Ja, es grünt. Und wie. Fast schon hüfthoch. Aber irgendwie doch anders als ich es mir vorgestellt hatte. Denn eben jenes üppige Unkraut wuchert auf der Terrasse und rund um das Gasthaus auf dem Großen Winterberg. Seit zehn Jahren steht es leer und vergammelt, mittlerweile schon von außen gut zu erkennen. Auch der vor gar nicht so langer Zeit sanierte Aussichtsturm ist schon wieder wurmstichig und geschlossen.
IG-Stiegen auf dem Kirnitzschtalfest
An diesem Wochenende (25. – 26.7.) findet mal wieder das Kirnitzschtalfest statt. Die Wetterprognose ist eine gute solche. Und die IG Stiegen- und Wanderfreunde wird wie gehabt mit einem Stand vertreten sein. Auch wie immer: ihr findet ihn am Depot der Kirnitzschtalbahn.
Was gibt es da? So allerlei Krimskrams zum Mittnehmen (Aufkleber, Kulis, Bierdeckel, Flaschenöffner für den Schlüsselbund).
Reprints alter Karten.
Neue Karten von Rolf Böhm.
Neu: ein Faltblatt mit QR-Codes, die alle alten Wege auf einer Online-Karte zeigen.
Geistige Getränke – viel kleiner als auf der eilig hingeschluderten Fotomontage und natürlich schon gar nicht an diesem Ort.
Und natürlich den fast schon legendären Kalender „Verstecktes im Elbsandstein“. Selbigen aber in diesem Jahr nur in einer sehr kleinen Auflage. Wer zuerst kommt, malt zuerst.
Und natürlich und zuallererst: anregende Gespräche mit Pro und Kontra über den Nationalpark. Über seine Schönheiten und seine Tücken.
Ich werde da sein und freue mich schon auf euch.
Neue Verbote–von sinnvoll bis putzig
Wegen Hitze und Trockenheit gibt es jetzt bis auf Weiteres ein paar neue Verbote. Nachzulesen HIER. Das gilt für den ganzen Landkreis SOE, nicht nur für den Nationalpark. Kurz zusammengefasst:
- Waldwege dürfen nirgends mehr verlassen werden.
- Jedwedes Übernachten, auch am Forststeig, ist verboten.
- Diverse Dinge dürfen nicht mitgeführt werden – dazu gleich mehr.
Grundsätzlich macht das Sinn, vor allem in Nationalpark. Denn das überall herumliegende Totholz (Wir denken an einige Gutachten: “Das brennt nicht.”) ist jetzt noch furztrockener als zuvor. Da reicht ein blöder Funke. Und so kommt zwar zu den gerade ausgesprochenen Boofenverboten jetzt noch weiteres hinzu, aber wie gesagt: da wird es wohl Verständnis geben. Denn bei den derzeitigen Temperaturen einen Feuerwehrmann in voller Montur zum Löschen zu schicken, das grenzt an einen Mordversuch.
Also bitte dran halten.
Grinsen musste ich aber schon bei Punkt drei. OK, brennbare Flüssigkeiten darf ich nicht dabei haben. Schade, das muss ich auf den Benzinkanister, der sonst immer mitkommt, wohl verzichten. Aber auch Feuerzeuge und Streichhölzer sind ausdrücklich verboten. Hä? Wie meinen? Führt der Ranger jetzt eine Kontrolle der Hosentaschen durch?
Für jene, denen es an Humor mangelt, hier der Hinweis: es beginnt die Blödelei. Denn so eine Hosentaschenkontrolle muss dann natürlich amtlich protokolliert werden. Im Folgenden ein Szenarium, in Klammer denkbare Bußgelder:
Hosentasche, links:
- 1 Stück Taschentuch, unbenutzt (+/- 0)
- 1 Stück Taschentuch, benutzt, Konsistenz: grünlich-gelb (+/- 0)
- 1 Stück Schlüsselbund, Flaschenöffner mit Werbung IG-Stiegen (+50)
Hosentasche, rechts:
- ein Kondom, originalverpackt, haltbar bis 2005 (mitleidiger Blick)
- ein Feuerzeug (+50); Einwegfeuerzeug, nicht nachhaltig, ökologisch fragwürdig (+50); mit Logo einer “Pfiu-Deibel-Partei” (+150)
Der Ersteller dieser Vorschrift hat übrigens eine kreuzgefährliches Ding ganz vergessen: eine Lupe. Die kann man nämlich als Brennglas benutzen. Ich hab da so ein winziges Teil…
Und jetzt Blödelei beiseite: wie kommt man eigentlich auf die Schnapsidee, in eine ansonsten durchaus sinnvolle Verfügung so einen Stuss hineinzuschreiben? Es muss doch schon beim Aufschreiben auffallen, dass man Feuerzeugverbote weder kontrollieren noch durchsetzen kann. Aber wahrscheinlich ist es eben auch in den Amtsstuben gerade sehr heiß.
PS: Die Flaschenöffner für den Schlüsselbund gibt es zum Kirnitzschtalfest am Stand der IG-Stiegen. Feuerzeuge und Lupen gibt es da aber nicht.
Update am 1.7.2026: Es hat kräftig geregnet (im einheimischen Dialekt: “gedreeschd”), die Verfügung ist wieder aufgehoben. Keine Taschenkontrollen.
Störung oder nicht? Keine Ahnung!
Über die Anhörung im Sächsischen Landtag in Sachen Elbsandstein wurde an anderer Stelle schon ausführlich berichtet. Ich verweise hier gern auf die Zusammenfassung von Rolf Böhm HIER. Und HIER kann man sich das Ganze auch in voller Länge, ca. drei Stunden, anschauen. Mit etwas Gefummel auch runterladen, das macht dann runde 3,8 GB auf der Festplatte.
Nun, ich hatte gerade eine leicht masochistische Anwandlung, und kein Geld fürs Domina-Studio übrig. Also habe ich es mit zur Gänze angetan.
“Die sächsischen Wanderer”
Das ist als Titel und Überschrift an einen literarischen Klassiker angelehnt, den wohl jeder gleich erkennen wird. Na ja, jeder mit halbwegs rudimentärer Bildung. Viel Spaß beim Anschauen.
Links und Rechts der Dürrkamnitzschlucht
Oder: verloren im Mikado-Dickicht
Na, das war mal eine Runde. Zunächst viel zu sehen auf teilweise sehr einsamen Pfaden. Dann aber ein Abstecher, der sich zu einem hoffnungslosen Kampf gegen des Borkenkäfers wildes Treiben ausweitete. Aber dazu später. Zunächst war die Idee, das kleine böhmische Örtchen Elbleiten (Labská Stráň) in die Tour einzubinden. Dieweil mir zugetragen wurde, dass die dortige Dorfkneipe – ehedem von außen eher als Spelunke klassifiziert – mittlerweile fein aufgehübscht und zu empfehlen sei. Das sollte getestet werden. War auch nix, aber auch dazu später mehr.
Zunächst laufen wir einfach mal los.
Hoffnung für den Großen Winterberg
Update am 2. April 2026: Ganz klar, das war ein Aprilscherz, und ein strunzdämlicher dazu. Obendrein noch unter der Gürtellinie. Also ganz klar: es wird keine bodenständige böhmische Küche hier geben. Und erst recht keinen Puff. Zu früh gefreut.
Dafür wird die lokale Presse irgendwann in diesem Jahr mal wieder eine Routineanfrage stellen. In der Antwort werden folgende Versatzstücke vorkommen (Übersetzung kursiv).„intensive Prüfung“ – wir suchen nach Verhinderungsgründen
„engmaschige Abstimmung zwischen…“ – wir schieben uns die Verantwortung gegenseitg zu
„angespannte Haushaltslage“ – wir verballern das Geld lieber anderswo
„insgesamt schwierige Situation“ – Putin oder Trump ist schuld
Die wunderschöne Bergbaude darf derweil weiter vor sich hin bröckeln.
Immerhin: auch in dieser Saison wird es, auf dem Platz neben der Baude, wieder einen sehr empfehlenswerten Imbis geben. Ab Karfreitag ist über die gesamten Ostertage geöffnet, danach Mittwoch – Sonntag je nach Wetterlage.
Viel wurde darüber geschrieben, und viel wurde kritisiert: die Baude auf dem Großen Winterberg steht seit Jahren leer. Schuld ist eine Kläranlage, die zwar gut funktionierte, aber nicht mehr den Normen der allgegenwärtigen EU entsprach. Der Pächter konnte eine neue Anlage finanziell nicht stemmen, und der Besitzer, der Freistaat, wollte nicht. Aus. So ist das halt im geeinten Europa. Aber was heißt geeint? Es heißt in diesem Fall, dass die EU-Norm für Kläranlagen uneingeschränkt auch für die Bergbaude gilt. Andererseits: Die EU-Schengen-Norm für den freien Grenzübertritt überall und jederzeit gilt nicht mehr, sobald da „Nationalpark“ drauf steht. Aber ich schweife ab. Denn es gibt Neues zu vermelden. Sehr Ungewöhnliches. Lesen Sie weiter:
Heinzelmännchen
Soeben hat mich mal wieder eine Info von den Heinzelmännchen erreicht. Selbige putzigen Gesellen haben sich mal wieder aufgemacht, einen von Käferbäumen zugefallenen Weg frei zu räumen. Die Nationalparkverwaltung schafft das nicht, dieweil sie sich (das liegt in der Natur der Sache) zunächst mal auf die Hauptwanderwege konzentriert. Obendrein kommt, aus Sicht der NPV, da noch ein ganz willkommener Faktor hinzu: wenig geliebte kleine Pfade verschwinden so nach und nach ganz. Weshalb der olle Borkenkäfer wohl irgendwann zum “Mitarbeiter des Monats” gekürt wird. Da hilft dann nur noch private Initiative. Was Rolf Böhm auch schon beschrieben hat. HIER. Um welchen Weg es sich diesmal handelt, wie es um die rechtliche Einordnung der Sägerei steht und was ich empfehle, dies, geneigte Leser, erfahren Sie sogleich.