Neues Totalreservat geplant

Die Planungen, so hat es mir ein Vögelchen geflüstert, sind noch ganz am Anfang. Aber sie sind dennoch deutlich: im Bereich des Großen Zschand, wo derzeit ja ohnehin die meisten Wege unpassierbar sind, soll ein neues Totalreservat entstehen. Die NPV will hier die Gunst der Stunde nutzen. Da die Wege derzeit nicht beräumt werden, dürften sie noch auf Jahre unpassierbar sein. Und somit, so die Hoffnung der Verwaltung, langsam aus dem Gedächtnis verschwinden.

Konkret soll das Reservat, welches dann überhaupt nicht mehr betreten werden darf, so verortet werden: im Norden und Osten wird es durch die Kirnitzsch begrenzt, im Süden durch die Staatsgrenze. Westlich bilden Reitsteig, Buchschlüchte und der Kleine Zschand die Grenze.

Der komplette Große Zschand und seine Nebentäler wie Richter- und Weberschlüchte  stehen also zur Disposition. Unklar ist bisher, was mit baulichen Anlagen in diesem Gebiet passieren soll. Speziell das Alte Zeughaus steht unter Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden. Aus gut informierten Kreisen heißt es dazu, man müsse eh warten, bis der Vertrag des derzeitigen Pächters abgelaufen sei. Danach könne man das Gebäude einfach auflassen, es könnte sich sogar als Brutstätte für Fledermäuse eignen.

Hier noch einmal das Gebiet auf der Karte:

Totalreservat

Totalreservate gab es zu DDR-Zeiten schon einmal: am Dachsenhälter etwa oder am Bösen Horn. Das waren allerdings vergleichsweise sehr kleine Gebiete.

Eine Stellungnahme der NPV zum Thema war bis jetzt nicht zu erhalten.

Allerings könnt ihr nähere Informationen hier finden.

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4 Gedanken zu „Neues Totalreservat geplant

  1. Traurig, wenn es wahr werden würde. Für neue “Ranger” Folgen gibt es bestimmt dann eine Ausnahmegenehmigung, denn der Drehort liegt ja gleich neben dem Zeughaus. Dafür wird die Basteiaussicht luxuriös für viel Geld ausgebaut – als Besucher des Elbsansteingebirges lasse ich mich nicht mit dieser touristischen Massenabfertigung abspeisen. Klar Bastei, Kuhstall, Leichtenhainer Wasserfall, Obere Schleuse, Prebischtor sind schön. Aber das besucht man einmal und dann ist gut. Leider reicht das den meisten, bewegungsfaulen Besuchern ja dann auch. Das Nationalparmusuem in Bad Schadau werde ich dann aus Prinzip nicht besuchen – ich möchte Natur erleben und nicht Filme drüber gucken.

    Das alles für ein politisches prestige Objekt Nationalpark zur Beruhigung des Umweltgewissens. Es wird sich sicherlich ein Urwald in dem Gebiet ansiedeln. Der wird aber ganz bestimmt nicht so sein wie die Nationalparkstrategen sich das träumen. Wir werden andere vorherrschende Arten haben, der Klimawandel ist viel zu weit fortgeschritten. In meinem nächsten Leben werde ich auch Nationlaparkchef. Ein Traumjob – viel Geld für nichts tun.

    So bitter es ist – bleibt zu hoffen, dass der Blitz in das Totholz einschlägt und das Ganze in Rauch aufgeht. Löschen kann man dann nicht, man kommt ja nicht durch. Eine gewollte Umwelt Katastrophe die das Gebiet und eventuell noch viel mehr für viele Jahre noch mehr schädigt.

    Der Widerstand gegen den Plan ist zwar da aber meiner Ansicht nach schwach und damit aussichtlos. Wir Menschen sind im Nationalpark unerwünscht – wir dürfen unser Geld an den “Mc Elbsandstein” Highlights, den Parkplätzen und den Museen lassen. Das wars.

    Als Wessi fällt mir dazu nur ein “Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten”

  2. Zusatz: Zwar am 1. April geschrieben – aber mit einem ernsten Hintergrund und leider realistisch und kein Scherz.

  3. Hoffentlich ist das ein Aprilscherz, erst die Woche widersprach das SMUL unseren Befürchtungen von dauerhaften Wegsperrungen im Zuge des Borkenkäferbefalles.

    1. Der Text von Arndt ist bestimmt ein Aprilscherz. Der Hintergrund und die Möglichkeit, aber real und die Frustration darüber auch.

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