Spontane Idee, kleine nette Runde

Da stand ich also heute in Königstein und hatte gute eineinhalb Stunden Zeit. Ins Wirtshaus setzen wäre Quatsch gewesen, und die ganze Zeit die Elbe anstarren, hatte ich auch keine Lust. Also der spontane Entschluss: ich laufe einmal rund um die Festung. In Turnschuhen, und einen Fotoapparat hatte ich auch nicht dabei, deshalb keine Bilder hier.

Aber der Weg hat sich gelohnt. Gleich hinter der Kirche beginnt der Latzweg, steil auf alten Steinplatten nach oben. Mist, wirklich steil, eigentlich sollte es doch nur ein netter Spaziergang werden. Die steilen Steinplatten gehen irgendwann in viele Treppenstufen über, auch keine Freude. Dafür aber schöne Ausblicke auf Elbe und Königstein. Es geht vorbei an der Palmschänke – leider keine Schänke mehr, sondern eine Pension – und endlich nur noch leicht aufwärts bis zur Festung.

An der gehe ich aber zielgerichtet vorbei und zum Parkhaus unter der Festung, um dort eine preiswerte Bockwurst zu verklappen. Zurück auf Höhe der Festungskassen dann gleich links, ein winziges Stück auf dem Patrouillenweg entlang und dann über die Alte Festungsstraße zurück ins Tal. Auch hier wieder: uralte Wegebefestigung mit Steinplatten, dazu ein fettes aber rostiges und stellenweise kaputtes Eisengeländer.

Fazit: ein gutes Stündchen unterwegs, runde sechs Kilometer, Spaß gehabt. Und obendrein ganz allein, den fußläufigen Weg zur Festung benutzt heutzutage wohl kein Tourist mehr.

Sturmschäden am Fritzschenstein

Rund um den Fritzschenstein hat ein Sturm gewütet und zahlreiche Bäume entwurzelt. Was zunächst wie ein unabwendbares Naturereignis erscheint, hätte aber nicht sein müssen. Denn die meisten Bäume sind gekippt, weil sie einfach ganz allein standen – nicht mehr geschützt vom umgebenden Wald. Selbiger wurde nämlich vor einigen Jahren bereits im Zuge des mehr als umstrittenen “Waldumbaus” derart gelichtet, dass nun der Sturm ungebremst da hineinfahren konnte.

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Besonders pikant: erst vor wenigen Wochen wurden in diesem Bereich junge Weißtannen gepflanzt. Die haben nun, ungeschützt von umgebender Vegetation, keine Chance mehr, älter zu werden. Entweder werden sie vom Wild verbissen, oder aber bei der Aufarbeitung des Sturmholzes von Forstmaschinen zerstört.

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Und schließlich: auch die Wege werden so doppelt beansprucht. Denn beim jetzt notwendigen Einsatz von Forstmaschinen werden sie wieder kaputt gefahren, was eine neuerliche Instandsetzung erforderlich macht.

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Mein Fazit: die derzeitige Politik des Staatsbetriebes Sachsenforst, aus dem Nationalpark unter dem Label “Waldumbau” alles herauszuholen, was die momentan hohen Holzpreise hergeben, schlägt zurück. Die Sturmschäden hätten nicht sein müssen, hätte man den Wald nicht so stark “durchforstet”. Und dann hätten wohl auch die frisch gepflanzten Weißtannen eine Chance gehabt. Von den Wanderwegen ganz zu schweigen.

Aufwändige Felssicherung in Herrnskretzschen

Im böhmischen Herrnskretzschen (Hřensko) wird derzeit mit immensem Aufwand der Fels über die gesamte Länge des Ortes gesichert. Dazu hat man ein fast drei Kilometer langes Arbeitsgerüst aufgebaut, von dem aus ein Fangzaun angebracht werden soll.  Die Arbeitsbühnen beginnen tatsächlich bereits oberhalb des Hotel “Labe”, also am alten Aussichtspunkt des Herrenhaussteiges, und enden erst über dem großen Parkplatz am Ortsausgang Richtung Rainwiese (Mezní Louka). Sie ziehen sich also über die gesamte Ortslänge hin. Schön sieht das zunächst mal nicht aus, eher gigantisch. Aber vielleicht wird der Zaun ja nach seiner Fertigstellung weniger aufdringlich zu sehen sein. Inwieweit er traditionelle Wanderwege wie die Johannespromenade oder den Heusteig behindert oder gar blockiert, ist derzeit nicht abzusehen.

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Nochmal: Schutzhütten

Der Abriss der Schutzhütte an der Kreuzung Großer Zschand / Zeughausstraße hat wohl einigen Ärger ausgelöst. So zumindest scheint es, dieweil die Nationalparkverwaltung prompt mit einer Pressemitteilung reagierte. In der sie, ganz zu Recht, darauf verweist, dass auch vier andere Schutzhütten saniert worden. Mehr dazu und im Wortlaut hier. Und das kann ich natürlich nur begrüßen. Aber jetzt komme ich doch mal ins Grübeln: zum Thema Schutzhütte im Zschand heißt es da: “Eine sanierungsbedürftige Schutzhütte in der Kernzone im Großen Zschand wurde ohne Ersatz zurückgebaut….”. Liebe Nationalparkverwaltung, diese Schutzhütte stand nicht in der Kernzone. Selbige beginnt, und das wird mit recht vielen Schildern am Wegesrand auch angezeigt, südlich der Zeughausstraße. Die Schutzhütte stand also rund 50 Meter außerhalb der Kernzone. Aber mit eurer Kernzone nehmt ihr es eh, wie es passt. Gilt für Harverstereinsätze genauso wie für Schutzhütten.

Osterwandern zwei: Lilienstein

Das ist nun wirklich keine Tour, das ist eher ein Ausflug. Und auch, wenn auf dem Lilienstein immer viel los ist – hin und wieder kann man sich das schon gönnen, denn sowohl die Auf- und Abstiege als auch die Aussicht von da oben können sich sehen lassen. Und zwei kleine Schlenker, die nicht jeder Tourist macht, bauen wir auch noch ein. Diese Runde ist übrigens auch schon mit kleinen Kindern sehr gut zu schaffen – man muss dann beim Aufstieg eben immer mal wieder anhalten und Energie nachtanken.

DSCN1193 Aussicht vom Lilienstein

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Osterwandern eins: Rauenstein und Bärensteine

Ostern hatten wir ja das, was man ein wirkliches Aprilwetter nennen konnte. Und so hatten wir uns entschlossen, statt langer Tagestouren lieber kurze Wanderungen zu unternehmen. Nur, um im Falle eines Falles nicht kilometerweit in der Pampa zu stehen. Ich will diese Touren hier vor allem deshalb beschreiben, weil sie hervorragend kindergeeignet sind. Also los, auf zum Nachwandern, wir beginnen mit:

Rauenstein und Bärensteine

Start ist in Weißig, dort gibt es einen großen Parkplatz. Vom Parkplatz aus sehen wir unser erstes Ziel, den Rauenstein, schon und gehen zunächst auf einem schnurgeraden Feldweg auf den Brocken zu.

DSCN1203 Ziel schon vor Augen

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Potztausend

Ein befreundeter Wandersmann hat mir zwei Bilder zukommen lassen, die ich hier gern veröffentliche. Zumal mir zweimal beim Betrachten so allerlei Ausrufe entfuhren. Damit also zu:

Potztausend, die Erste: wieder eine Schutzhütte verschwunden

Und zwar die an der Kreuzung Großer Zschand – Zeughausstraße. Sie war ja wahrlich ein wenig marode, aber es gab Angebote, diese ehrenamtlich zu sanieren. Selbige wurden abgelehnt, weil eine “Waldmöblierung” nicht ins Konzept des Nationalparks passe. Anstatt also zu überlegen, wie man die Hütter erhalten könne, sind jetzt – mal wieder – Fakten geschaffen worden. Was alles schon an Hütten (unzählige), an Brücken (Ziegengrund, Niedermühle) oder an Steiganlagen (Annenlochstiege, Hühnerkropftreppe) abgerissen wurde, ohne auch nur jemanden zu fragen, spottet jeder Beschreibung. Dieses selbstherrliche Benehmen, welches jedweder demokratischen Kultur widerspricht, schlägt aber schon jetzt auf die Verursacher zurück. Denn bei solcherlei Tun braucht sich keine Verwaltung zu wundern, wenn auch immer mehr Wanderer auf deren Regeln einfach pfeifen.

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Umrisse noch zu erkennen: da stand mal eine Schutzhütte

Potztausend, die Zweite: Grenzweg wird von tschechischer Seite offiziell geöffnet

Nein, das ist kein verfrühter Aprilscherz. An der Kreuzung, an der sich Grenzweg, Fremdenweg und Weberschlüchte treffen, hat die tschechische Nationalparkverwaltung ein Schild samt rot-weißem Absperrband angebracht. Auf diesem wird zweisprachig verkündet, dass dieses Gebiet wegen Brutschutzes zwischen dem 1. März und dem 30. Juni gesperrt ist. Was aber im Umkehrschluss nicht anderes heißt als: außerhalb dieser Zeit ist das Gebiet nicht gesperrt! Denn wenn es, wie uns die deutsche Verwaltung immer erklärt, ganzjährig gesperrt wäre, bräuchte es dieses Schildes nicht. Und schon gar nicht der zeitlichen Einschränkung. Ganz einfach. Ab dem 1. Juli kann man hier, zumindest aus Sicht der Tschechen, ganz offiziell lang gehen.

Wobei dieses Dokument auch noch die von deutscher Seite gebetsmühlenartig vorgebrachte Behauptung, eine Öffnung des Grenzweges würde am Widerstand der Tschechen scheitern, ad absurdum führt. Ich hatte schon lange den Verdacht, dass hier ganz andere fleißig mauern.

Wie auch immer: die Vögel bitte in Ruhe brüten lassen, und ab dem 1. Juli geschwind die Wanderschuhe geschnürt!

DSCN1120  Klare Aussage.