Kleinkram, den man aber auch mal vermelden muss, es gibt aus dem Paulinengrund und vom Prebischtor etwas zu berichten.
Intrigen und Skandale: die AG-Wege
Irgendwie hatten wir es ja schon geahnt, dass bei der Abberufung von Rolf Böhm aus der AG-Wege einiges nicht mit rechten Dingen verlief. Ein Text in der “Sächsischen Zeitung” bringt jetzt etwas Licht ins Dunkel: hier nachzulesen.
Wichtig ist der letzte Absatz, ich zitiere:
”Es gab die klare Ansage, wenn Rolf Böhm wieder nominiert würde, führe dies zur Auflösung der AG. Nach SZ-Informationen soll das der Nationalparkchef Dietrich Butter erklärt haben. ….. Die Bürgermeister sollten am 6. Dezember auch sofort entscheiden. Um die AG nicht zu gefährden, ließen sich die Vertreter der Kommunen darauf ein. “
Fäden im Hintergrund gezogen: Dietrich Butter.
Dazu zwei Definitionen:
- Erpressung: entweder ihr spielt mit, oder wir lassen die ganze AG-Wege vor die Hunde gehen. Und ich ergänze in Gedanken: und geben euch nachher die Schuld.
- Überrumpelung: heute und jetzt müsst ihr euch entscheiden, sonst: siehe 1.
Demokratie sieht leider komplett anders aus. Und ich grübele. Was für eine Angst müssen die – übrigens selbst auch nicht demokratisch legitimierten – Hüter des einzig wahren Naturschutzes vor einem einzelnen kritischen Menschen haben, wenn sie sich zu solcherlei Intrigen genötigt fühlen? Und: wen wundert es, wenn das Vertrauen in demokratische Prozesse schwindet, wenn selbst bei der Besetzung eines fast einflusslosen Gremiums mit erpresserischen Methoden gearbeitet wird?
Was hier passiert ist, ist eine Schande. Aber die Zeit vergisst nie, und man sieht sich stets zweimal.
Gabrielensteig mal fast allein
Außerhalb der Saison ist nicht viel los am Gabrielensteig, der sonst ja zu den meistbegangenen Wegen in der böhmischen Schweiz zählt. Ganz einsam wird es, wenn so wie im ganzen Februar, der Zugang zum Prebischtor wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Aber diese Einsamkeit kommt so schnell nicht wieder, spätestens mit Beginn der Saison zu Ostern werden wieder Massen zum Steintor pilgern. Also nutzten wir die Möglichkeit, den Weg mal ganz einsam zu begehen. Neben viel Ruhe boten sich, mangels Laub, auch noch eine ganze Menge interessante Ausblicke.
Waldschwein
Hylochoerus meinertzhageni
erst 1904 entdecktes, größtes rezentes Schwein, mit breiter Rüsselscheibe, lebt in den Urwäldern von Liberia bis Tansania. (wissen.de)
Ich ergänze: auch in hiesigen Wäldern kommen Exemplare dieser Gattung vor, wie ihre Hinterlassenschaften, hier an einem einzigem Tag dokumentiert, beweisen.
Nationalparkbahnhof Sebnitz–wirklich? Namen sind Schall und Rauch
Seit Kurzem schmückt sich der Sebnitzer Bahnhof mit dem Titel “Nationalparkbahnhof”. Klingt gut, hat aber schon zu spöttischen Kommentaren geführt. Denn der Bahnhof mit dem schönen Titel ist nur solange geöffnet, wie die eingemietete Bäckerei. Konkret: wochentags in der Regel nur von sieben bis 15 oder 16 Uhr, sonnabends nur bis 10 Uhr, sonntags bleibt ganz zu. Das ist natürlich eine Lachnummer. Aber: Nationalparkbahnhof ist eben keine irgendwie geschützte Bezeichnung, die mit Kriterien verbunden wäre. Statt dessen verleihen sich die üblichen Verdächtigen den Titel einfach gegenseitig. Also hab ich mal für mich selbst ein paar Kriterien aufgestellt, die ich bei einem “Nationalparkbahnhof” erwarte. Und den Sebnitzer sowie den ebenfalls so titulierten Bahnhof von Bad Schandau entsprechend abgeklopft.
Erinnerungen an die Mitropa in Bad Schandau
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Auf verbotenen Wegen–eine Replik an Ulrich Voigt Oder: der Balken im eigenen Auge
Vor einigen Tagen veröffentlichte Ulrich Voigt, seines Zeichens Nestor der sächsischen Bergsteiger und Ehrenvorsitzender des Sächsischen Bergsteigerbundes, in der Sächsischen Zeitung einen Text unter der Überschrift “Auf verbotenen Wegen”. Man kann ihn hier nachlesen. Kurz gefasst beklagt der Autor darin, dass immer mehr Publikationen auf sogenannte “verbotene” Wege aufmerksam machen. Sei es im Internet oder in gedruckter Form. Und er befürchtet, dass so bald ein Massenauflauf auf diesen Wegen zu beklagen sein wird.
Das kann ich so nicht stehen lassen.
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“Bye-bye Bastei” – Schmarren in der “Bild”
Bleibt erhalten: Blick zum Wartturm
Die Bildzeitung vermeldet also, dass die bröselige Spitze der Basteiaussicht für immer gesperrt bleibt, weil sich der Fels nicht sanieren lässt. Soweit die blanke Meldung. Warum es mir dennoch stinkt, das könnt ihr im Folgenden lesen:
Fundstück–Aussichtsturm auf der Bastei

Dieses Bild habe ich in einer Zeitung aus dem Jahre 1905 gefunden. Es zeigt die Bastei von der Elbe aus gesehen. Und obwohl das Bild unscharf und verschwommen ist, erkennt man doch sehr gut, dass da auf der Bastei ein Aussichtsturm stand. Zu diesem Turm konnte ich in diverser Literatur allerdings nur sehr vage Angaben finden. Ich konnte nachlesen, dass:
- der Turm aus Holz gebaut war
- 74 Stufen nach oben führten
- oben immer ein Ortskundiger stand, der den Sommerfrischlern die Aussicht erläuterte
Viele Fragen aber bleiben offen. Wann wurde der Turm gebaut? Wann wieder abgerissen? Und warum? Wo stand er genau?
Falls also jemand hier nähere Angaben hat, immer nur her damit.
Update 1.2.2017:
Tatsächlich konnte mir Axel hier ein gutes Stück weiterhelfen. Mit einer alten Postkarte und ein paar Zeilen höchst informativen Textes.
“Bastei – Turm – ließ Basteipächter Kayser 1858 auf eigene Kosten errichten. Er stand auf dem höchsten Punkt des Plateaus. Man findet heut noch Spuren, wie Mauerwerk und drei Haspen zum Verankern des Turmes. Auf der Südseite befinden sich die zwei, auf der Nordseite eine Verankerung(en) – Haspe für den Turm. Dieser war 16,5 Meter hoch, war aus Holz gebaut und war über 78 Stufen zu besteigen. Auf dem Turm war ein Frauenhofersches Fernrohr installiert. Der Eintritt für eine Besteigung kostete um 1900 20 Pfennig. Der Turm wurde 1934 abgebaut. Unterhalb des ehemaligen Turmes sind noch Stufen, die zu Liegeplätzen führten. Diese wurden zum Sonnenbaden genutzt.”