Der Nationalpark und seine Tücken

Verboten – die Aussicht am Neuen Kanapee

Da die Thematik in letzter Zeit in den sozialen Medien wieder ein wenig hochgekocht ist, und weil der BUND jetzt sogar ein generelles Boofenverbot sowie weitere Wegesperrungen fordert (HIER), hab ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Zum Nationalpark als solchen. Interessant dabei, dass sich in den sozialen Medien die Meinungen, wie derzeit in unserer Gesellschaft leider üblich, in zwei Extreme spalten. Das reicht von, Zitat: „richtig so“ und „wird auch Zeit“ bis, Zitat: „Umwelt-Faschismus!“. Es wird also ein längerer Text. Ich bitte ausdrücklich darum, diesen auch kontrovers zu diskutieren, zensiert wird garantiert nicht.

Fangen wir mal in der Vergangenheit an: von der Entstehung des Tourismus in der Region um 1820 herum bis zur Gründung des Nationalparks 1990 konnte man – von zwei sehr kleinen Totalreservaten in den 1980er Jahren abgesehen – überall und auf allen Wegen freiweg wandern. Dennoch befand sich die Region danach immer noch in einem Zustand, der den Titel „Nationalpark“ überhaupt erst gerechtfertigt hat. Und, viel wichtiger, Flora und Fauna waren im Großen und Ganzen dieselben wie heute. Mit einer Ausnahme: dem Wanderfalken. Der war aus der Region verschwunden, und nicht nur das, er war in ganz Europa am Verschwinden. Schuld daran war der – in Ost und West gleichermaßen – großflächige Einsatz des Pflanzenschutzmittels DDT. Über die Nahrungskette gelangte das auch in den Falken und sorgte dafür, dass die Eierschalen seines Geleges zu dünn wurden. Die Brut ging verloren. Somit war der Mensch mittelbar schuld an der Gefährdung des Vogels. Aber eben durch das Insektizid, nicht durch das Wandern.

DDT ist seit Jahrzehnten verboten, der Falke kehrte zurück. Nicht ohne – wieder menschliche – Anstrengungen. Man hat ihm, salopp gesagt, den Arsch nachgetragen, während der Brutzeit großflächige Ruhezonen eingerichtet. Mittlerweile scheint die Population schon zu groß für die Ressourcen des Lebensraums zu sein, die Brut ist rückläufig.

  Verboten – Försterloch

Aber machen wir uns nichts vor: Flora und Fauna der Sächsischen Schweiz haben eigentlich nichts Besonderes zu bieten, das Alleinstellungsmerkmal sind die Felsen. Übertreibe ich? Na, schaun wir mal, zunächst auf die Fauna. Drei Vögel werden da immer wieder als besonders schützenswert angeführt: Wanderfalke, Uhu und der Schwarzstorch. Zwecks Bewertung schaut man dann bei der ICUN (International Union for Conservation of Nature) vorbei, jener Organisation, welche die „Rote Liste“ führt. Und siehe da. Alle drei Vögel werden als „nicht gefährdet“ eingestuft.

Was die Flora betrifft, so nennt man immer wieder den „Stängelumfassenden Knotenfuß“, ein Kräutlein, welches es schon in der Eiszeit gab. Doch auch dieses gilt als „nicht gefährdet“ und nach der Bundesartenschutzverordnung als „nicht besonders geschützt“. In einigen alpinen Gebieten kann man das Kraut mit der Sense ernten. Auch das gern aufgeführte Zweiblütige Veilchen genießt keinen besonderen Schutz.

Richtig ist aber auch, dass die genannten Beispiele in der Sächsischen Schweiz tatsächlich selten sind. Aber eben nur in der Sächsischen Schweiz. Eine Palme in meinem Hinterhof wäre auch selten. Aber eben nur in meinem Hinterhof.

Es bleibt also dabei: die Felslandschaft ist das wirklich Schützenswerte, an Tieren und Pflanzen ist da eher nichts Besonderes.

  Verboten – Grenzweg

Warum aber wurde dann überhaupt ein Nationalpark gegründet? Aus einer Mischung von Prestigedenken und Panik. Prestigedenken, weil die schwindende DDR auch ein paar Juwelen in die deutsche Einheit einbringen wollte. Und da solche Juwelen im wirtschaftlichen Bereich sehr dünn gesät waren, hat man eben noch schnell die eine oder andere Landschaft veredelt. Panik deshalb, weil man, vielleicht nicht zu Unrecht, eine Invasion der „Investoren“ fürchtete. Golfplätze, Hotelbunker, Partymeilen – das sollte verhindert werden. Und ein gewisser Stolz auf den Titel „Nationalpark“ kam dann noch dazu. Damals, und ich mache da niemandem einen Vorwurf, hat keiner übersehen, wie schlecht dieser Status zu der gewachsenen Kulturlandschaft passte.

Dazu ein Beispiel: der weltweit erste Nationalpark – Yellowstonewurde 1872 gegründet. In einem Gebiet, welches vorher so gut wie kein Mensch betreten hatte. Aber bereits 36 Jahre früher wurde in der Sächsischen Schweiz mit dem „Kerbensteig“ ein erster Weg ausschließlich für die „Sommerfrischler“ angelegt. Und noch früher, nämlich 1811, beschloss das „geheime Finanzkollegium“ in Dresden: “Im übrigen sind die von den Reisenden am meisten besuchten Orte in der unter dem Namen Sächsische Schweiz bekannten Gegend, insoweit es ohne großen Kostenaufwand geschehen kann, in einen derartigen Zustand zu versetzen, daß ganz ohne Gefahr dahin zu gelangen ist und habt ihr über den erforderlichen Aufwand Anschläge einzureichen.” Es herrschte also schon reger Tourismus, 61 Jahre vor Gründung des weltweit ersten Nationalparks. Man sieht, die Gegend hat sich nie für den Status „Nationalpark“ geeignet. Wobei man noch wissen muss: „Nationalpark“ ist kein Titel, der verliehen wird, es ist ein Titel, den man sich per parlamentarischer Mehrheit selbst gibt. Wenn ich also eine Mehrheit im Landtag dafür finden würde, könnte auch mein Hinterhof (der mit der Palme) diesen Titel tragen.

  Verboten – Frinzberg

Wobei ich mich dieses Titels nicht wirklich erfreuen könnte, womit wir zur nächsten Frage kämen: warum sperrt der Nationalpark großflächig historische Wege? Nun, den Titel verleiht man sich zwar zunächst selbst, es gibt aber dennoch internationale Organisationen, die über die Qualität der Nationalparks wachen. (Und meinen Hinterhof dann sicher nicht durchgehen ließen.) Eine davon ist EUROPARC. Diese Organisation hat vor knapp zehn Jahren den Nationalpark unter die Lupe genommen und festgestellt: es gibt viel zu viele Wege. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem viele der historischen Wege schon gesperrt waren. Um es vereinfacht zu sagen: der Anspruch an einen Nationalpark beißt sich hier gewaltig mit den Realitäten einer erschlossenen Kulturlandschaft. Man kann den ganzen Bericht HIER nachlesen. Die Verwaltung laviert jetzt natürlich im Wortsinn zwischen Baum und Borke: Wege frei geben verbietet sich mit Blick auf internationale Verpflichtungen, Wege zusätzlich sperren verbietet sich mit Blick auf potentielle Proteste. Eine höchst unbefriedigende Situation für alle Beteiligten.

  Verboten – Thorwalder Gratweg

Verschärf wurde die Bredouille noch durch den Zustand vieler der Wälder im Elbsandstein, die weit entfernt von einer „Wildnis Nationalpark“ waren und sind. Monokulturen an Fichten herrschen vor, eigentlich nichts Schützenswertes. Weshalb man zu einem Trick griff und den ganzen Laden als „Entwicklungsnationalpark“ betitelte. Und sodann über Jahrzehnte sogenannte Waldpflege betrieb, vulgo schweres Gerät in den Busch schickte um Fichten herauszuholen. Motto: wir basteln uns eine Wildnis. Das musste schief gehen und ging schief. Die Maschinen hinterließen derartige Schäden, dass sich die NPV mehrmals sogar öffentlich entschuldigen musste. Beispielsweise beim Weißbachtal, beim Lindengründel oder im Goldbachtal. (Presseberichte hinter den Links)In letzterem hat man bei der Gelegenheit auch noch einer kleinen Population Feuersalamander den Garaus gemacht.

  Lindengründel – Schäden durch Forstmaschinen

Der Borkenkäfer hat dem ganzen Plan von der selbstgebastelten Wildnis dann endgültig über den Haufen geworfen. Seit drei Jahren kündigt sich an, dass da eine große Nummer passieren könnte. Zweieinhalb Jahre hat man gar nichts gemacht (“Natur Natur sein lassen”), seit einem halben Jahr herrscht jetzt hektische Betriebsamkeit. Weil selbst breite Wanderautobahnen wie der Große Zschand unpassierbar wurden.

Womit sich letztlich nur wieder zeigt: von welcher Seite es man auch betrachtet, für den Status eines Nationalparks taugt die Gegend einfach nicht.

  Verboten – die Fee vom Polenztal

Zusätzliches Wasser auf die Mühlen bieten dann leider auch immer wieder Besucher, die unter der Rubrik „bedingt vernunftbegabte Lebensform“ einzustufen sind. Da werden an den unmöglichsten Stellen Feuer gemacht (und gelegentlich Waldbrände verursacht), da fliegen bevorzugt Tempotaschentücher in jede verfügbare Nische (als ob nur dünnschissige Wanderer unterwegs wären), da sind gern Schulklassen mit Turnschuhen auf Bergpfaden in Partylautstärke unterwegs, da schleusen kommerzielle Anbieter Scharen von Eventtouristen durch eigentlich eher mickrige Höhlen. Bei solcherlei Tun lässt es sich natürlich leicht argumentieren, dass die Natur „Rückzugsräume“ bräuchte.

Was also tun? Ehrlich, ich weiß es nicht. Am sinnvollsten wäre es natürlich, auf den Titel „Nationalpark“ zu pfeifen und sich mit einem Schutzstatus zufrieden zu geben, der einerseits die schlimmsten Auswüchse verhindert und andererseits der Kulturlandschaft Rechnung trägt. (Dresden hat die Aberkennung des Titels „Weltkulturerbe“ ja auch problemlos verkraftet.) Aber mir ist schon klar: das geht nicht. So einen Titel zurückzugeben, dass bringt miese Presse, und zwar nicht nur in der Region, sondern international. Obendrein ist der Titel, obwohl das eigentlich ein Widerspruch ist, ein wichtiges touristisches Marketinginstrument. Viele Menschen verbinden mit diesem Titel so eine Art „Bambi-Romantik“. Meine persönliche Erfahrung sagt zwar, dass es sich außerhalb eines Nationalparks besser wandert (extrem kann man das im Harz erleben), aber wie gesagt: der Titel zieht. Man kann ihn nicht einfach zurückgeben.

  Verboten – Basteiengel

Vielleicht wäre aber eine Art „Leben und leben lassen“ möglich. Lasst die Leute freiweg wandern wo immer sie möchten. Eine lärmende Schulklasse wird sich nie auf den Grenzweg verirren (dafür ist der Anmarsch viel zu lang), und auch eventgeile Turnschuhtouristen wird man dort nicht finden (dafür ist die nächste Kneipe zu weit weg). Vielleicht könnte die Verwaltung auch zumindest ein wenig Engagement zeigen, was die alten Wege betrifft. Warum nicht mal ernsthaft mit der tschechischen Seite über eine Reaktivierung von Schönlinder Brücke und Kerbensteig verhandeln? Und die Öffentlichkeit auch über diese Verhandlungen informieren? Oder, um ein noch einfacheres Beispiel zu nennen: warum nicht die Verbindung Großer Zschand – Gabrielensteig – Rainwiese ins Gespräch bringen? Diese war immerhin bis zum Bau der Uferstraße in Herrnskretschen in den 1930er Jahren ein Hauptverbindungsweg nach Böhmen. Und ein gewisser Kurt Biedenkopf, der Herrgott hab in selig, hat 1991 genau an dieser Stelle grenzenloses Wandern versprochen.

Verboten, außer für Videos der “Guten” – Großer Zschand ganz hinten und Kirnizschklamm

Derzeit, und damit komme ich zu einem kleinen Blick zurück, herrscht aber ein Zeitgeist vor, welcher Mensch und Natur als zwei unterschiedliche Kategorien sieht. Nicht „der Mensch ist Teil der Natur“, sondern „der Mensch ist Feind der Natur“. Und hier werde ich plötzlich optimistisch, denn das ist tatsächlich reiner Zeitgeist, der sich auch mal ändern kann. Dazu möchte ich als Beispiel die Rückseite eines Heftes des von mir verehrten Comics „Mosaik“ (Ossis bekommen jetzt feuchte Augen) bringen. Das Heft stammt aus dem Jahre 1957, und damals lautete der Zeitgeist noch „der Mensch macht sich die Natur Untertan“. Wörtlich heißt es im Text:

Der Mensch verwandelt das Gesicht der Erde.
Er rodet Wälder und macht aus Wüsten fruchtbare Äcker.
Er gründet Städte und legt Straßen und Eisenbahnen durch das Land.
Er errichtet Stauwerke und nützt die Wasserkraft der Ströme.
Er schafft sich – in einer Welt ohne Unrecht und Unterdrückung – in gemeinsamer schöpferischer Arbeit ein Leben in Frieden und Wohlstand.

  Mosaik von 1957

Vor 65 Jahren sah man also den Menschen als einen, der die Natur nach seinem Gusto ummodeln sollte.

Und damals waren die Zeitgenossen genauso überzeugt, goldrichtig zu liegen, wie sie es heute sind.

Der Zeitgeist wird sich also auch wieder ändern, und dann dürfen wir wieder wandern ohne Einschränkung. Nur, ob ich mich dann noch ohne Rollator fortbewegen kann, das sei dahingestellt.

Und tut mir bitte einen Gefallen: klickt mal kurz auf die Werbung oben rechts. Damit werde ich nicht reich, kann aber immerhin die nächste Knoblauchsuppe bezahlen.

128742cookie-checkDer Nationalpark und seine Tücken

8 Gedanken zu „Der Nationalpark und seine Tücken

  1. Danke für den Text, bin da bei dir, den Titel braucht man nicht wirklich, und bei mir sind es erst 30 Jahre die ich hier wandere und klettere und sehe die negativen Veränderungen, grüße vom Sven

  2. Eine sehr guter Text und volle Zustimmung. Rein statistisch gibt es in Deutschlad kaum noch einen Ort an dem man mehr als einen Kilometer von irgendwelchen menschgemachten Bauwerken entfernt ist. Wir leben nun mal in einen dichtbesiedelten Land. Ein Nationalpark mit quadratkilometerweise Einsamkeit ist in Deutschland utopisch und unrealistisch.

  3. Arndt, dass passt voll zu meiner Auffassung. Eine Zeitlang fand ich den Nationalparkgedanken gar nicht so schlecht, doch die Umsetzung hätte man anders bewerkstelligen können. Mittlerweile bin ich absolut gegen dieses Konstrukt, weil es einfach die Kulturlandschaft in keinster Weise berücksichtigt, geschweigedenn schützt. Der ganze Mist muss weg und als Schutz einfach den Naturparkgedanken übernehmen. Im Zittauer Gebirge klappt das ganz gut. Ich werd mir ein T-Shirt bedrucken lassen. Irgendwas in der Art: Naturpark statt Nationalpark – Schutz der Kulturlandschaft

  4. Da haben wir uns 1990 eine Tüte gekauft, auf der “Natioanalpark” drauf stand und jetzt packen wir das zwischenzeitlich Produzierte aus und gucken entäuscht. Ist blos die Frage, ob da schon immer der jetzige Nationalpark drin war oder ob die Fabrik nach Abschluss des Kaufvertrages das Produkt, das ja nur ganz unscharf beschrieben war, zwischenzeitlich geändert hat. Danke für den Text.

  5. Guter Artikel, stimme ich voll zu. Die Wegedichte für Nationalparks kann man doch nicht mit einer für alle geltenden Formel beziffern, man kann nicht die Sächsische Schweiz mit dem Nationalpark Wattenmeer vergleichen. Im Naturpark Zittauer Gebirge funktioniert Naturschutz auch, und das mit nur ganz wenigen Einschränkungen, meist im Frühjahr die Kletterer betreffend. Jeden Herbst sind reichlich Pilzesucher unterwegs, ohne daß die Natur Schaden erleidet. Der Borkenkäfer kann sofort bekämpft werden. Alle Wege dürfen begangen werden, trotzdem brütet der Wanderfalke erfolgreich seit Jahren, und das mitten im größten Trubel am Berg Oybin. Ein Naturpark wäre besser für die Sächsische Schweiz, die Gesetze ließen sich besser handhaben, und guter Naturschutz wäre trotzdem möglich.

  6. Mittlerweile ist das NPV-Video auf Youtube ‘Jenseits der Wege …’ überarbeitet wurden (https://www.youtube.com/watch?v=pwIhm1W5sW4) und noch ohne Kommentar gewesen; meine ist der erste. Da meine ab und zu bei Youtube verschwinden, warum?, füge ich ihn hier an.

    Jenseits der Wege im Nationalpark Sächsische Schweiz ist es gefährlich – reliefbedingt. Alles, was an Wegen vorhanden ist, ist das Ergebnis eines Kulturraumes, der sich seit mehreren hundert Jahren entwickelt hat. Übrigens im Einklang mit der Natur, anderenfalls hätten unsere Vorfahren die Sächische Schweiz längst zerstört.
    Dass wildlebende Tiere die Menschen als Gefahr sehen, ist keiner Erkenntnis der letzten 10 Jahre, sondern schon sehr lange bekannt. Die empfindlicher Wahrnehmungsschwelle der Tiere ist ein Aspekt (Empfänger), aber welche Signale sendet der Mensch (Sender) aus, das in der Sächsischen Schweiz über hunderte von Metern wahrnehmbar ist?
    Schall – jetzt nicht mit dem Argument kommen, Tiere hören x-mal empfindlicher als Menschen, nehmen sie also auch über die x-fache Entferung akustisch wahr – der Schallpegel wird bei ungehinderter Ausbreitung nicht linear gedämpft, sondern quadratisch! (Abstandsquadratgesetz) Damit ist also nicht x, sondern Wurzel (x) der Faktor.
    Optisch – die Bildwechselrate steht nicht für eher wahrnehmen, sondern für die bessere Wahrnehmung von Bewegungsabläufen. Tiere, die mit hoher Geschwindigkeit nach Beute jagen, benötigen eine hohe Bildwechselrate beim Sehen, um die Bewegungsabläufe der Beute exakt zu sehen. Lässt sich sehr gut beim Menschen beobachten; da wir uns, technisch bedingt, viel schneller bewegen können, als die Natur vorgesehen hat, steuern wir mit den Tunnelblick dagegen, um auch bei 150 km/h immer noch in der Lage sind, ein Fahrzeug zu führen.
    Geruch – ??? käme auf ein Experiment an.

    Zieht man die Infos über die Entwicklung von Uhu, Schwarzstorch und Wanderfalke auf der Nationalparkseite zu Hilfe, ist zu sehen, dass ab Ende der 1970er die Population wieder zunahm, trotz steigender Zahl der Touristen und Wandermöglichkeit auf allen(!) Wegen. Die Ursache des Aussterbens in den 60er und 70ern war zwar auch der Mensch, aber nicht der Tourist, sondern die Anwendung des Pflanzenschutzmittels DDT, das, über die Nahrungskette von den Vögeln aufgenommen wurde, zu Minderung des Kalkgehaltes der Eierschalen führte und somit die Brüchigkeit dieser zunahmen.
    Schaut man sich die Populationsentwicklungen auf der Seite der NPV an und die Entwicklung der Übernachtungen in der Sächsischen Schweiz, die einzige Möglichkeit, um eine Korrelation festzustellen, kommt man zu dem Ergebnis – es gibt keine! Wenn es diese nicht gibt, ist die Suche nach einer Kausalität für die Sächsische Schweiz nicht notwendig – ohne Korrelation keine Kausalität und ohne Kausalität ist jedes Verbot nicht gerechtfertigt.
    Es ergibt sich die Frage, wie viel Diversität verträgt denn die Sächsische Schweiz? Wie viel von jeder Art sind denn möglich? Wo findet man dazu Zahlen? Diversität und Menge um jeden Preis auf dem Rücken der Menschen kann nicht Ziel eines Nationalparks sein.

    Sehe ich dann die Forderungen des BUND – Spaßpark oder Nationalpark – ist das typischer Zeitgeist. Es gibt nur zwei Schubladen, links oder rechts, Spaßpark oder Nationalpark. Genauso sehe ich Meldungen zum Wanderfalken, wie Kipppunkt steht kurz bevor, 2.Aussterben und Schuld ist der Mensch ohne dass auch nur der Ansatz zu sehen ist, sich intensiv mit allen anderen Möglichkeiten auseinander zu setzen.

  7. Auch von mir noch ein Kommentar zum Wanderfalken: Ich war zur Turmführung in einer Kirche in Mühlhausen – und die Leiterin erzählte, dass dieses Jahr (anstelle der üblichen Turmfalken) ein Wanderfalkenpärchen erfolgreich auf dem Turm gebrütet hat. Also mitten in der Stadt, über der Fußgängerzone und trotz regelmäßiger Turmbesichtigungen. Also soooo empfindlich scheinen diese Tiere nicht zu sein, wie man uns weismachen will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.