Räuber und Flüchtlinge

Region: linkselbisch, Bärensteine, Rauenstein, Struppen, Pötzscha
Dauer: gut sechseinhalb Stunden
Entfernung: 16 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 900
Schwierigkeit: mittel
Bermerkungen: Einkehr in Naundorf und auf dem Rauenstein, Streckenwanderung mit ÖPNV

 

Keine Bange, unter dieser Überschrift folgt keine politische Polemik. Vielmehr deutet sie auf die Namen zweiter Punkte dieser Tour hin. Obendrein stehen wir am Gesichtserker eines Monarchen, staunen über Wasserkunst im Wald, ärgern uns über Müll und über Gedröppel zur Unzeit, verspeisen eine epochemachende Eierschecke und sehen einen Felssturz von besonderer Bedeutung. Und das richtig Gute dabei: trotz derzeitigem Massenauflauf in der Sächsischen Schweiz blieb die Runde recht ruhig. Lediglich an einer Stelle – nicht die, die ich vermutet hatte – wurde es etwas laut. Was aber zu verschmerzen war. Genug geschwätzt, man folge mir von der Vorrede zum Vorwort.

Und das geht so: ich hatte mehrere Gründe für die Tour. Erstens gilt meine Dresdner Monatskarte in den Sommerferien für das ganze Gebiet des Verkehrsverbundes, also auch überall im Elbsandstein. Muss man ausnutzen, also eine Streckenwanderung entlang der S-Bahn. Zweitens hatte ich tatsächlich Horrorgeschichten über das überlaufene Gebirge gelesen, und deshalb eine Ecke gesucht, die ruhiger sein könnte. Wobei schon klar war, dass dies nicht komplett klappen würde. Und drittens wollte ich mir mal eine Etappe des Malerwegs ansehen, um die es schon vor Jahren beträchtlichen Knatsch gab. Eine private Waldbesitzerin hatte hier alles verkommen lassen. Mal sehen, wie es mittlerweile ausschaut.

Aber nun los.

Wir verlassen die S-Bahn in Obervogelgesang. Und begeben uns sogleich auf der Dorfstraße nach oben. Ziemlich steil nach oben. Steil und Straße: das ist misslich, betrifft aber wirklich nur diesen kleinen Anfang der Wanderung.

  Hier geht es hoch.

Der Ort ist schon zu Ende, und wir sehen am Straßenrand ein Schild: Kermit kommt hier lang.

  Sei kein Frosch.

Ziemlich genau auf Höhe dieses Schildes beginnt links ein unscheinbarer Weg. Der sich, wir ahnen es schon, immer noch nach oben zieht. Aber jetzt zumindest im Wald.

  Besser als Straße

Auf dem Weg entdecken wir Reste alten Pflasters. Was es damit auf sich hat, erschließt sich sogleich: links am Weg ziehen sich alte Steinbrüche lang. Alles klar.

  Hier hat der Stein gebrochen.

Schließlich nähert sich der Weg wieder der Straße. Aber wir schauen links und sehen diese Treppe:

 Aha!

Dazu einen grünen Punkt als Wegweiser. Es folgt eine kurze, leichte und irgendwie putzige Stiege: die Räuberstufen. Drei Steigeisen, Holz- und Steintreppen und ein Mühlstein dienen als Steighilfen. In zwei Minuten ist man oben. Dennoch schön.

Oben können wir dann zunächst kurz nach rechts gehen. Oder wir können das lassen, denn die kleine Aussicht, zu der wir kämen, ist eine gewesene solche. Die Sicht ist zugewachsen und die Bänke nur noch rudimentär vorhanden. Schade drum.

  Mist!

Also weiter nach links, es bleibt beim spärlich vorhandenen grünen Punkt. Ein netter Weg, ohne Höhenunterschied, mal durch den Wald, mal am Feldrand entlang. Und sogar an den müden Wandersmann ward gedacht.

  Wurst am Stängel

So kommen wir zum Aussichtspunkt Königsnase. Hier beginnt jenes Stück Malerweg, welches in einem üblen Zustand war. Für den Rastplatz hier gilt das noch immer, die Bänkchen tragen gerade noch ein Leichtgewicht wie mich. Viel übler aber: die einstmals tolle Aussicht ins Elbtal existiert nicht mehr. Durch dichten Bewuchs kann man nur noch etwas erahnen. Schämt euch.

  Aussichtslos

Keine guten Vorzeichen für den Rest des Weges, aber schaun mer mal. Ab jetzt rote Markierung. Und, oh Wunder: lagen hier vor ein paar Jahren noch jede Menge Bäume in der Kreuz und in der Quer im Wege, so ist jetzt alles frei geräumt. Auch die Wegmarkierung ist wieder ausreichend da. Lediglich das Geländer sieht immer noch erbärmlich aus, aber ganz ehrlich: das braucht man hier auch nicht wirklich.

  Passt schon.

Sogar eine kleine bescheidene Aussicht gibt es dann am Wegesrand.

  Na ja…

Aber dann kommt ein echter Höhepunkt: an einem künstlich angelegten Teich sollten wir ein wenig verweilen, denn in regelmäßigen Abständen sprudelt dort doch tatsächlich ein kleiner Springbrunnen mitten im Wald herum. Bei meinem Besuch leider nur dünnes Tröppeln, es war halt recht trocken.

Zugegeben, das könnte mehr sein. Wanderfreundin Heike hat mir denn ein Video von ihrem Besuch gesc