Osterwandern zwei: Lilienstein

Das ist nun wirklich keine Tour, das ist eher ein Ausflug. Und auch, wenn auf dem Lilienstein immer viel los ist – hin und wieder kann man sich das schon gönnen, denn sowohl die Auf- und Abstiege als auch die Aussicht von da oben können sich sehen lassen. Und zwei kleine Schlenker, die nicht jeder Tourist macht, bauen wir auch noch ein. Diese Runde ist übrigens auch schon mit kleinen Kindern sehr gut zu schaffen – man muss dann beim Aufstieg eben immer mal wieder anhalten und Energie nachtanken.

DSCN1193 Aussicht vom Lilienstein

Starten wir also auf dem großen Parkplatz direkt am Fuße des Felsens. Von dort ist schon sehr gut ein Weg zum “Südaufstieg” ausgeschildert, dem wir ein Stück Weges folgen. Aber Achtung: da, wo sich vier Wege treffen, heiß es aufpassen. Der Südaufstieg würde nach links weiter aufwärts gehen, und von rechts kommt ein Feldweg hinzu. Wir aber gehen schnöde weiter geradeaus, zunächst am Waldrand, später wieder in den Wald hinein. Wobei wir den Felsfuß gegen den Uhrzeigersinn umrunden. Schließlich erspähen wir im Walde die Talstation der Warenseilbahn, welche die Berggaststätte versorgt.

DSCN1180 Auf dieses Häuschen achten: die Talstation

Wir fixieren, die Talstation im Rücken, den Wald. Und entdecken flugs: einen Pfad mit vielen uralten Stufen.

DSCN1181 Hier geht der Pfad los

Dieser Weg nennt sich sinnigerweise “Seilbahnstufen”, und im Gegensatz zum Rest des Liliensteins sind wir hier immer allein. Der Stufen sind es wirklich sehr viele, die uns jetzt in einem langen Bogen bergauf führen. Hin und wieder entdecken wir sogar noch die Reste alter Geländer. Und jede Menge bizarrer Felsmurmeln am Wegesrand, die hier vor Urzeiten mal bei einem Felssturz runter gekommen sein müssen.

DSCN1182DSCN1183DSCN1184DSCN1185  Seilbahnstufen

Bis ganz nach oben kommen wir so aber nicht, die Seilbahnstufen enden auf dem letzten Drittel des Südaufstieges, und jetzt sind wir auch nicht mehr allein. Ganz sicher nicht. Über mehrere Eisentreppen und Steinstufen geht es schnaufend bis auf das Plateau.

DSCN1190 Der Südaufstieg

Oben dann kurz durchatmen und gleich nach links weg zur Aussicht. Es geht wieder über ein paar Brücken und Minileitern, der Ausblick lohnt die Mühe.

Umgedreht und auf gleichem Weg zurück, am Südaufstieg vorbei sehen wir auch schon das Wirtshaus vor uns. Wer wirklich will, kann hier natürlich einkehren. Bei Preisen von 3,90 Euro für ein 0,4 Liter Schummelbier (man rechne mal auf den halben Liter hoch – das wären dann 4,88 Euro) verging mir flugs der Durst.

DSCN6866 Gasthaus auf dem Lilienstein

Gleich nebenan gibt es eine sehr schöne Aussicht mit einem Obelisken, welcher einem Jubiläum des Hauses Wettin gewidmet ist. Dort kann man auch Rasten und sich aus dem Rucksack verköstigen.

DSCN1196 Obelisk Nummer eins

Von hier aus führt ein Weg immer an der Felskante – und damit an noch viel mehr schönen Aussichten vorbei – entlang. Wir passieren zunächst die Bergstation der Seilbahn. Dahinter kann man mal scharf ins Gelände spähen. Wer gut sucht, der findet hier ein paar Treppenstufen, die hinab in einen engen Spalt führen. Das ist der Zugang zur Drachenhöhle. Geschwind hinab und auf allen Vieren in die Höhle gekrabbelt. Nach ein paar Metern ist aber vor einem tiefen Abgrund auch wieder Schluss. An dieser Stelle führte einst eine Stiege hinab in die Drachenschlucht – man kann die Reste der Eisenklammern noch sehen. Mehr aber auch nicht. Ein schöner Rastplatz ist die Höhle aber allemal.

DSCN6870 Eingang in die Höhle

DSCN6871 Reste alter Eisenklammern

DSCN1200 In der Höhle

Gut, Höhle gefunden – oder auch nicht. Wir kommen schon mal wieder zu einer Aussicht, und auch diese ziert ein Obelisk. Selbiger ist dem starkem August gewidmet, welcher auch mal hier oben war. Allerdings hat den originalen Obelisken schon vor X-Jahren der Blitz gefällt, wir sehen hier eine Nachbildung.

DSCN1198 Obelisk Nummer zwei

Noch ein paar Meter dem Weg gefolgt, und wir kommen zum gut ausgeschilderten Nordabstieg. Runter. Viele Treppenstufen, aus Holz, Stein und Eisen.

DSCN6881 Nordabstieg

Unten angekommen halten wir uns links, uns spähen wieder zur Linken in den Wald. Dort fällt ein grünes Erklärbär-Schild auf, zu dem wir auf einem Pfad stapfen können. Vor uns, unter einem Hüttchen, der Franzosenborn. Eine eigentlich sehr ergiebige Quelle, die aber zu Ostern merkwürdigerweise staubtrocken war. Hmm.

DSCN1202 Franzosenborn

Na schön, am Born vorbei, dann links und auf breitem Waldweg zurück zum Parkplatz.

Fazit: fünf ruhige Kilometer, aber durchaus beachtliche 600 Höhenmeter. Man merkt schon was in den Waden, aber alles in allem bleibt es ein Ausflug. Aber ein wirklich schöner, so man denn damit leben kann, auf dem Großteil der Runde nicht allein zu sein.

KarteL Zum Nachwandern (Quelle: Open Street Map)

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