Über den Rosenkamm

Region: Böhmen, zwischen Tetschen (Děčín) und Herrnskretschen (Hřensko)
Dauer: sechs Stunden
Entfernung: 19,5 Kilometer
Höhenmeter: (Hoch und Runter): 1100 Meter
Schwierigkeit: Lang. Die Höhenmeter rechnen sich aber nur aus dem Aufstieg am Anfang und dem Abstieg am Ende. Dazwischen kaum Höhenunterschied. Meist bequeme Waldwege.
Bemerkungen: Streckenwanderung mit ÖPNV. Einkehr nur am Belvedere mit einer Imbissbude. Oder am Ende der Tour in Herrnskretschen.

 

Gar kein Zweifel, diese Tour gehört zu meinen Lieblingsrunden im Böhmischen. Weshalb ich sie auch schon einige Male beschrieben habe. Dennoch lohnt es sich immer wieder. Ich habe diesmal bewusst einen Tourverlauf gewählt, der keine Wege in der “Grauzone” beinhaltet, sondern ganz konform zum Landschaftsschutzgebiet ist. Was auch zur Folge hat, dass die Tour so wohl mit den wenigsten Anstrengungen verbunden sein dürfte. Ein paar Kilometer werden es trotzdem, welche vor allem durch herrliche Aussichten, ein paar historische Betrachtungen und relativ wenige Mitwanderer gekennzeichnet sind. Der geneigte Wandermann / –frau / –diverses möge mir also folgen.

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Rund um Bad Schandau

Region: Gegend um Bad Schandau
Dauer: knapp sechs Stunden
Entfernung: 15,5 Kilometer
Höhenmeter: (Hoch und Runter): 830 Meter
Schwierigkeit: recht entspannt. Ein Teil des Flößersteiges ist steil, glitschig und mit Ketten gesichert. Die Altendorfer Dorfbachklamm ist schwer zu begehen, es gibt Ausweichrouten (siehe Text). Nicht turnschuhtauglich.
Bemerkungen: Einkehr in Altendorf oder am Zeltplatz Ostrauer Mühle

Das wird eine recht entspannte Tour mit vielen kleineren Höhepunkten rund um Bad Schandau. Wir sehen unter anderem eine Ruine, die schon immer eine war, eine weiten Panoramablick, kleinere Aussichten, einen sehr alten Weg, Passagen mit Ketten, einen eher merkwürdigen Skywalk, hölzerne Villen und einen Reformator. Und wir begegnen leider auch so einigem Unbill, der samt und sonders mit einer Stadt zu tun hat. Aber, und das ist positiv: hier ist wenig los, selbst an Großkampftagen. Also, bitte unauffällig folgen.

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Großbrände durch Totholz?

Im Nationalpark Harz hat es gebrannt. Und zwar richtig. So um die 120 Kameraden von elf Feuerwehren waren im Einsatz. Und die Brockenbahn musste zweitweise ihren Betrieb einstellen. Insgesamt hat es auf einer Fläche von etwa 250 mal 40 Metern gelodert. Zu Denken gab mir ein Bericht über dieses Großfeuer im Stern. In diesem beklagt der Wernigeröder Stadtwehrleiter Marco Söchting den Umgang des Nationalparks mit toten Bäumen, die hier hauptverantwortlich für den Brand waren. Obendrein wären die Löscharbeiten dadurch erschwert worden, dass man nur fußläufig an die Brandstelle heran kam.

Ich fürchte, dieses und Schlimmeres droht uns demnächst auch im Elbsandstein. Dazu ein Beispiel: im Foto sieht man den abgesperrten Eingang in den hinteren Teil des Großen Zschand. Der war natürlich nicht immer abgesperrt, ganz im Gegenteil. Bis zur Gründung des Nationalparks und der Einrichtung einer “Kernzone” durfte man ihn freiweg bewandern. Und noch früher stellte er die Hauptverbindung nach Böhmen dar.

Das Foto ist schon ein paar Jahre alt. Inzwischen sieht es auf dem knappen Kilometer von hier bis zur Grenze so aus, dass die ersten knapp 100 Meter stark versumpft sind, und auf der ganzen Strecke etwa 50 Borkenkäferbäume über dem Weg liegen. Links und rechts davon nochmal Unmengen Totholz.

Über den Daumen und grob bei Google-Maps nachgemessen haben wir hier eine Fläche von 80 Hektar oder 100 Fußballfeldern. Voll mit kreuzgefährlichem, furztrockenem Totholz.

Wenn es hier brennt, kommt keine Feuerwehr durch. Das kann richtig übel ausgehen und obendrein Unsummen verschlingen.

Die Nationalparkverwaltung sollte sich also schleunigst Gedanken machen, ob “Natur Natur sein lassen” hier nicht mächtig kontraproduktiv ist.

Oder auch nicht, denn Schuld sind schließlich immer die Wanderer und Boofer.

Wie weiter mit dem Parkplatzchaos?

Am Osterwochenende war wieder mal Polen offen in der Sächsischen Schweiz. Zu viele PKW, zu wenige Parkplätze. Es wurde wild geparkt und eifrig abkassiert. Und nach dem neuen Bußgeldkatalog ist man für kreative Parkplatzfindung schnell mal mit 55 Euro dabei. Das schmerzt. Ich mag gar nicht daran denken, wie es wohl über Pfingsten, Himmelfahrt oder in den Sommerferien aussehen wird. Ich habe mir also mal ein paar Gedanken gemacht. Aber auch keine vernünftige Lösung gefunden.

Zunächst eine Vorbemerkung: vor rund einem Jahr hat mich der TÜV schnöde von meinem Auto getrennt. Sauerei, das war doch gerade mal 22 Jahre alt! Seitdem fahre ich mit den öffentlichen in den Sandstein und bilde mir deshalb ein, aus Erfahrung berichten zu können.

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Es tut sich was an der Basteiaussicht

Vor 5 (in Worten: fünf) Jahren wurde die Hauptaussicht an der Bastei wegen Bröseligkeit des Sandsteins gesperrt. Seitdem haben diverse Behörden hauptsächlich vollgeschriebenes Papier produziert, um dem Missstand abzuhelfen. Langsam mahlen sie, die Mühlen der deutschen Bürokratie. Aber die mahlen, und deshalb sieht man jetzt schon deutliche Anzeichen für Arbeiten. Ein Hilfskonstrukt, das ein wenig an eine Eisenbahnbrücke erinnert, spannt sich über die Aussicht. Keine Angst, das hässliche Ding kommt wieder weg, wenn alles fertig ist. Dann soll eine schwebende Plattform, also eine Art “Skywalk”, den Fels überspannen. Auf der Bautafel wird die Fertigstellung für Ende 2022 angekündigt. Man darf also in etwa in der Saison 2024 damit rechnen, die Plattform wirklich betreten zu können. Falls nicht wieder die vier Hauptfeinde öffentlicher Bauvorhaben zuschlagen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Aber das ist erst mal kein Grund zur Panik, denn rund um die Bastei gibt es noch ein gefühltes Duzend weiterer toller Aussichten. Und an sonnigen Sommertagen sieht man eh nichts anderes, als die Rückseiten vieler Menschen.

Links und Rechts des Bielatals

Region: Bielatal, linkselbisch
Dauer: sieben Stunden – mit vielen Zick-Zack-Routen und Erkundungen, kann erheblich abgekürzt werden
Entfernung: 11 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 600 Meter
Schwierigkeit: eher entspannt, es geht dennoch oft hoch und wieder runter
Bemerkungen: Parken am Brausenstein für drei Euro, Einkehr am Kiosk „Dachsensteinbaude“ oder im Gasthaus „Ottomühle“, Imbiss auch in Schweizermühle, für Kinderwagen absolut nicht geeignet

 

Es war Ostern, und es war schönes Wetter. Bei dieser Kombination muss man bestimmte Teile der Sächsischen Schweiz meiden, dieweil man sonst vor lauter Menschen keinen Felsen mehr zu Gesicht bekommt. Also fiel die Wahl auf das Bielatal. Linkselbisch und außerhalb des Nationalparks gelegen sollte es hier ruhiger sein. Was sich dann, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch bewahrheitete. Die Tour ist nicht sonderlich lang, aber es gibt sehr viele kurz-knackige Auf- und Abstiege sowie jede Menge kleine und größere Höhepunkte am Wegesrand. An einigen Stellen sind wir kreuz und quer gelaufen, um noch ein paar versteckte Stellen zu erkunden. Man kann also, wenn man stringenter unterwegs ist, nochmals abkürzen. Genug der Vorrede, laufen wir los.

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Kinderheim Dittersbach soll Wellness-Hotel werden Großer Andrang beim Tag der offenen Tür

Es war ein schweres Begängnis beim Tag der offenen Tür im ehemaligen Kinderheim von Dittersbach (Jetřichovice). Kein Wunder, steht doch das feudal anmutende Gebäude seit 1995 leer. Verschiedenes hatte man seitdem über eine weitere Nutzung gehört, aber nichts konkretes gab es nicht. Obendrein konnte niemand so recht wissen, wie es im Inneren des Hauses heute aussieht. Riesengroßes Interesse, einhergehend mit schwerer Parkplatznot im Ort, war also vorprogrammiert.

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Termintipp: offene Türen im ehemaligen Kinderheim Dittersbach

Das ehemalige Kinderheim in Dittersbach (Jetřichovice) scheint mal wieder verkauft zu sein. Diesmal aber wohl mit konkreten Plänen. Denn am 26.3.2022 lädt der neue Besitzer zwischen 10 und 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür. Nicht nur für Freunde von „Lost-Places-Bildern“ dürfte das hochinteressant sein. Ab 13:30 Uhr will er im Restaurant „Praha“ auch seine Pläne vorstellen, es darf diskutiert werden. Allerdings auf Tschechisch, und mit begrenzter Teilnehmerzahl, Einheimische werden beim Einlass bevorzugt. Aber allein das Gebäude mal von innen zu sehen dürfte eine Reise wert sein. Und eine nette Runde kann man ja hinten dran hängen.

Hier ein paar Bilder, datiert von 1931.

Gebaut wurde das Heim vier Jahre zuvor. Seit 1995 steht es leer. Interessant sind die Fensterbilder auf dem folgenden Foto im Hintergrund. Sie stammen von der Dresdner Künstlerin Gertrud Caspari, deren niedliche Kinderbilder sicher jeder kennt, der mal bei Oma im Bücherschrank gewühlt hat. Ob die noch da sind? Man wird sehen.

 

Wandbild und Illustration von Gertrud Caspari

Hier noch Link zu einem Video von einem nicht ganz so legalen Besuch des Gebäudes: https://youtu.be/XQqH0FQlFko

Zu guter Letzt: die originale Einladung: