Archiv der Kategorie: Lokalpolitik

Die Jungs von der Baubude….

….sind schon ein besonderer Menschenschlag. So haben sie beispielsweise auf der S 165, also der Straße zwischen Rathewalde und dem Abzweig zur Bastei, einen Durchlass erneuert. Und obendrein eine neue Asphaltdecke aufgebracht, weshalb eben jene wichtige Zufahrt zum Touristenhighlight Bastei an diesem Wochenende voll gesperrt war. Wovon ich, diesmal nicht als Ausflügler, auch betroffen war, dieweil ich in Stürza zu tun hatte und dann noch nach Lohmen weiter wollte.

Nun ja, dass da gesperrt ist, das wurde kurz vor der Angst auch angezeigt, von einer weiträumig ausgeschilderten Umleitung konnte keine Rede sein. Entsprechend irrten dann auch dutzende Autos und auch Reisebusse herum und versuchten irgendwie, zu wenden und eine neue Route zu finden.

Das ist an sich schon ärgerlich genug, zumal es ja stellenweise spätsommerliches Wetter gab und die Anzahl der Ausflügler entsprechend hoch war. Aber so richtig der Hut hoch gegangen ist mir, als ich mich dann doch mal bis zur Baustelle vorgetastet hatte. Die Straße war nämlich fertig, hätte ohne Probleme mindestens einspurig, wahrscheinlich aber in beide Richtungen befahren werden können. Ging aber nicht, weil die Baubudenrülpse zwei Bagger quer gestellt hatten. Welche zumindest von Motorradfahrern fleißig umfahren wurden. Mit Autos ging das leider nicht.

2014-09-07 10.19.02

Gibt es eigentlich überhaupt irgend eine öffentliche Baustelle, auf welcher Hirn waltet? Gibt es so etwas wie eine gemeinsame Verantwortung für die Region, welche auch die Tatsache beinhaltet, die Auswirkungen von Baustellen auf den immens wichtigen Tourismus so gering wie möglich zu halten? Oder gibt es tatsächlich den Prototypen des Wurstbemmen fressenden und Fickhefte lesenden Baurüpels, der seinen Bagger vor einer fertigen Straße quer stellt, weil nun einmal “Sperrung” beschlossen wurde?

Wohlgemerkt: selbst wenn die “Abnahme” der Straße noch ausstand: mit etwas guten Willen hätte man hier eine Lösung finden können. Aber wozu guten Willen, wenn man einen Bagger hat.

Plakatschändung

Seit einigen Tagen, der Wahlkampf in Sachsen beginnt so langsam, zieren die Laternenpfähle in der Sächsischen Schweiz auch Plakate des DGB, also einer Gewerkschaft, die ja eigentlich gar nicht zur Wahl steht. Die sehen so aus:

DGB_Plakat_NPD_Ne.

Na gut. Ich gestehe zwar, dass ich schon immer ein Problem damit hatte, wenn sich Gewerkschaften in Wahlkämpfe einmischen. Das ist nicht deren Aufgabe, Punkt. Aber hier sehe ich natürlich auch einen löblichen Hintergedanken, nämlich einer ungeliebten Rechtsaußen-Partei entgegenzuwirken und dieser die Laternenpfähle streitig zu machen. Wobei zumindest letzteres nicht wirklich gelungen ist, die ganze Sächsische Schweiz strotzt schon wieder von NPD-Plakaten.

Aber als Freund des Sandsteins verbinden sich für mich mit den Buchstaben “NP” natürlich ganz andere Assoziationen. Und so bitte ich jetzt schon mal die wackeren Gewerkschafter, mir nach der Wahl ein paar Plakate zu schenken. Mit leichten Modifikationen kann ich sie gut weiterverwenden. Etwa so:

DGB_Plakat_NPD_Ne2.

AG-Wege–eine Streitschrift

 

Update am 4.5.2014: Kult-Kartograph Rolf Böhm, seines Zeichens selbst Mitglied der AG-Wege, hat seine Gedanken zu dieser Institution jetzt mal aufgeschrieben. Wie immer: klug und voller Wahrheiten. Nachzulesen auf seiner Homepage hier.

Es folgt ein längerer Text, ohne Bilder. Also eher etwas für Leute, die sich an einer kontroversen Meinung reiben und über diese auch diskutieren wollen. Worum geht es also? Um die sogenannte AG-Wege, korrekt ausgedrückt Arbeitsgruppe „Wegekonzeption Nationalpark Sächsische Schweiz“.

Was ist das für eine Truppe?

Nun, es ist eine Zusammenkunft von verschiedenen Interessenvertretern, also etwa Umweltverbänden, Wander- und Kletterverbänden, Kommunen oder eben auch der Nationalparkverwaltung. In ihr sollen Veränderungen am Wegenetzt im Nationalpark diskutiert und beschlossen werden.

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Neues vom Grenzweg

Oha, da habe ich aber aufgemerkt. Im neuen Mitteilungsblatt des Sächsischen Bergsteigerbundes schreibt der Pressesprecher des Nationalparks, Hanspeter Mayr, zum Thema Wege in der Sächsischen Schweiz. Und er betont, das ist sein Job, immer wieder, dass doch alle Beschlüsse zu Sperrungen und Öffnungen von Wegen in der AG-Wege einstimmig gefasst worden. Was er dabei verschweigt: in dieser AG dürfen Beschlüsse nur einstimmig gefasst werden. Was in der Praxis heißt: ein jeder Vorschlag, wie auch immer geartet, kann locker durch ein “Nein” der Nationalparkverwaltung zu Fall gebracht werden. Aber dies nur am Rande.

DSCN6740 Auf dem Grenzweg

Denn die eigentliche Sensation folgt in einem Abschnitt, den Hanspeter Mayr ausschließlich dem Grenzweg widmet. Er schreibt darin wörtlich:

“Es mag spitzfindig klingen, aber der Grenzweg hat auf alten Karten nie als offizieller
Wanderweg existiert und kann demzufolge nicht gesperrt worden sein.”

Hier nachzulesen, auf Seite 63.

Ganz ruhig, diese Zeilen muss ich mir erst mal langsam auf der Zunge zergehen lassen. Denn es gilt nach simpler Logik:

  1. Der Grenzweg ist vorhanden, wovon sich ein jeder im Gelände leicht überzeugen kann.
  2. Nach klarer Aussage des Sprechers der Nationalparkverwaltung “kann er nicht gesperrt worden sein”.
  3. Woraus klipperklar folgt: der Grenzweg ist nicht gesperrt!

Ich kann jetzt nur alle Wanderfreunde bitten, sich die betreffenden Zeilen aus dem Mitteilungsblatt des SBB auszudrucken, und im Falle einer Kontrolle dem geschätzten Kollegen Ranger unter die Nase zu halten. Denn wenn ein offizieller Sprecher sagt, der Grenzweg “kann nicht gesperrt worden sein”, dann darf der Wandersmann dies ruhig glauben und dort seines Weges gehen.

Viel Spaß auf einem – jetzt plötzlich und irgendwie nicht mehr gesperrten – wunderbaren Weg in der Sächsischen Schweiz.

Noch ein wichtiger Nachsatz: im Moment sollte man den Grenzweg allerdings meiden, denn derzeit brüten da oben wirklich seltene Vögel. Aber ab dem Spätsommer sind die damit fertig, und dann kann man auch wieder guten Gewissens seine Schritte in das Gebiet lenken.

Update, 27.3.14: Nach Axels Hinweis (siehe Kommentare) hab ich jetzt auch mal in alten Karten gewühlt. Und siehe da: auf dem Messtischblatt von 1945 ist der Grenzweg zwischen dem Abzweig zum Jortan (1) und dem Großen Zschand (2) in voller Länge eingezeichnet. Womit denn auch das Argument entkräftet wäre, der Weg hätte auf alten Karten nie existiert.

Unbenannt-1

Vorwärtsverteidigung–Video zur Waldpflege

Unbenannt-1    Video zur Waldpflege

Da sage noch mal einer, in der Nationalparkverwaltung würde man in Sachen Öffentlichkeitsarbeit traditionell pennen. Mitnichten, denn jetzt gibt es ein Video, welches sich in 10:30 Minuten dem ewigen Dauerbrenner “Waldpflege” widmet. Man kann es hier ansehen. Und ich mache mich natürlich geschwind an eine Analyse:

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Hoffnung für die Daubemühle?

DSCN4103Seit fast drei Jahren steht das Ausflugslokal in der Daubemühle im Liebethlaler Grund leer. Irgendwie hatte keiner der bisherigen Betreiber ein glückliches Händchen mit dem traditionsreichen Haus. Wie jetzt die “Sächsische Zeitung” meldete, hat sich ein Verein gegründet, der das Haus samt des zugehörigen kleinen Wasserkraftwerkes betreuen möchte. Dazu soll auch ein Konzept entstehen, wie hier wieder Gastronomie einziehen kann.

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Kirnitzschtal wieder offen

Na endlich: die Straße im Kirnitzschtal ist wieder durchgängig befahrbar. Wer hätte das gedacht. Nachdem die vier Hauptfeinde öffentlichen Straßenbaus – Frühling, Sommer, Herbst und Winter – beim besten Willen nicht mehr zu bemühen waren, hat die enervierende Wühlerei hier endlich ein Ende. Für die Wirtsleute im Tal sicher ein Grund zum Jubeln. Und auch für den Wanderer, der jetzt wieder auf einfacher Strecke das Tal erreichen kann – sei es mit dem Auto oder mit der Buslinie 241, die jetzt wieder bis Hinterhermsdorf durchfährt und so ihren Titel “Nationalparklinie” endlich wieder verdient.

Buschmühle 

Endlich wieder gut  zu erreichen – meine Lieblingskneipe, die Buschmühle.

Und warum haben wir hier drei Jahre gewühlt? Es folgt eine Rechnung. Voraussetzung: es wurde, wie ich immer wieder beobachten konnte, an den Wochenenden nicht gearbeitet. Die Sperrschilder aber auch nicht weggeräumt, dafür aber auch kaum beachtet. Also: ein Jahr hat 356 Tage und 52 Wochen. Macht 52×2, also 104 Tage pro Jahr, an denen keiner eine Schaufel in die Hand genommen hat. Drei Jahre ging das so, also wurde 312 Tage nicht gearbeitet. Folgt: hätten die ihren Hintern auch mal Wochenende bewegt, dann hätten wir fast ein Jahr an Bauzeit eingespart. Aber so rechnen öffentliche Bauträger natürlich nicht. Wäre ja auch viel zu einfach.