Es grünt so grün, Teil eins: Großer Winterberg

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Ja, es grünt. Und wie. Fast schon hüfthoch. Aber irgendwie doch anders als ich es mir vorgestellt hatte. Denn eben jenes üppige Unkraut wuchert auf der Terrasse und rund um das Gasthaus auf dem Großen Winterberg. Seit zehn Jahren steht es leer und vergammelt, mittlerweile schon von außen gut zu erkennen. Auch der vor gar nicht so langer Zeit sanierte Aussichtsturm ist schon wieder wurmstichig und geschlossen.

Die “Sächsische Zeitung” widmete diesem Zustand mal wieder einen Text. HIER. Der Text ist hinter einer Bezahlschranke. Und ehrlich: es lohnt sich leider nicht, hinter die Schranke zu schauen. Denn die Quintessenz lautet: alles wie gehabt. Wir prüfen. Wir schauen. Wir haben sogar eine Studie erstellt. (Was immer gut klingt.) Aber wir verraten nicht, was in der Studie steht. (Was auch wie üblich ist.) Wir stimmen uns intern ab.

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Zur nochmaligen Erinnerung: das Gasthaus wurde geschlossen, weil die Kläranlage nicht mehr einer EU-Norm entsprach. Es hat ausdrücklich weder gestunken, noch litt die Natur unter dem Abwasser. Eigentümer ist der Freistaat Sachsen, der hatte keine Lust auf eine neue Kläranlage. Und der Pächter hatte dafür kein Geld.

Nach zehn Jahren gepflegtem Verrotten dürfte der Aufwand für eine Neueröffnung inzwischen beträchtlich sein. Weshalb hier ein paar Gedanken folgen, die meine Oma mit folgender Überschrift versehen hätte: “Hätte der Hund nicht geschissen, dann hätte er den Hasen erwischt.”

Hätte man also im zuständigen behördlichen Dienstzimmer (vulgo: Büro) nicht einfach Fünfe gerade sein lassen können? Und das Gasthaus auch mit alter Kläranlage weiter öffnen? Was wäre denn der “Worst-Case” gewesen? Die Entscheidung hätte sich sicher nicht über die betroffene Amtsstube hinaus herumgesprochen. Eher unwahrscheinlich, das Brüssel bewaffnete Truppen geschickt hätte.

Vielleicht hätte irgendein der immer klagenden Umweltverbände versucht, ein Fass aufzumachen. Der eine oder andere Regenwurm könnte gefährdet sein. Und Regenwürmer sind Zwitter, also besonders schützenswert und mit Paraden durch Innenstädte zu ehren.

Darüber hinaus wäre gar nichts passiert. Kein Pflänzlein wären eingegangen und auch kein Vögelchen tot vom Ast gefallen. Selbst der bewusste Regenwurm hätte wohl nicht wirklich gelitten und dürfte weiter frei wählen, ob er Männlein oder Weiblein sein will. Und keine Sau hätte danach gefragt, ob die Anlage nun EU-konform ist oder nicht.

Für so eine pragmatische Entscheidung hätte es aber das bedurft, was ich schon in früheren Texten “Eier” genannt habe. Selbige Klöten, beim Homo-Stempelkarussalentis eh mickrig ausgeprägt, scheinen aber schon damals in amtlichen Kreisen zwischen tausenden Seiten von Verordnung platt gedrückt und somit ihrer Funktion verlustig gegangen zu sein.

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Immerhin: den Imbiss neben dem Schandfleck gibt es noch. Der ist wirklich empfehlenswert, Regionales zu bodenständigen Preisen. Und sichtbar beliebt.

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