Die Goldene Kugel

Aha, jetzt hat er nichts zu tun und erzählt uns hier das Märchen vom Froschkönig. Nein, liebe Freunde der Brüder Grimm, diese goldene Kugel findet man im Wald. Außerdem einen verschütteten Klettergipfel, zahlreiche mehr oder weniger gute Aussichten, Labyrinthartiges, eine abgespaltene Wand, Sanduhren satt und einen Franzosen auf dem Sprung. Ortskenner haben es schon bemerkt: wir befinden uns heute in der Gegend um Leupoldishain und die Nikolsdorfer Wände. Eine Ecke, in der auch an Großkampftagen im Nationalpark relative Ruhe herrscht. Von einer Ausnahme mal abgesehen, aber dazu später. Jetzt laufen wir erst mal los.

Wir parken am besten am Ortsausgang von Leupoldishain, am Tennisplatz. Hier gibt es reichliche und zudem kostenlose Parkplätze. Den Parkplatz verlassen wir nach hinten, Richtung Wald, auf einem gut erkennbaren Weg.

  Da lang.

Dem folgen wir, parallel zum Dorfbach. Aber nur wenige Meter, dann zeigt eine Kletterpfadmarkierung nach links, den Berg hoch. Hinterher.

  Dem schwarzen Dreieck folgen.

Selbige Markierung führt uns zum Kletterfelsen Teichwächter und gleichzeitig ins Felsgewirr des Kleinen Labyrinths. Hier kann man in engen Gängen zwischen den Felsen durchlaufen, was richtig Spaß macht. Markierte Wege gibt es keine, jeder sucht sich seine Pfade so gut er eben kann.

  Kleines Labyrinth

Nachdem wir uns satt gesehen haben, müssen wir uns kurz orientieren. Wir suchen uns einen Pfad, der grob nach Westen absteigt, um auf einem breiten Weg namens Schäfersteig zu landen. Dem folgen wir nach links. Eine Wegweiser finden wir auch, genau wie die Markierung Gelber Punkt. Sie ist im weiteren Verlauf aber mehr als lückenhaft, deshalb besser eine Karte mitnehmen.

  Einer der wenigen Wegweiser

Dem Schäfersteig folgen wir, bis wir zur Linken einen kleinen Teich mit Sitzgruppe und Erklärbär-Tafel sehen. Erst mal studieren und Kunst im Wald bewundern.

 Rastplatz

In einer Bemmenbüchse versteckt finden wir hier sogar ein Gästebuch, welches uns darüber aufklärt, das Teich, Sitzgruppe und Kunstwerke von Lehrlingen des Sachsenforst geschaffen wurden. Wir tragen uns natürlich ein.

  Gästebuch

Wir folgen jetzt dem Weg links der Sitzgruppe leicht bergan. Er bringt uns zum Schillersteig, und dieser wiederum führt uns direkt an die Landstraße, kurz vor den Ortseingang von Langenhennersdorf. Derzeit herrscht hier eine Vollsperrung.

  Straße dicht

Die Straße überqueren wir leicht schräg nach links und schlagen uns dann gleich wieder in den Wald. Aber auch wieder nur für wenige Meter, dann biegen wir wieder scharf links ab, auf einen Pfad, der parallel zur Straße am Hang entlang führt. Es gibt eine kleine Aussicht.

  Blick in die Ferne

Der Pfad führt uns zu einer kleinen Treppenreihe….

…an deren Ende wir uns rechts halten und jetzt sogar einen Wegweiser zu unserem nächsten Ziel entdecken: dem Napoleonstein.

  Hier sind wir richtig

Von eben diesem Stein hat der Franzosenkaiser eine Schlacht beobachtet. Wir genießen die Aussicht, der es nicht schaden könnte, mal wieder freigeschnitten zu werden.

  Napoleonstein

Lustig wird es aber, wenn wir mal die linke Flanke des Felsens unter die Lupe nehmen. Da hat ein Scherzbold den Kaiser verewigt, dazu jene goldene Kanonenkugel. Und zu dieser eine haarsträubende Geschichte. Lesen und Lachen.

  Witzischkeit kennt keine Grenzen

Wir folgen weiter dem  Pfad, der uns in einem weiten Linksbogen zurück an die Straße bringt. Welche wir abermals nur überqueren und auf der anderen Seite einem parallelen Pfad folgen. Ein kleiner Abstieg, und wir stehen am Waldrand, den Parkplatz des bekannten, großen Labyrinth schon im Blick. Vorerst gehen wir aber erst mal nach links am Waldrand entlang, um dann, gut versteckt hinter Bäumen, den Hohen Stein zu entdecken. Der ist eine Wallstatt für Freunde ausgeprägter Sanduhren, mehr und besser bekommt man diese nur selten zu sehen.

So, jetzt latschen wir einfach über die Wiese auf den Parkplatz zu. Wenn der so aussieht wie hier….

…dann können wir uns den Besuch des Labyrinths getrost schenken. Denn es wird hoffnungslos überfüllt sein, wobei die Hälfte der Besucher aus lärmenden Bälgern besteht. Die sollen natürlich gern ihren Spaß haben, ich muss das aber nicht aushalten. Dann lieber direkt hinter dem Parkplatz einen unmarkierten Pfad nehmen und auf den Bernhardstein steigen. Schon der Aufstieg bietet nette Ansichten.

  Aufstieg Bernhardstein

Oben angekommen zeigt ein Wegweiser nach Links zur Aussicht. Wenn der Weg dahin wieder eine scharfe Linkskurve macht, biegen wir erst mal nach rechts ab. Dort befindet sich nämlich auch eine – unmarkierte – Aussicht, die nur selten besucht wird. Wir haben schon mal einen schönen Blick.

  Aussicht Nummer eins

Die markierte Aussicht, die wir sodann aufsuchen, ist mit Geländer und Bänkchen deutlich besser ausgebaut. Und wir haben die Festung Königstein majestätisch im Auge.

  Nummer zwei

Rechts von dieser Aussicht finden wir auch noch einen großen Felsüberhang namens Taufstein, und in diesem eine Gedenktafel für den Begründer des Sächsischen Gebirgsvereins Johann Wilhelm Kopprasch.

  Taufstein

Der Abstieg vom Bernhardstein ist sodann mit einem blauen Strich markiert, es geht über viele hölzerne- und eine nagelneue kleine Stahltreppe.

  Abstieg

Unten angekommen, könnten wir jetzt das Labyrinth besuchen. Aber wie gesagt: es lärmte bis auf den Waldweg herunter. Also besser der Markierung Grüner Punkt nach rechts folgen. Erst einmal stoppelig den Berg hoch, dann auf einem sehr bequemen Weg weiter.

  Hier hoch…

 

  ….und dann hier lang.

Beidseitig dieses Weges können wir noch ein paar nette Ecken besuchen. Da wäre zunächst, zur Rechten, die Abgetrennte Wandschale. Das ist eine Felsformation, durch die man durchschlüpfen kann. Obacht, es ist eng, dunkel und ein wenig steil. Vielleicht eine Taschenlampe einpacken.

  Hier geht es rein…

 …und hier wieder raus.

  Obenrum geht es auch

Zur Linken des Hauptweges finden wir die Reste des Wolfsgrundwächters. Dieser Kletterfelsen wurde schon den 1960er Jahren mit Abraum der WISMUT zugeschüttet, heute ragt nur noch ein Hurzel aus der Erde. Schade.

Wolfsgrundwächter

Schließlich dürfen wir diesen Abzweig nach links nicht verpassen, hier ist man schnell vorbei gelaufen.

Ein paar Treppen führen uns in das Tal des Bärsgrundes. Unten angekommen sehen wir eine große Höhle, die Wildpretskammer, die aussieht, wie von Menschenhand geschaffen.

  Ein guter Platz zum Rasten

Wir folgen dem Tal und kommen zur Naturbühne Leupoldishain. Selbige war einst richtig groß, musste dann aber auch dem Bergbau weichen. Heute wird sie allerdings wieder sporadisch genutzt, wovon ein Waldklosett kündet, welches allerdings verrammelt ist.

  Der Abtritt im Walde

Wenn am Ende des Tales dann mehrere Wege aufeinander treffen, halten wir uns scharf rechts. Der Pfad bringt uns, zunächst am Waldrand entlang, später über Treppen und eine Leiter, zum Aussichtspunkt Stelzchen. Welcher dringend mal freigeschnitten werden sollte.

  Stelzchen

Zurück an der Kreuzung gehen wir wieder rechts, ein paar Treppen nach unten und landen an der Dorfstraße. Die wird überquert, und auf der anderen Seite dem Blauen Punkt gefolgt. Der bringt uns, wieder über Teppen, nach oben, auf das Spanghorn. Hier oben finden wir dichtes Farn und ein paar alte Absperrungen, die uns hindern sollen, in die Tiefe zu rauschen.

  Spanghorn

Ganz am Ende des Weges dann die Aussicht Franzosensprung. Wir schauen wieder in Richtung der Festung Königstein.

  Franzosensprung

Wenn wir dann absteigen, finden wir eine echte Rarität: eine Holzleiter. Eine der letzten ihrer Art, viele andere wurden in den vergangen Jahren durch Metall ersetzt. Also mit Bedacht absteigen.

  Eben doch schöner als Metall

Schließlich landen wir wieder in Leupoldishain. Entlang der Dorfstraße geht es zurück zum Parkplatz.

  Durchs Dorf

Fazit: 16,5 Kilometer. Zahlreiche kleine und größere Höhepunkte am Wegesrand, also nie langweilig. Einiges Auf und Ab, aber nie wirklich anstrengend. Mit Ausnahme des “großen” Labyrinths auch sehr ruhig. Letztes besucht man besser außerhalb der Saison.

Zum Nachwandern:

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