Archiv der Kategorie: Naturschutz

Sturmschäden am Fritzschenstein

Rund um den Fritzschenstein hat ein Sturm gewütet und zahlreiche Bäume entwurzelt. Was zunächst wie ein unabwendbares Naturereignis erscheint, hätte aber nicht sein müssen. Denn die meisten Bäume sind gekippt, weil sie einfach ganz allein standen – nicht mehr geschützt vom umgebenden Wald. Selbiger wurde nämlich vor einigen Jahren bereits im Zuge des mehr als umstrittenen “Waldumbaus” derart gelichtet, dass nun der Sturm ungebremst da hineinfahren konnte.

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Besonders pikant: erst vor wenigen Wochen wurden in diesem Bereich junge Weißtannen gepflanzt. Die haben nun, ungeschützt von umgebender Vegetation, keine Chance mehr, älter zu werden. Entweder werden sie vom Wild verbissen, oder aber bei der Aufarbeitung des Sturmholzes von Forstmaschinen zerstört.

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Und schließlich: auch die Wege werden so doppelt beansprucht. Denn beim jetzt notwendigen Einsatz von Forstmaschinen werden sie wieder kaputt gefahren, was eine neuerliche Instandsetzung erforderlich macht.

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Mein Fazit: die derzeitige Politik des Staatsbetriebes Sachsenforst, aus dem Nationalpark unter dem Label “Waldumbau” alles herauszuholen, was die momentan hohen Holzpreise hergeben, schlägt zurück. Die Sturmschäden hätten nicht sein müssen, hätte man den Wald nicht so stark “durchforstet”. Und dann hätten wohl auch die frisch gepflanzten Weißtannen eine Chance gehabt. Von den Wanderwegen ganz zu schweigen.

Aufwändige Felssicherung in Herrnskretzschen

Im böhmischen Herrnskretzschen (Hřensko) wird derzeit mit immensem Aufwand der Fels über die gesamte Länge des Ortes gesichert. Dazu hat man ein fast drei Kilometer langes Arbeitsgerüst aufgebaut, von dem aus ein Fangzaun angebracht werden soll.  Die Arbeitsbühnen beginnen tatsächlich bereits oberhalb des Hotel “Labe”, also am alten Aussichtspunkt des Herrenhaussteiges, und enden erst über dem großen Parkplatz am Ortsausgang Richtung Rainwiese (Mezní Louka). Sie ziehen sich also über die gesamte Ortslänge hin. Schön sieht das zunächst mal nicht aus, eher gigantisch. Aber vielleicht wird der Zaun ja nach seiner Fertigstellung weniger aufdringlich zu sehen sein. Inwieweit er traditionelle Wanderwege wie die Johannespromenade oder den Heusteig behindert oder gar blockiert, ist derzeit nicht abzusehen.

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Nochmal: Schutzhütten

Der Abriss der Schutzhütte an der Kreuzung Großer Zschand / Zeughausstraße hat wohl einigen Ärger ausgelöst. So zumindest scheint es, dieweil die Nationalparkverwaltung prompt mit einer Pressemitteilung reagierte. In der sie, ganz zu Recht, darauf verweist, dass auch vier andere Schutzhütten saniert worden. Mehr dazu und im Wortlaut hier. Und das kann ich natürlich nur begrüßen. Aber jetzt komme ich doch mal ins Grübeln: zum Thema Schutzhütte im Zschand heißt es da: “Eine sanierungsbedürftige Schutzhütte in der Kernzone im Großen Zschand wurde ohne Ersatz zurückgebaut….”. Liebe Nationalparkverwaltung, diese Schutzhütte stand nicht in der Kernzone. Selbige beginnt, und das wird mit recht vielen Schildern am Wegesrand auch angezeigt, südlich der Zeughausstraße. Die Schutzhütte stand also rund 50 Meter außerhalb der Kernzone. Aber mit eurer Kernzone nehmt ihr es eh, wie es passt. Gilt für Harverstereinsätze genauso wie für Schutzhütten.

Potztausend

Ein befreundeter Wandersmann hat mir zwei Bilder zukommen lassen, die ich hier gern veröffentliche. Zumal mir zweimal beim Betrachten so allerlei Ausrufe entfuhren. Damit also zu:

Potztausend, die Erste: wieder eine Schutzhütte verschwunden

Und zwar die an der Kreuzung Großer Zschand – Zeughausstraße. Sie war ja wahrlich ein wenig marode, aber es gab Angebote, diese ehrenamtlich zu sanieren. Selbige wurden abgelehnt, weil eine “Waldmöblierung” nicht ins Konzept des Nationalparks passe. Anstatt also zu überlegen, wie man die Hütter erhalten könne, sind jetzt – mal wieder – Fakten geschaffen worden. Was alles schon an Hütten (unzählige), an Brücken (Ziegengrund, Niedermühle) oder an Steiganlagen (Annenlochstiege, Hühnerkropftreppe) abgerissen wurde, ohne auch nur jemanden zu fragen, spottet jeder Beschreibung. Dieses selbstherrliche Benehmen, welches jedweder demokratischen Kultur widerspricht, schlägt aber schon jetzt auf die Verursacher zurück. Denn bei solcherlei Tun braucht sich keine Verwaltung zu wundern, wenn auch immer mehr Wanderer auf deren Regeln einfach pfeifen.

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Umrisse noch zu erkennen: da stand mal eine Schutzhütte

Potztausend, die Zweite: Grenzweg wird von tschechischer Seite offiziell geöffnet

Nein, das ist kein verfrühter Aprilscherz. An der Kreuzung, an der sich Grenzweg, Fremdenweg und Weberschlüchte treffen, hat die tschechische Nationalparkverwaltung ein Schild samt rot-weißem Absperrband angebracht. Auf diesem wird zweisprachig verkündet, dass dieses Gebiet wegen Brutschutzes zwischen dem 1. März und dem 30. Juni gesperrt ist. Was aber im Umkehrschluss nicht anderes heißt als: außerhalb dieser Zeit ist das Gebiet nicht gesperrt! Denn wenn es, wie uns die deutsche Verwaltung immer erklärt, ganzjährig gesperrt wäre, bräuchte es dieses Schildes nicht. Und schon gar nicht der zeitlichen Einschränkung. Ganz einfach. Ab dem 1. Juli kann man hier, zumindest aus Sicht der Tschechen, ganz offiziell lang gehen.

Wobei dieses Dokument auch noch die von deutscher Seite gebetsmühlenartig vorgebrachte Behauptung, eine Öffnung des Grenzweges würde am Widerstand der Tschechen scheitern, ad absurdum führt. Ich hatte schon lange den Verdacht, dass hier ganz andere fleißig mauern.

Wie auch immer: die Vögel bitte in Ruhe brüten lassen, und ab dem 1. Juli geschwind die Wanderschuhe geschnürt!

DSCN1120  Klare Aussage.

Haldenweg gesperrt

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Dieses Schild auf dem Foto steht schon seit Jahren am Haldenweg zwischen Wehlen und Rathen. Und keine Sau interessiert sich dafür. Weil es nämlich einst nach einem Felssturz aufgestellt wurde, für den sich niemand so richtig verantwortlich fühlte. Und da ja, man weiß nie, auch mal wieder so ein Fels runterkommen könnte, hat man eben flugs ein Schild aufgestellt. Damit ist man als Behörde herrlich aus dem Schneider – man muss gar nichts machen, ist aber auch für nichts mehr verantwortlich.

Aber: aktuell ist der Haldenweg auf Wehlener Gebiet jetzt richtig gesperrt. Weil nämlich tatsächlich ein Felsen runtergekommen ist. Nicht dort, wo das alte Sperrschild stand, sondern deutlich näher an Wehlen ran. Und, es geschehen Zeichen und Wunder, diesmal bekennt sich eine Behörde zu ihrer Verantwortung: die Nationalparkverwaltung lässt den Fels von einer Spezialfirma beräumen und sichern. Prima, da hat sich wohl doch – zumindest an dieser Stelle – die Erkenntnis durchgesetzt, dass “Natur Natur sein lassen” in einem besiedelten Gebiet nur bedingt funktioniert.

Wobei es da eigentlich Grundsatzdiskussionen geben müsste. Der betroffene Felshang liegt nämlich in der berüchtigten Kernzone des Nationalparks.  (Oder zumindest ganz nah dran, auf den Meter genau sind mir deren Grenzen nicht geläufig.) Und in eben jener Zone darf eigentlich kein Eingriff in die Natur erfolgen. Wenn er jetzt doch erfolgt, und das ist ja gut so, dann ist das eigentlich eine Kapitulation der “Wildnis-Fundamentalisten” vor den schnöden Realitäten.

Vielleicht ein erster Schritt zu der Erkenntnis, dass die ganze Kernzone samt ihrer nicht echten, aber von einigen Öko-Träumern konstruierten Wildnis, eine einzige Kopfgeburt ist. Bis sich diese Erkenntnis aber durchsetzt, wird noch eine Menge Wasser die Kirnitzsch runterfließen. Und jede Menge Schaden angerichtet werden.

Ach so: die derzeitige Sperrung des Haldenweges hat durchaus mal einen Sinn. Also bitte daran halten!

Neue Streiche der Nationalparkverwaltung

Ach herrjeh, da hatte ich im vorigen Post doch tatsächlich einmal ein paar lobende Worte zur Nationalparkverwaltung gefunden. Hätte ich sie mir mal gespart, denn die Burschen haben schon wieder zugeschlagen. Konkret: eine alte Steiganlage abgesägt und zwecks Optimierung ihrer Einnahmen schon mal auf die eigenen Regeln gepfiffen. Also mal im Einzelnen:

Neue Streiche der Nationalparkverwaltung weiterlesen

Geht doch!

Derzeit finden mal wieder die leidigen “Waldpflegemaßnahmen” statt. Mit ein paar Unterschieden: zum einen wird auf der Homepage des Nationalparks erstmals umfassend über Umfang und Ort der Arbeiten informiert. Das ist wirklich neu und ein Riesenfortschritt gegenüber vergangenen Jahren.

Zum anderen scheint die Verwaltung aber endlich – partiell –  jene Sensibilität entwickelt zu haben, die eines Nationalparks bei solchen Arbeiten würdig ist. Zumindest im Bereich der Wildwiese unterhalb der Affensteine konnte ich mich davon überzeugen. Zum einen: der befestigte Wenzelsweg als Lagerplatz und Hauptarbeitsweg nimmt durch die schwere Forsttechnik überhaupt keinen Schaden. Dazu ist er eben viel zu gut befestigt. Auf solchen Wegen sollen von mir aus Harvester fahren, dort sind sie gut aufgehoben.

2014-11-15 12.00.032014-11-15 12.00.12 Null Schäden

Aber auch bei den “Rückegassen” in den Wald hinein hat sich einiges verändert. Was ich sehen konnte, waren sorgfältig mit Reißig ausgepolsterte Wege, auf denen sich die schweren Maschinen bewegen konnten, ohne große Furchen in den empfindlichen Waldboden zu ziehen. Was jetzt noch an sichtbaren Schäden bleibt, sollte die Natur innerhalb von zwei bis drei Jahren von selbst gerichtet haben.

2014-11-15 12.01.16 So kann es gehen

Es geht also, man muss nur wollen. Was nichts daran ändert, dass ich zu diesen Arbeiten als solchen weiterhin kritisch stehe. Und wer Stellen kennt, an denen weniger sensibel vorgegangen wird und wo die bisher gewohnten “Mondlandschaften” auch in diesem Jahr wieder hinterlassen werden, der soll mir das gern mitteilen.