Mist im Rabenauer Grund–aber auch Erfreuliches

Gerade wenn man in Dresden wohnt, ist der Rabenauer Grund immer mal wieder einen Besuch wert. Schnell zu erreichen, auch mit den Öffis, dazu jede Menge Grün, die plätschernde Weißeritz und der eine oder andere Höhepunkt am Wegesrand. Neben dem Hauptweg direkt im Tal gibt es hier links und rechts an den Hängen noch ziemlich spannende und wenig begangene Pfade mit der einen oder anderen Aussicht. Die sind zwar nichts für Stöckelschuh-Wanderer, machen aber einen Heidenspaß. Und genau da schleift es derzeit beträchtlich, weshalb ich zunächst zu den unerfreulichen Neuigkeiten komme.

Mist im Rabenauer Grund–aber auch Erfreuliches weiterlesen

Update – Lesetipp: der Nationalpark in Jahrhunderten Und: wo sind die Wanderfahrpläne?

Heute mal was zum Lesen für regnerische Tage: Rolf Böhm und Axel Mothes haben ein wenig im Kaffeesatz gelesen und spekuliert, wie es im Nationalpark in den nächsten Jahrhunderten weitergehen könnte. Wobei: so ganz spekulativ ist das Ganze gar nicht, denn man schreibt hier nur konsequent fort, was wir schon seit Gründung dieser Kopfgeburt erleben: es gibt sukzessive immer weniger Natur, die wir legal und guten Gewissens betreten dürfen. Dabei gibt es natürlich auch eine ganze Menge trockenen Humor, der einem aber gelegentlich schon im Halse steckenbleibt. Wenn etwa aus Kuhstall zunächst Kuhstall – leerstehend und später Kuhstall – renaturiert wird. Oder aus der Buschmühle erst der Geländepunkt Alter Gernert und später der Hubschrauberlandeplatz Forschungsstation Einsiedler wird.

Update – Lesetipp: der Nationalpark in Jahrhunderten Und: wo sind die Wanderfahrpläne? weiterlesen

Neues und Altes aus dem Schönfelder Hochland

Ruhige Wanderwege, während im Elbsandstein an den Aussichten Nummern gezogen werden, tolle Blicke über das Elbtal, ein wenig Historie und viel Natur – das ist das Schönfelder Hochland. Einmal im Jahr gönn ich mir das. Die Tour selbst habe ich HIER schon ausführlich beschrieben, da hat sich nichts geändert. Aber die eine oder andere Beobachtung hab ich schon gemacht. Also schauen wir mal:

Neues und Altes aus dem Schönfelder Hochland weiterlesen

Mit allen verschissen Wie die Nationalparkverwaltung so ziemlich jeden verprellt

Borki

Das hat kräftig eingeschlagen, einen Tag vor Himmelfahrt. Wander- und Bergsportverbände (DAV, SBB), der Tourismusverband, zahlreiche örtliche Bürgermeister und auch der Landrat wenden sich gemeinsam an den sächsischen Ministerpräsidenten, auf das dieser die unhaltbaren Zustände im Elbsandstein kraft seines Amtes beende. Eine Übersicht zu den Schreiben findet sich HIER.  Hintergrund sind an die 100 Kilometer unpassierbare Wanderwege und –pfade in der Sächsischen Schweiz. Der Borkenkäfer hat ein Festmahl gehalten, der eine oder andere Sturm tat sein Übriges. Und die Nationalparkverwaltung hat klar zu verstehen gegeben, dass sie, von einigen punktuellen Ecken abgesehen, nichts zu unternehmen gedenkt.

Mit allen verschissen Wie die Nationalparkverwaltung so ziemlich jeden verprellt weiterlesen

Gastronomisches vom Rauenstein

Die Baude auf dem Rauenstein hat einen neuen Betreiber. Es ist der allgegenwärtige Sven-Erik Hitzer. (fast ganz Schmilka, Schloss Thümsdorf, Gastronomie auf der Festung Königstein….). Es wurde ein wenig umgebaut, so hat man den ehemals naturbelassenen Biergarten samt seiner Wurzeln und Huckel begradigt, mit Holz und Sandsteinsplit spiegelglatt gemacht. Fand ich offen gesagt vorher schöner, aber das ist Meckern am Detail.

Gastronomisches vom Rauenstein weiterlesen

Herr Richter, was spricht er?

Schöne Pfade gibt es rund um und auf dem Kleinhennersdorfer Stein. Kein einziger davon ist markiert, man darf sie aber allesamt dennoch begehen, dieweil die Klamotte nicht im Nationalpark und erst recht nicht in dessen Kernzone liegt. Begehen also problemlos, nur nicht befahren. Und genau das wurde einem Mountainbiker zum Verhängnis. Im leicht gebremsten freien Fall bretterte der nämlich direkt einem Mitarbeiter des Sachsenforstes in die Arme. Wofür es ein Ordnungsgeld hagelte. Was der Pedalritter aber so nicht einsehen wollte und zügig den Kadi anrief. Ja, was soll ich sagen: statt über die 80 Euro Verwarnung frei Schnauze zu entscheiden, beraumte dieser doch tatsächlich einen Ortstermin an. Berichte dazu HIER (Bezahlschranke) oder HIER.

Dazu ein paar Gedanken von mir, nicht alle ernst gemeint:

  1. Mit den Bikern im Wald ist das so eine Sache. Viele benehmen sich sich rücksichtsvoll, bremsen hinter dem Wandermann ab und bitten verbal und höflich darum, vorbei zu dürfen. Oder sie bedanken sich im Vorbeifahren, wenn unsereiner schon vorher Platz gemacht hat.
  2. Es gibt aber auch die anderen. Und wenn man bei deren Vorbeirauschen vorher noch schnell hinter die Fichte springen konnte, dann ist man froh, mal wieder überlebt zu haben.
  3. Der Richter ist ganz ohne Zweifel ein ganz gründlicher. Jeder andere hätte über diese Nummer in 15 Minuten nach Aktenlage entschieden. Aber vielleicht wollte er ja einfach mal wieder an die frische Luft.
  4. Das Argument, Mountainbikes mit ihren dicken Reifen und dem oft heftigen Abbremsen schädigen den Boden, ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sind das Lappalien im Vergleich zu dem, was schweren Forstmaschinen im Wald so anrichten. Man sollte bei Sachsenforst also nicht so sehr nach dem Spahn im Auge des anderen suchen, solange man den Balken im eigenen nicht bemerkt hat.
  5. Unsere tschechischen Nachbarn lösen das Problem ganz pragmatisch: hier fahren Traktoren durch den Busch und bügeln die Biker einfach unangespitzt in den Boden. Aber die werden immerhin zuvor darauf hingewiesen. Oder hab ich da was falsch verstanden?

Update am 17.4.2021: Wie ich gerade erfahren habe, sind alle Beteiligten (außer dem Missetäter und seinem Anwalt) zum Vor-Ort-Termin per Auto gekommen. Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Wandertipps–oder auch nicht

Auf der Webseite der NPV findet man derzeit – geschuldet den mehr als misslichen Zuständen in Teilen des Nationalparks, ein paar Wandertipps. Auf der Unterseite “Wegeservice” (HIER) gibt es einen Link der zu einer Seite bei Outdooracitve führt.

HIER

Aber Obacht: empfehlen kann man nur zwei dieser Tipps: jene Wanderung zum Kohlbornstein und jene rund um Cunnersdorf. Dort sollte man Ruhe im Wald genießen können. Der Rest, nun ja….Schwedenlöcher, Lilienstein, Schrammsteingratweg, Carolafels oder der Brand sind ja schon zu normalen Zeiten überlaufen, ich mag gar nicht daran denken, wie es da jetzt aussieht.

 

Screenshot der Festungswebseite: alles dicht!

Den Vogel schießt die Digitalbeauftragte der Verwaltung aber mit dem Tipp einer Wanderung zur Festung Königstein ab. “Die einst als uneinnehmbar geltende Festung wollen wir zu Fuß erobern!” heißt es da. Wetten, dass die Eroberung in die Grütze geht? Die Festung ist nämlich derzeit wegen der grassierenden Pest geschlossen. Setzen, sechs!

April, April….und ein Ostergedicht

Na klar, ihr habt mich beim Mausen erwischt.Die Meldung aus dem letzten Post mit dem neuen Totalreservat im Großen Zschand war natürlich ein Aprilscherz. Allerdings einer mit ernstem Hintergrund: tatsächlich sind hier derzeit, Borki und Sturm sei´s geflucht, viele Wege unpassierbar. Und der Elan der Nationalparkverwaltung beim Freischneiden der Wege, der ist, vorsichtig gesagt, verhalten.

Deshalb hier noch österliches Gedicht, die Tiere des Waldes kommen auch drin vor:

Der Osterhase ist in Nöten,
denn viele Wege gingen flöten.

Schon ruft der Kuckuck wiederholt:
Den Reitsteig habe ich geholt!“

Die Lerche singt und jubiliert:
„Die Weberschlüchte sind kassiert!“

Gleich muss der Elefant trompeten:
„Die Raubsteinschlüchte nicht betreten!“

Höhnisch kommt der Fuchs geschlichen:
„Der Königsweg ist auch gestrichen!“

Und grimmig bellt der alte Hund:
„Vergesst ganz schnell den Brückengrund!“

Der Borkenkäfer brummelt heiser:

„Was wollt ihr denn, ihr kleinen Scheißer?
Kuhstall und Bastei, die bleiben euch doch.“

Der Rabe krächzt:
„Wie lange noch, wie lange noch..“