Hoher Schneeberg, oder: die Knoblauchtour

Diese Tour ist entstanden, weil mir ein “Gesichtsbuch-Freund” gesteckte hatte, dass die Knoblauchsuppe in der Kammwegbaude (Hřebenová bouda) im Dörfchen Schneeberg (Sněžník ) die beste und alles vernichtendste im ganzen Elbsandstein sein solle. Also geschwind eine nette Runde gebastelt und dabei natürlich auch den Hohen Schneeberg (Decínský Snezník) mit einbezogen.

DSCN1412 Aussicht vom Hohen Schneeberg

Wir starten in Ottomühle, dort gibt es einen großen Parkplatz, der aber immer ziemlich schnell voll ist. Grund: hier gibt es auch jede Menge sehr beliebter Kletterfelsen, die natürlich das bergsteigende Volk anziehen.  Zunächst geht es ein paar Meter ins Dorf hinein, vorbei an Kiosk und Gasthaus.

DSCN1371 Start in Ottomühle

Sodann eifrig nach rechts gespäht, der Weg geht hier zwischen zwei Grundstücken durch nach oben. Früher gab es hier keine Wegweiser, da konnte man schnell mal vorbei laufen. Neuerdings sind welche dran, da wird es leichter.

DSCN1372 Hier hoch

Zunächst folgen wir der Ausschilderung zur Bennohöhle. Selbige erreicht man über ein paar alte Stufen und kann sie ganz bequem erkunden. Selbst auf ein “Geleucht” kann man verzichten, es ist hell genug hier drinnen.

DSCN1374DSCN1376 Bennohöhle

Danach geht es zurück auf den Hauptwanderweg, jetzt Richtung Grenzplatte. Der Weg hat auch einen Namen: Wormsbergweg.

DSCN1378 Dem Roten Strich nach

Nun ja, das ist jetzt mal kein großer Kracher: ein schnurgerader Waldweg, der nicht wirklich spannend ist. Aussichten gibt es auch keine, nur Bäume zur Linken wie zur Rechten. Da müssen wir jetzt durch. Für runde zwei Kilometer.

DSCN1379 Ein Waldweg, nicht mehr

Schließlich biegt die Wegemarkierung erst nach links ab, und dann im scharfen Bogen wieder nach rechts. Wir stehen am Aussichtspunkt Grenzplatte. Unter uns das böhmische Dorf Eiland (Ostrov).

DSCN1382 Blick von der Grenzplatte

Dahin wollen wir jetzt, und folgen an der nächsten Kreuzung dem Gelben Strich, an so einigen schönen Felsmurmeln vorbei ins Tal.

DSCN1385 Hier geht’s vorbei

Die Grenze ist jetzt nahe, und an diesem putzigen Grenzstein sollten wir aufpassen:

DSCN1386 Augen auf!

Denn genau hier beginnt ein unmarkierter, schmaler Pfad, der uns zügig weiter ins Tal führt. Der markierte Wanderweg schlägt hier einen langen Bogen, den man nur als Umweg bezeichnen kann.

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Nach einer kleinen Brücke endet der Pfad direkt am Ortseingang von Eiland. Perfekt, wir durchqueren den Ort auf der Dorfstraße einmal komplett. Hinter dem Ortsausgangsschild zeigt dann die Wandermarkierung wieder nach links in den Wald, wir folgen wieder einem Roten Strich. Es geht auf uraltem Pflaster einigermaßen zackig aufwärts. Links und rechts herrliche Felsen, die auch gern erklettert werden.

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Oben angekommen, geht es jetzt sehr bequem durch lichten Wald weiter, bis wir, ein Stück übers Feld und wenige Meter auf einer Straße, den Ort Schneeberg schon vor uns sehen. Und natürlich auch den Hohen Schneeberg als unser Ziel. Obendrein einen großen Parkplatz, der von weniger wanderfreudigen Besuchern genutzt wird.

DSCN1395 Der Hohe Schneeberg

Ja, und gleich das erste Haus ist dann die Kammwegbaude. Also schauen wir einmal. Ein Schild am Eingang lässt Gutes hoffen:

DSCN1396DSCN1417 Nichts wie rein

Was soll ich sagen? Die Knoblauchsuppe war ein Gedicht. Zugegeben, ich hatte schon knobligere. Aber diese hier besticht vor allem durch ihre Reichhaltigkeit. Geröstetes Brot, Schinken und Käse werden in Unmengen gereicht und können beliebig in die dampfende Brühe getan werden. Das war kein Süppchen, sondern ein ausgewachsenes Hauptgericht.

DSCN1397 Mahlzeit

OK, wohl gestärkt und etwas duftend geht es auf den weiteren Weg. Zunächst ein paar Meter auf der Straße, die den Berg hinauf führt. Auch hier auf den Roten Strich als Zeichen achten, denn dieser verlässt alsbald die Stra0ße und führt jetzt auf einem merklich spannenderen Weg bergauf. Es geht etwas holperig über allerlei Steine und Wurzeln vorwärts.

DSCN1399DSCN1400 Hoch geht es

Oben dann ein bequemer Weg, der an allerlei wirklich schönen Aussichten vorbei führt.

DSCN1402 Nur eine der vielen Aussichten

Schließlich erreichen wir den Aussichtturm. Der kostet einen kleinen Eintritt, welcher sich bei guter Sicht aber unbedingt lohnt.

DSCN1405 Gute Aussichten

Am Fuß des Turmes gibt es einen kleinen Kiosk, dessen Angebot aus einer merkwürdigen Bockwurst, Süßigkeiten und rund 20 verschiedenen Biersorten besteht. Und dahinter steht auch ein richtiges Gasthaus, welches allerdings für tschechische Verhältnisse recht teuer ist. Weshalb wir einfach mal weiter laufen, immer noch dem Roten Strich nach. Der führt uns jetzt einmal quer über das Plateau des Berges.

DSCN1410 Auf dem Gipfel

Aber jetzt aufpassen: an einer Kreuzung zweigt der markierte Weg rechts ab, wir aber gehen links, auf einem breiten aber unmarkierten Waldweg. Selbiger führt uns zurück zu der Straße, die auf den Gipfel führt. Und der wir jetzt runter folgen. Dabei streifen wir die Dresdner Aussicht, von der man bei klarem Wetter tatsächlich bis Dresden schauen kann.

DSCN1416 Dresdner Aussicht

Wieder unten angekommen, geht es auf der Dorfstraße nach rechts, einmal quer durch den Ort. Markiert ist das jetzt mit einem Blauen Strich. Hinter dem Ortsausgang müssen wir noch ein wenig auf der Straße laufen – es herrscht kaum Verkehr – ehe der Weg eher unauffällig an einem Strommast wieder in den Wald biegt. Aber eine originelle Markierung gibt es hier.

DSCN1418 Nicht zu verfehlen

Jetzt immer stur geradeaus, und wir kommen zum Grenzübergang Eulentor. Dort scharf links, und an der nächsten Kreuzung dem Wegweiser ins Tal der Dürren Biela folgen. Es kommt nochmal ein herrliches Tal, mit rauschendem Bächlein und vielen bizarren Felsen am Wegesrand.

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Schließlich landen wir auf einer breiten Waldstraße, die uns nach rechts direkt zurück nach Ottomühle führt.

Fazit: rund 24 Kilometer, entspannt zu gehen. Wunderbare Aussichten, interessante Wege und eine epochemachende Knoblauchsuppe.

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