber auch für den Wandersmann gibt es hier so einiges zu entdecken. Und man merkt, dass man hier auch an die schneefreie Zeit denkt. Vor allem die wirklich gute – manchmal schon zu gute – Beschilderung der Wanderwege kann das Herz erfreuen. Andererseits muss man natürlich auch bemerken, dass es sich bei den Wanderwegen hier in der großen Mehrzahl eben um Waldwege, breit und recht bequem, handelt. Unsere geliebten kleinen Pfade sind eher die Ausnahme. Dafür gibt es aber wunderbare Fernsichten und eine Vegetation, die schon sehr nach Gebirge aussieht.  Meine Oma würde sagen: “Mal was anderes.” Also frisch auf und los.

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An den Hängen des Tharandter Waldes

Schön und gut, die Sächsische Schweiz steht uns wieder offen. Allerdings schwant mir dunkel, dass hier vor allem an dem kommenden verlängerten Wochenende viel Begängnis sein wird. Deshalb will ich hier noch zwei alternative Runden nicht weit von Dresden vorschlagen. Die erste führt uns an die Hänge des Tharandter Waldes. Es ist, zugegeben, eine ziemlich lange Tour, die durch ein dauerndes Hoch und Runter auch recht anstrengend wird. Dafür garantiere ich aber Ruhe im Wald und jede Menge wirklich spannende Wege. Auf geht es.

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Kurze Tour zwei: Schönfelder Hochland Erfreuliches oberhalb von Pillnitz

Auch wenn wir jetzt wieder frei weg wandern dürfen, folgt hier eine zweite kurze Tour im Weichbild von Dresden. Es geht ins Schönfelder Hochland. Dort stehen derzeit die Obstbäume in voller Blüte. Und da ich ein wenig befürchte, dass sich nach Wochen des Entzugs jetzt sehr viele Wanderer in die Sächsische Schweiz aufmachen, kann es ja nicht schaden, diese Runde als Alternative zum Sandstein zu überdenken. Zumal uns Stiegen, Schlüchte und Aussichten dort ja nicht weglaufen. Also, mir nach.

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Kurze Runde eins: Rabenauer Grund

Erst ab kommenden Montag dürfen wir wieder richtig wandern. Bisher galt ja die merkwürdige Regel von einem 15-Kilometer-Umkreis zur Heimatadresse. Also hab ich mal mit dem Zirkel gezirkelt und zwei wirklich schöne Ecken rausgesucht und abgelatscht, die innerhalb dieses Umkreises  (von Dresden aus betrachtet)liegen. Wobei beide auch ganz ohne Corona-Panik immer einen Besuch wert sein dürften. Beginnen wir also mit einer kleinen und entspannten Runde im Rabenauer Grund.

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Böhmische Schweiz: Sie werden beobachtet!

Im Bild ein Ausschnitt eines Zeitungsinterviews, das Pawel Benda, seines Zeichens Chef der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz, kürzlich der SZ  gab. Bitte den ganzen Absatz in Ruhe lesen und sacken lassen. Herr Benda spricht davon, dass er genaue Zahlen über die Besucher des Nationalparks aus Handydaten ermittelt hat. Und er kann ob dieser Daten wohl auch zwischen deutschen und tschechischen Besuchern recht gut unterscheiden. Sogar Tagesgäste vermag er so von mehrtägigen Besuchern zu unterscheiden.

Ich finde, das ist ein dicker Hund. OK, dass Google und Co. solche Daten erheben und dann daraus Werbung generieren, das wissen wir.  Auch, wenn an Handys keine entsprechenden Warnaufkleber kleben. Was wir bisher nicht wussten: auch eine staatliche tschechische Behörde kann solche Daten erheben, und das ganz sicher nicht ganz anonym. Denn wären es tatsächlich gänzlich anonyme Daten (also rein die Anzahl der registrierten Handys im Nationalpark) dann wäre wohl kaum eine Unterscheidung nach Nationalität möglich.

Jetzt weiß ich natürlich nicht, wie detailliert die Daten tatsächlich sind. Aber eines sagt mir die Erfahrung, die ich seit meinem ersten Computer im Jahre 1990 (war ein C 64)gesammelt habe: was technisch möglich ist, wird auch irgendwie gemacht, egal ob erlaubt oder nicht und egal wie groß die Sauerei.

Oder, um es mal drastisch auszudrücken: von der reinen Zählung und Sortierung nach Nationalitäten ist es technisch nur ein kleiner Schritt zum automatisch erstellten Busgeldbescheid beim “Falschwandern”. Was machbar ist, wird irgendwann gemacht.

Was wäre also zu tun? Böhmen meiden? Das ist derzeit eh angesagt, aber wenn die Grenzen denn mal wieder offen sind? Ich zumindest habe keine Lust, mich samt meiner Bewegungsdaten ausspähen zu lassen. Zumal ich keine Ahnung habe, welche Daten die schnüffelnde Behörde genau bezieht, und von wem.

Also erstens: Flugmodus im Handy aktivieren! Das Gerät sendet dann keinerlei Daten mehr. Hat natürlich zur Folge, dass man auch nicht mehr anrufen, SIMSen, WhatsAppen, daddeln oder irgendetwas anderes tun kann, was einen Netzzugang braucht. GPS funktioniert aber weiter, so dass man zumindest mit offline gespeicherten Karten navigieren kann.

 

 

Besser ist aus meiner Sicht aber dieses: zunächst mal eine gescheite Wanderkarte zulegen. In Vor-Smartphone-Zeiten ging es damit nämlich auch sehr gut. Sodann in alten Schränken kramen und ein Uralt-Handy suchen, welches nur anrufen kann. Selbiges mit einer Prepaid-Karte wieder in Gang bringen. Ich hab da bei mir schon was gefunden:

 

Mal sehen, ob ich Teil wieder zum Laufen bekomme.

 

 

 

 

Falls nicht: dieses Modell kostet neu 12 Euro. Die kratzen wir noch zusammen.

Und jetzt, ganz wichtig: dieses Telefon dann ausgeschaltet im Rucksack lagern und nur einschalten, wenn wirklich nötig. Also im Notfall. Hat den zusätzlichen Vorteil, dass im Wald weder die Meschpoke noch der Chef nerven kann.

Findet ihr, ich übertreibe hier? Bin ich etwa ein wenig paranoid? Da freue ich mich auf eure Kommentare.

Österliches

Update und Auflösung: Ganz richtig erkannt, der Hase hatte sich am Zugang zur Aussicht am Herrenhausfelsen in Herrnsketschen (Hřensko) versteckt. Da gehen wir bestimmt mal wieder hin, wenn die ganze Panik hier vorbei ist. Allen Miträtslern vielen Dank, die Gewinner haben schon eine Mail bekommen.

 

Da haben wir den Salat: Ostern, ein Wetter zum Helden zeugen, und wir dürfen nicht raus. Deshalb an dieser Stelle zunächst mal ein Gedicht:

 

Es sitzet da, der Osterhase,
und mümmelt traurig mit der Nase.

Das arme Tierchen darf nicht raus,
ein Virus geht jetzt um, oh Graus.

So fällt sie aus, die schöne Feier,
das geht ihm auf die Ostereier.

Doch fährt man heimlich raus ins Land,
da lauert gleich ein Denunziant.

Das alles, denkt der Osterhasi,
erinnert irgendwie an Stasi.

Auch Ordnungsamt und Polizei,
die sind jetzt ziemlich flott dabei.

Ach, wären sie nur halb so stark,
wenn Chrystal wird vertickt im Park.

Jedoch, der Has´ ist Optimist,
denn nichts bleibt ewig, wie es ist.

Und das, so denkt er, das ist fein,
und hoppelt in den Sandstein rein.

Und dann noch ein kleines Rätsel: wie nennt man den Ort, an dem sich der Mümmelmann im obigen Bild versteckt hat? Mailt mir die Antwort hier. Ich spendiere unter allen richtigen Lösungen einmal das längst vergriffene “Wandern mit Kindern” , einmal “Wandern für jedermann” und zwei original Rolf-Böhm-Bierdeckel.

  

Die Auflösung samt Gewinnern gibt es, wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden. Mein Tipp: das passiert spätestens am 23. April. Denn da beginnt der Ramadan.