Gastronomisches vom Rauenstein

Die Baude auf dem Rauenstein hat einen neuen Betreiber. Es ist der allgegenwärtige Sven-Erik Hitzer. (fast ganz Schmilka, Schloss Thümsdorf, Gastronomie auf der Festung Königstein….). Es wurde ein wenig umgebaut, so hat man den ehemals naturbelassenen Biergarten samt seiner Wurzeln und Huckel begradigt, mit Holz und Sandsteinsplit spiegelglatt gemacht. Fand ich offen gesagt vorher schöner, aber das ist Meckern am Detail.

Eine neue Webseite gibt es auch schon, HIER. Geöffnet ist ab 12. Mai, zunächst am Wochenende, an Feier- und Brückentagen zwischen 11 und 17 Uhr. Derzeit wegen der Pest nur zum Mitnehmen.

Was mir dazu einfällt:

  1. Es ist wunderbar, dass die traditionelle Gastronomie hier weitergeht.
  2. Was Herr Hitzer anfasst, hat Hand und Fuß. Alle von ihm übernommenen Objekte, allen voran die Mühle in Schmilka samt der umliegenden Gebäude, sehen super schick aus.
  3. Bisher war das hier oben ein Refugium für den Wandersmann, der einfach und preiswert zu speisen gedachte. Die verabfolgte Eieschecke war schlichtweg eine Wucht –für kleines Geld. Damit wird es wohl nun vorbei sein, denn so exklusiv wie Herrn Hitzers Projekte, so sind auch seine Preise. Schon am Imbisswagen, der bis jetzt als kleines Provisorium am Fuß des Rauensteins stand, begannen die Preise für Essen bei rund sieben Euro.
  4. Einen kleinen Vorgeschmack finden wir schon Online auf der Getränkekarte: das Schummelbier (0,4 Liter) steht da zu 4,50 € angeschrieben, das Wasser in derselben Menge zu vier Euro. Umgerechnet auf den traditionellen halben Liter wären das fünf Euro für ein Wasser. Zehn Westmark!
  5. Herr Hitzer führt ins Feld, dass seine Angebote streng “BIO” sind und somit eben teurer. Mag richtig sein. Aber ich möchte gern wählen dürfen. Und wenn immer mehr gastronomische Betriebe in seiner Hand zusammenkommen, was jedes Mal mit einer tollen Sanierung und einem heftigen Preissprung verbunden ist, dann kann ich eben nicht mehr wählen.
  6. Ergänzung am 12. Mai: Zwar nur vom Hörensagen, aber recht glaubwürdig: Herr Hitzer bezahlt seine Leute fair. Das darf man natürlich nicht außer Acht lassen.

  Für einen Imbiss waren die Preise heftig

Aber ehe ich hier den Stab komplett breche, werde ich natürlich noch mal vorbei schauen. Für alle Fälle aber mit Bemmen im Rucksack. Und mit einer 1,5 Liter Flasche Wasser. Für 80 Cent.

Update 12.05.2021: Pünktlich zum Start ist die komplette Speisekarte online. Suppe ab 9,90 €, Hauptgänge ab 10,80 €, Kuchen 3,80 €. Knoblauchspaghetti zu 14,50 €. Zum Vergleich: auf dem Papststein, wo die knofeligen Nudeln eine Tradition sind, kosten sie 2,10 € weniger.

Übrigens würde ich mich über eure Meinung freuen: Wollt ihr lieber die preiswerte, einfache Küche, die Bockwurst für kleines Geld, auf euren Wanderungen? Oder könnt ihr euch auch an teurem Essen erfreuen, so es denn ein wenig exklusiv und Bio ist? Schreibt einfach in die Kommentare.

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15 Gedanken zu „Gastronomisches vom Rauenstein

  1. Moin. Na damit ist eine weitere WANDERraststätte passé. Die Preise sind heftig und die kann ich mir bestenfalls zu besonderen Anlässen gönnen. Und ob es noch die gute Linsensuppe geben wird, ist auch fraglich. Immerhin gibt es noch das Rechenberger wie früher.
    Zur Abstimmung: Nobel essen geht – aber eben nur selten. Mir wäre das Rustikale lieber, aber wer kann das in dieser Situation noch anbieten??? Bleibt die Bemme …

  2. Also mir sind einfache preiswerte Gerichte da deutlich lieber.Ausserdem so große Preisunterschiede von Bio und normal in den Einkaufsmärkten fand ich nicht so.Also könnte man selbst Bio Essenspreise niedriger ansetzen , denk ich Mal.Aber ,wie du schon sagst ,hat man zur Not da auch die Bemmchen mit.

  3. Denkt auch mal an die Leute, die welche dort arbeiten und an die Logistik. Ich finde Essenspreise ab 7 Euro völlig in Ordnung, wenn die Qualität stimmt und die Leute fair bezahlt werden. Man muss das ganze auch irgendwie finanzieren und ihr geht ja auch nicht nur für die Almosen arbeiten, oder. Genau durch solche Denkweisen und Billigheimer wird die Gastronomie bald aussterben oder zumindest wird es kein Personal mehr geben. Dann könnt ihr nur noch eure Bemmen auf dem Gipfel genießen…

    1. Irgendwie haben es die alten Betreiber aber geschafft, über Jahrzehnte preiswerte Gerichte anzubieten, ohne dabei in den Konkurs zu gehen.

      1. Für die war es auch mehr Hobby, als damit dem Lebensunterhalt zu verdienen. Ihr Geld haben Sie mit einer Sanitär Firma gemacht.

        1. Lieber Anonymous, bitte oute dich. Völlig anonyme Kommentare mag ich nicht, man sollte namentlich zu dem stehen, was man schreibt. Mach ich ja auch.
          Zu deinem Kommentar: ein Hobby, bei dem man in der Saison täglich geöffnet hat und es obendrein schafft, den Lokus zu sanieren und eine Terrasse anzubauen, ist schon ein ziemlich gepflegtes Hobby.

  4. Ich finde zwar die Preise noch ganz in Ordnung, dass alles Bio sein muss schon weniger … aber bitte, wenns eben zum Konzept gehört … nur dann könnte es doch auch im Sortiment trotzdem noch eine Bockwurst geben … gibts ja wohl auch aus Biofleisch und kostet dann eben auch etwas mehr als die normale … bietet sich aber dann trotzdem noch als kleine, billigere Mahlzeit an. Ich selbst bin in der glücklichen Lage auch 14 € für einen Teller Nudeln bezahlen zu können und wenn die wirklich schmecken muss ich auch nicht mit den Zähnen knirschen …. aber manchmal will man auch gar nicht erst lange sitzen und mit Besteck hantieren, sondern einfach eine Wurst und ein Bier reinschieben und schnell weiter. Einen Imbiss eben … nicht gleich zum Restaurantbesuch draus machen.

  5. Wenn Herr Hitzer seine Leute fair bezahlt, finde ich das schon mal sehr wichtig und wenn er dann noch „eine Wurst und ein Bier“ für schnell mal den Magen beruhigen bietet, wär es nicht schlecht, obwohl das dann sicher den Appetit auf den Teller Nudeln für 14€ schmälert.
    Ich denk schon, das ganze Preisgefüge passt bei uns nicht mehr, das merkt man auch teils am Personal, welches gelegentlich unqualifiziert und auch schon mal unmotiviert bedient.
    Man darf dass nicht in Relation zu billigsten Allinklusiv-Reisen setzen, wo das Personal saisonweise in Karnickelställen haust „relativ“ viel Geld nach Hause schickt, für das man hier nicht gescheit leben und schon gar nicht richtig teilhaben kann.
    Aber das sprengt schon diesen Rahmen.

  6. Mit Wandergaststätte hat das nicht mehr viel zu tun. Die Preise sind dafür schon heftig. Auch ich bevorzuge beim Wandern einfache, preiswerte Gerichte, z.B. eine Bratwurst vom Grill.

  7. Auf einen Berg gehört einfaches, bodenständiges Essen. Hausgemachte Suppen, Bratwurst, Bockwurst z.B. und das ganze sehr gern auch in Bio Qualität zu dementsrechenden Preisen!

    1. Also ich denke es werden sich schon genügend zahlungskräftige und willige Gäste finden. Bio und Vegan ist ja in Mode zur Zeit. Sieht man bei den Wanderen auch, manche sind mit einer Luxus-Ausstattung im Elbi unterwegs. Geld spielt da keine Rolle. Die Qualität und der Service haben halt Ihren Preis, grade in Deutschland – schade nur dass keine Alternativen angeboten werden.

      Persönlich bevorzuge ich dann eher die “Bemme”. So etwas dann nur, wenn ich mir mal was besonderes gönnen möchte oder ich geh essen bei den tschechischen Nachbarn.

  8. hätte sich doch jeder bewerben können mit einem für Wandersleut bezahlbarem Konzept. Das Rennen gemacht hat Herr Hitzer, und so ist uns ein langfristiger Garant für hochwertige Gastronomie gegeben. Wir wollen froh sein wenn nach der Pest überhaupt noch was geht in unwegsamen Gelände.

    1. So unwegsam ist es da nicht. Bis zum Fuss des Felsens geht es mit dem Auto und von da gibt es einen Lastenauszug. Stimmt schon besser so als für immer geschlossen. Gäste werden sich da schon einfinden.

  9. Ich finde das eigentlich sehr gut. Wenn eine Restauration besonders hübsch gemacht/ aufwendig saniert wird und das Angebot eine gesteigerte Qualität aufweist, bin ich persönlich sehr gerne bereit, ein paar Eurönchen mehr zu löhnen. Ich empfand die Kneipe auf dem Rauenstein vor dem Betreiberwechsel zuletzt ein wenig runtergekommen und das Angebot hat mich auch nicht so vom Hocker gehauen. Als klassische Wandererkneipe/Verpflegungsstation fand ich die Lokalität eh etwas deplatziert, da man für mein Empfinden, in der Ecke von keinem Ausgangspunkt aus lang genug unterwegs war, um dort schon eine Einkehr zu brauchen. Wer sich günstig verpflegen will, hat eh seine eigenen Wanderwürste und Bemmen dabei. Die Verortung eignet sich m.M nach eher für eine Kneipe, die man als Hauptziel des Ausflugs aufsucht, um mal hübsch Essen zu gehen und dann wünscht man sich schon etwas mehr, als eine Bratwurst.
    Kurzum: Ich bin optimistisch, dass das Konzept dort aufgeht und werde sobald Kneipenbesuche wieder möglich sind, mal dort oben vorbeischauen.

  10. Bisher freute mich mich immer auf ein “Rechenberger” in der Baude daoben, aber 4,50 Euro für o,4 Liter sind Wucher, auch wenn das in München schon länger so ist. Nehme ich also mein Essen und Trinken auch bei einer Rauenstein/Bärensteinwanderung wieder mit, das ist mir soweiso das liebste.
    Meiner Meinung nach stimmte das PLV beim Essen in der Sächsischen Schweiz schon immer nur an ganz wenigen Orten, der Rauenstein war ein Grenzfall und nun ein “Nein Danke.”, bio hin oder her.
    Grundsätzlich ist mir ein Wanderkiosk mit Brotzeitangebot und bodenständigen Speisen lieber, denn wenn ich gut Essen gehen möchte, gibt’s hier in Dresden genügend Auswahl.

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