Falkenturm

Diese Tour führt uns in die Nähe der allseits bekannten Tyssaer Wände. Genauer in die benachbarten Bürschlitzer- und Raitzaer Wände. Und dort soll der beeindruckende Kletterfelsen Falkenturm unser Ziel sein. Ich hatte den schon mal besucht, war damals aber mehr oder weniger hinter einem ortskundigen Führer hinterher getappelt. Als ich dann ein halbes Jahr später noch einmal dahin wollte, bin ich wie ein Frisör durch den Wald gestolpert und habe ihn natürlich nicht gefunden. Nun, diesmal war ich besser vorbereitet und ward belohnt. Und wenn wir einmal hier sind, besuchen wir auch gleich noch die Felsen im Himmelreich und natürlich zum Schluss auch noch die Tyssaer Wände als solche. Damit es sich lohnt.

Start ist am Restaurant Touristenbaude (Turistická chata). Hier gibt es reichlich kostenlose Parkplätze. Und weil hier auch immer was los ist, steht die Karre sicher.

  Touristenbaude

Jetzt heißt es: Augen auf. Rechts neben der Baude, noch auf dem Parkplatz, führt ein schmaler Pfad in den Wald. Den kann man sehr schnell übersehen.

  Hier rein

Schon nach weniger als 50 Metern wird der Pfad deutlicher. Wir folgen ihm, der jetzt gut zu erkennen ist. Zeitweise wird er sogar zu einem breiten Forstweg. Eigentlich geht es immer geradeaus, an zahlreichen kleineren Kreuzungen sollten wir immer darauf achten, die Felsen zu unserer Rechten zu haben. Selbige heißen zunächst Bürschlitzer Wände. Und bieten uns genau das, was wir heute noch in unendlichen Variationen zu sehen bekommen werden: zerklüftete und bizarre Felsmurmeln und –türme.

Unser Pfad wird jetzt zu einem breiten Forstweg…

….welcher nach einiger Zeit in voller Breite nach links oder recht weiter ginge. Oder eben auch geradeaus, jetzt wieder als schmaler Pfad, den wir nehmen. Wir befinden uns jetzt in den Raitzaer Wänden. Oder genauer: auch diese ragen wieder rechts von uns auf. Wie gehabt: Felsmurmeln satt.

Nach einiger Zeit sehen wir dann schon vom Weiten das Ziel unserer Wünsche: den Falkenturm.

  Aus der Ferne

Um ihn in seiner vollen Pracht zu bewundern, müssen wir den vorgelagerten Felsen gegen den Uhrzeigersinn umrunden. Und dann einfach staunen.

  Falkenturm

Richtig gesehen, hier kann man durchgucken. Der Turm steht auf zahlreichen ausgehöhlten Sanduhren. Und auf dem Gipfel weht die tschechische Flagge. Obendrein hat man von hier auch eine nette Aussicht weit ins Land.

Wir verlassen den Falkenturm jetzt in östlicher Richtung. Der Pfad führt abwärts in einen Talkessel. Wunderbare Wände ringsum. Und man scheint hier auch gern mal zu nächtigen.

Aus dem Kessel führt der Pfad weiter nach Norden, jetzt an den letzten Ausläufern der Raitzaer Wände vorbei.

Schließlich stoßen wir auf einen breiten Wanderweg mit grüner Markierung, dem wir nach rechts folgen. Wir kommen an dieses Rasthüttchen.

  Erst mal eine Fuffzehn

Ab hier folgen wir der gelben Markierung in Richtung Eiland (Ostrov). Durch einen Hohlweg mit uraltem Pflaster geht es ziemlich knackig abwärts.

  Hohle Gasse

Wir landen direkt am Hotel in Eiland mit seinem liebevoll gestalteten Teich.

  Fast schon asiatisch

Wir erreichen die Dorfstraße und folgen der nur wenige Meter nach rechts, um dann gleich wieder rechts abzubiegen. Ab jetzt ist Rot markiert. Wir laufen zunächst auf den Campingplatz zu…

…um davor links abzubiegen. Vorbei an einem weiteren Teich geht es zurück in den Wald. Auf einem normalen Waldweg geht es zunächst moderat aufwärts. Irgendwann kommt dann aber uraltes Pflaster dazu und es wird steiler. Wir befinden uns jetzt auf dem Fabriksteig.

  Ganz altes Pflaster

Und der führt uns durch eine weitere Felsformation namens Himmelreich. Kopf in den Nacken und gucken.

  Himmelreich

Etwas versteckt in einem weiteren Talkessel….

…finden wir hier eine Gedenkstätte. Auf ihr sind die Namen tödlich verunglückter Bergsteiger verewigt. Wer möchte, kann sich sogar in ein Kondolenzbuch eintragen.

Folgen wir weiter der roten Markierung, kommen wir alsbald wieder an der Touristenbaude raus. Und weil wir einmal hier sind, machen wir natürlich auch noch die Runde durch die Tyssaer Wände mit. In der Saison ist dafür ein kleiner Eintritt zu entrichten. Allein werden wir jetzt nicht mehr sein, dieses Runde (in Form einer Acht) ist so ziemlich jedem Reiseführer beschrieben und ist nach dem Prebischtor die wichtigste Attraktion der Böhmischen Schweiz. Trotzdem: es lohnt sich. Beschreiben muss ich hier aber nichts mehr, dafür ein paar optische Eindrücke:

  Tyssaer Wände

Aussicht

Fazit: entspannte 12,6 Kilometer. Lediglich im Himmelreich wird es mal ein wenig steil, alles andere kommt fast ohne Höhenunterschied aus. Der Falkenturm ist natürlich ein genialer Anblick, aber auch all die anderen Felsen können beeindrucken. Wer es kürzer (und touristischer) mag, der kann auch nur die Runde durch die Tyssaer Wände gehen.

Zum Nachwandern:

Tipp: wenn ihr auf der Karte dem “Komoot-Link” folgt, könnt ihr euch auch den GPS-Track runterladen.

2 Gedanken zu „Falkenturm

  1. Hallo Arndt, schön Dein neuer Artikel, Aber hoffentlich büßt kein Nachfolger auf beschriebenem Hohlweg Deine Wegplanlosigkeit, jedenfalls waren zum Bleistift früher Barbiere zuweilen recht Unentspannt🤭

  2. Schöne Sache! Man kann aber auch als Start den Parkplatz mit Bushaltestelle in
    Hellendorf wählen und wandert anders herum, kann Zeisigstein und Grenzplatte
    mit einbinden.
    Auch als „bike and hike“- Tour ist die Route ebenfalls gut geeignet. Sichere Abstellmöglichkeiten
    für die Räder finden sich an den genannten Restaurationen oder den jeweiligen Steinen und Massiven.
    Wer die Anreise per Rad nach Hellendorf scheut, dem bietet der ÖPNV in den
    Sommermonaten Busse mit Radanhänger. Dann ist`s bis zum Schneeberg machbar.

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