Doggenturm und Hoher Schneeberg

Das war mit bei der kürzlichen Tour in den Tyssaer Wänder doch aufgefallen: da steht so Felstrumm im Wald herum, der mächtig schief zu sein scheint und obendrein noch aus allen Ecken gut sichtbar ist. Den sollte man mal aufsuchen. Also geschwind eine Runde gebastelt, in der nicht nur jener Doggenturm passiert wird, sondern auch noch der Hohe Schneeberg  und die umliegenden böhmischen Dörfer. Machen wir uns auf den Weg.

Start ist wie schon gehabt in Tyssa an der Touristenbaude. Hier parkt man kostenlos und sicher.

  Fast immer ein Plätzchen frei

Danach gehen wir ein paar Meter auf der Straße, die von hier aus in das Dorf Schneeberg (Sněžník) führt.

  Nur ein kleines Stück

Gleich bei erster Gelegenheit schlagen wir uns dann nach rechts in den Wald. Ein bequemer und breiter Weg, der anfangs schnurgeradeaus verläuft.

  Immer der Nase nach

Aber jetzt Obacht: dort, wo der Weg sichtbar abzufallen beginnt und sich zu Tale wendet, genau dort biegt links ein kleiner Pfad ab. Hier ist man schnell vorbei gelaufen. Wir pfaden also weiter und entdecken schon bald rechts die Großvater-Aussicht. Die heißt wirklich so.

  Pfadig weiter

  Opas Aussicht

Und gleich links davon ragt denn auch schon der Doggenturm auf. Herrlich schief steht er da. Er wird von oben bewundert.

Der Pfad windet sich jetzt immer an der Felskante entlang und bietet noch die eine oder andere schöne Aus- und Ansicht.

  Anblicke

Auf halber Strecke wurden wir dann aber leider gestoppt. Von rot-weißen Absperrbändern und dem Hinweis auf brütende Vögel, die nicht gestört werden sollen. OK, lassen wir die Piepmätze mal in Ruhe. Was aber zur Folge hatte, dass wir den schönen Pfad verlassen und unseren Weg auf einer weniger spannenden Forststraße fortsetzen mussten.

  Nicht ganz so spannend

Die aber bringt uns jetzt direkt auf den kleinen Dorfplatz von Schneeberg. Hier gibt es eine schöne Kapelle anzuschauen. Und die Erkenntnis, dass das gegenüber liegende Hotel wohl dauerhaft geschlossen ist. Schade.

  Sehr hübsch

  Leider zu

Hinter der Kapelle gehen wir noch ein Stück auf der Dorfstraße weiter, bis wir zu unserer Linken diese Wiese sehen:

  Über diese Wiese sollst du gehen

Die ist ziemlich sumpfig, aber schnell erreichen wir den rechten Waldrand, wo der Bürgermeister-Luft-Steig beginnt. Selbiger ist mit uralten Pflaster ausgelegt und führt uns recht knackig nach oben auf den Hohen Schneeberg.

  Luft-Steig

Wir erreichen den Gipfel (723 Meter in der Höhe). Hier kann man diverse Aussichten genießen, in einem Imbiss oder in einem Restaurant einkehren und den Aussichtsturm besteigen. Da es aber doch recht diesig war, haben wir uns letzteres verkniffen.

Für den Abstieg nehmen wir dann die Straße, die für den normalen Verkehr gesperrt ist. Diese endet wieder im Dorf, direkt an der Kammbaude. Hier sorgt man sich sehr um gutes Bier und reicht obendrein eine fast schon legendäre Knoblauchsuppe.

  Erfreulich

Soweit aufgehopft und verknobelt entdecken wir vor der Gaststätte denn auch schon das Wegezeichen “Roter Strich”. Dem folgen wir, erst ein paar Meter auf der Straße, dann nach rechts in den Wald. Zunächst als bequemer Weg, geht es an einer wunderhübsch gebauten neuen Rasthütte vorbei alsbald zu Tal und durch einige nette Felsmurmeln hindurch.

Wir landen in Eiland (Ostrov) und folgen weiter dem roten Strich, erst auf der Dorfstraße, dann an einem Campingplatz und einem Teich vorbei.

Schließlich geht es wieder nach oben, und wieder auf uraltem Holperpflaster. Der Weg heißt jetzt Fabriksteig und führt durch ein Felsgebiet namens Himmelreich.

  Fabriksteig

Wer möchte, kann hier auch noch einen Schlenker zu der etwas zwischen den Felsen versteckten Gedenkstätte für verunglückte Kletterer machen.

  Gedenkstätte

Noch ein paar knackige Meter nach oben und ein Stück durch den Wald (immer noch: roter Strich) und wir stehen wieder am Parkplatz vor der Touristenbaude.

Fazit: gut 17 Kilometer mit einigem hoch und runter. Auf dem Hohen Schneeberg Begängnis, sonst allein im Wald. Ich würde die Tour allerdings bei einer Wiederholung auf die Zeit nach der Vogelbrut (sicher ab August) verlegen, um den schönen Pfad an der Riffkante im Ganzen begehen zu können.

Zum Nachwandern:

Ein Gedanke zu „Doggenturm und Hoher Schneeberg

  1. Das ist wirklich eine wunderschöne und einsame Strecke auf dem Felsenkliff zwischen Tyssa und dem Schneeberg. Ich war schon mehrmals dort und bin dort nie einem Menschen begegnet. Nur noch ein kleiner Tipp: Von dem Vogelschutz-Absperrband muss man nicht ganz soweit zurück gehen. Wie auf koomot ersichtlich, kann man ziemlich direkt auf die endlose Waldautobahn zum Schneeberg durchstoßen.

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