Gott ist ein Arschloch

Ja, das muss jetzt einfach mal gesagt werden. Wobei ich manchmal einem gewissen Herrn Däniken zustimmen könnte: das ist kein Gott, das sind zwei außerirdische Rotzgören, die seit tausenden Jahren ein Simulationsspiel zocken. Etwa so: „OK, ich steuere jetzt die Israeliten. Den Navigationsmodus schalte ich um. Von „Mann mit Atlas“ auf „Frau mit Falk-Plan“. Bingo, 40 Jahre Wüste.“
Und eben diese Rotzgören haben doch ein Unwetter der ganz üblen Sorte genau dort platziert, wo es so richtig Schaden anrichten konnte: über Rathen, der Felsenbühne, dem Amselsee, dem Weg zur Bastei. Zielgerichtet mitten hinein den touristischen Hotspot.

Deshalb hier ein paar Gedanken.

(Für die beiden Fotos ein herzliches Dankeschön an Egbert Kamprath.)

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1. Nichts und niemand kann so eine Extremsituation vorhersehen oder verhindern. Keine Nationalparkverwaltung, keine Regierung. Und auch nicht der Verzicht auf jedwede Industrie in deutschen Landen.

2. Vergleichen Sie mal: HIER finden Sie die jetzt gesperrten Bereiche, in denen es wirklich arg gewütet hat. Und die ich, bitte beachten, nicht für Geld und gute Worte betreten würde. Und HIER sehen Sie die Kernzone des Nationalparks.

3. Fällt etwas auf? Genau: die Kernzone zirkelt praktisch Zentimeter um den Amselsee, die Bastei und die Felsenbühne herum. Der Basteiweg, auf dem ein Toter zu beklagen war, liegt in der Kernzone. Und in dieser Kernzone wird eben nur noch das Allernötigste (oder auch gar nichts) an Forstwirtschaft betrieben.

4. Man kann also davon ausgehen, dass ein großer Teil der Bäume aus der Kernzone heraus geflogen kam. Und üble Schäden angerichtet hat.

5. Meine Argumentation hinkt insofern, als es hier nach mehreren Berichten auch gesunde Bäume aus einem eigentlich prächtigen Mischwald erwischt hat.

6. Trotzdem: eine Zone, weitgehend frei von jeglicher forstlicher Bewirtschaftung, direkt an touristische Hotspots anzugliedern, ist nicht nur merkwürdig (schweres Begängnis da, und 15 Meter weiter fast kein lautes Rülpsen mehr erlaubt), es ist fahrlässig.

7. Es ist reine Spekulation, ob eine bessere Forstwirtschaft hier Schäden verhindert hätte. Ich weiß es nicht. Nochmal: ausgerechnet hier war der Wald bisher in einem guten Zustand. Keine Borkenkäfer, fast keine Brände.

8. Dennoch zeigt sich: die Idee, aus einer seit mindestens 200 Jahren touristisch erschlossenen und intensiv genutzten Landschaft wieder eine Wildnis zu basteln, funktioniert nicht.

 

Amsel2

Deshalb jetzt ein Apell an die Verantwortlichen, in der NPV, in den Ministerien:

Lasst es sein. Zunächst mit der Kernzone. Macht wieder eine vernünftige Forstwirtschaft. Das könnt Ihr nämlich richtig gut, und habt es außerhalb des Nationalparks schon hundertfach bewiesen. Wenn das dem Logo „Nationalpark“ entgegensteht, dann schafft den ab. Das geht ganz einfach per Landtagsbeschluss. Es wird ein kurzes Rauschen im Blätterwald geben, mehr nicht. Dresden ist seinerzeit der Titel „Weltkulturerbe“ sogar aberkannt worden – ohne merkliche Folgen.

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