Alle Beiträge von Arndt Noack

Goldsteig, Hintergründel und das Reibetöpfel

 

Region: Hintere Sächsische Schweiz, Großer Zschand
Dauer: knapp sechs Stunden
Entfernung: rund 16 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1000
Schwierigkeit: mittel
Bemerkungen: Gasthaus nur am Anfang der Runde, keine Aussichtspunkte, Reibetöpfel am Ende stark verwachsen

 

Irgendwie klingt das doch schon mal gut. Neben den drei genannten Orten – wobei der eine leider Anlass zu Sorgenfalten bietet – sehen wir noch eine Grotte, in der es tröpfelt, das Grab eines armen Mordopfers, einen Fels mit einer Miezekatze, einen Kuhstall in klein und eine irgendwie heilige Höhle. Ehe wir loslaufen aber ein Hinweis: mein GPS hat während des Aufenthalts in besagter Höhle einen Amoklauf hingelegt, der Track gleicht hier abstrakter Kunst. Sowohl die Entfernung und erst recht nicht die Höhenmeter kann man ernst nehmen, ich habe also geschätzt. Alle Wege auf dieser Runde gehören in die Kategorie “ausdrücklich erlaubt”, der nationalparkkonforme Wandermann möge mir also getrost folgen. Diesmal.

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Affensteine–mal einsam, mal überlaufen

 

Region: rechtselbisch, Affensteine, Kirnitzschtal
Dauer: gut sieben Stunden mit mehrmals rasten
Entfernung: 17 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 1210 Meter
Schwierigkeit: etwas anstrengender, aber noch kein Leistungswandern
Bemerkungen: Imbiss auf dem Großen Winterberg, Wirtshäuser am Kuhstall und am Lichtenhainer Wasserfall

 

Derzeit ist die Sächsische Schweiz ja so voll von Touristen, dass man lange grübeln muss, wo es noch stille Ecken geben könnte. Ich denke, mit dieser Runde in den Affensteinen hab ich einen einigermaßen vernünftigen Kompromiss gefunden. Ein paar – sehr volle – gängige Höhepunkte sind dabei. Und auch ein paar sehr ruhige Ecken. Ich habe auch wieder den ÖPNV genutzt, und, man staune, der klappte recht gut. S-Bahn und Bus waren zwar voll, aber nie übervoll. Das funktioniert halt noch bis Ende August, solange meine Dresdner Monatskarte im gesamten Verbundraum gilt. Danach hat der ÖPNV wieder sein altes Problem: er ist zu teuer. Schon mit zwei Mann im Auto reist man dann wieder billiger an als in der Bahn. Parkticket schon eingerechnet. Aber das ist schon ein anderes Thema.

Jetzt also erst einmal auf eine wirklich schöne Runde. Wir sehen: einen Graben, der böse sein will, aber eigentlich schön ist. Eine Hölle, in der es zahm zugeht. Eine herrliche, aber überlaufene Aussicht, die wir alternativ erreichen. Und zu der wir gar eine Alternative finden. Eine weitere wunderbare Aussicht, auf der wir komischerweise allein waren. Einen neuen Imbiss. Eine Ausweichbewegung bei Rangeralarm. Und zu guter Letzt den Kuhstall, der weniger voll war, als befürchtet. Man möge mir folgen.

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Räuber und Flüchtlinge

Region: linkselbisch, Bärensteine, Rauenstein, Struppen, Pötzscha
Dauer: gut sechseinhalb Stunden
Entfernung: 16 Kilometer
Höhenmeter (Hoch und Runter): 900
Schwierigkeit: mittel
Bermerkungen: Einkehr in Naundorf und auf dem Rauenstein, Streckenwanderung mit ÖPNV

 

Keine Bange, unter dieser Überschrift folgt keine politische Polemik. Vielmehr deutet sie auf die Namen zweiter Punkte dieser Tour hin. Obendrein stehen wir am Gesichtserker eines Monarchen, staunen über Wasserkunst im Wald, ärgern uns über Müll und über Gedröppel zur Unzeit, verspeisen eine epochemachende Eierschecke und sehen einen Felssturz von besonderer Bedeutung. Und das richtig Gute dabei: trotz derzeitigem Massenauflauf in der Sächsischen Schweiz blieb die Runde recht ruhig. Lediglich an einer Stelle – nicht die, die ich vermutet hatte – wurde es etwas laut. Was aber zu verschmerzen war. Genug geschwätzt, man folge mir von der Vorrede zum Vorwort.

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Die NPV im Netz

Heute mal keine Bilder, dafür einiges an Text. Der neue “Digitalbeauftragte” der Nationalparkverwaltung scheint seine Arbeit aufgenommen zu haben. Oder ist “Er” eine “Sie”? Wissen wir nicht, denn “es” kämpft noch mit heruntergelassenem Visier. Also nicht unter seinem Klarnamen. Trotzdem gibt es schon Spuren, es folgen einige Netzbesuche zum Guten wie zum Schlechten.

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Ganz entspannt: der Paulinengrund und die Steinerne Rinne

Das ist eine kleine, aber feine Runde im Böhmischen. Ganz am Anfang genießen wir eine Aussicht, die wir nicht vermuten würden.  Sodann sehen wir ein Tal, welches es in der Topliste der Täler im Sandstein ziemlich weit nach oben schaffen dürfte. Dann passieren wir noch diverse Kleindenkmäler im Wald und am Wegesrand. Um schließlich zum Ende durch einen geheimnisvollen Graben zu laufen, über dessen ursprünglichen Zweck selbst fleißige Heimatforscher nur die Schultern zucken können. Also los.

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Kurztest: das Zámeček mit neuem Betreiber

Es war fast schon ein kleiner Schock, als der bisherige Bertreiber des kultigen Zámeček bei Hohenleipa zu verkünden wusste, dass er den Laden aufgibt. Denn von dem, vorsichtig ausgedrückt, nostalgischen Flair des Hauses, aber auch von der hervorragenden Küche zu Minipreisen wurden wir immer wieder angezogen. Ganz zu schweigen vom Betreiber selbst, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Rübezahl aufzuweisen hatte.
Aber, dem Berggeist sei gedankt, es hat sich ein Nachfolger gefunden. Grund genug, mal wieder vorbei zu schauen.

Äußerlich hat sich gar nichts verändert. Noch immer bröckelt der Putz fleißig vor sich hin. Und noch immer findet sich auf der Terrasse kein rechter Winkel, was alle Tische und Stühle ins Wackeln bringt. Und auch das bröselige Wappen derer von Clary-Aldringen (deren Jagdschloss das einst war) ziert noch immer die Terrasse. Also alles wie gehabt.

   Wappen und Bröckelputz

Allerdings scheint der neue Betreiber noch nicht so richtig in die Gänge gekommen zu sein. Denn er zählte uns, ganz ohne Speisekarte, nur drei oder vier Hauptgerichte zur Auswahl auf. Das war’s. Die geliebten Kleinigkeiten oder auch einen Palatschinken gab es nicht. Auch keine Knoblauchsuppe. Gar keine Suppe.

Das war dann doch etwas enttäuschend, weshalb wir es bei bei einer Kofola und einer Fants bewenden ließen. War spottbillig.

Lassen wir also als Fazit stehen: es ist gut, das es das Zámeček  überhaupt noch gibt. Der neue Wirt braucht halt etwas Zeit, dann wird das schon. Nebenan, im desolaten Forsthaus, haben auch Bauarbeiten begonnen. Da kann man also getrost Hoffnung haben.

  Hier tut sich was.

Nationalparkchef geht in Rente

Dr. Dietrich Butter, seines Zeichens Chef der Nationalparkverwaltung, geht in den Ruhestand. Weshalb ich es mir nicht nehmen lasse, hier ein kleines Abschiedsgedicht zu verewigen. Leicht erkennbar, habe ich die Knüttelverse beim Struwwelpeter gemaust.

Und jetzt mal im Ernst – was fällt mir zu seiner Amtszeit ein? Fangen wir mal mit dem Positiven an:

  • Er war ein Pragmatiker, der ohne Ideologie seines Amtes waltete.
  • Entsprechend hat der Druck auf “Falschwanderer” nachgelassen. Nein, nicht dass er völlig zum Erliegen gekommen wäre. Aber es zog mehr “Leben und Leben lassen” ein.
  • Auch der unsägliche “Wegeverhau” passierte nur noch temporär – wahrscheinlich in Eigeninitiative leicht fanatischer Mitarbeiter. Systematisch, wie unter seinem Vorgänger, ist das nicht mehr vorgekommen.

Machen wir mit neutralen Punkten weiter:

  • Man konnte mit ihm fast immer ins Gespräch kommen. Manchmal, ganz selten, kam dabei auch etwas heraus.
  • Die Anzahl der begehbaren Wege blieb nahezu gleich. Einzelne kamen dazu, einzelne fielen weg. Sein Vorgänger hatte noch eine drastische weitere Reduzierung der Wege geplant.

Und nun die negativen Aspekte:

  • Er hat dem Einsatz schwerer Forsttechnik im Nationalpark Tür und Tor geöffnet. Mit teilweise üblen Folgen.
  • Die “AG-Wege”, einst als Mittel zur Mit- und Einsprache geschaffen, wurde unter seiner Ägide zum zahnlosen Tiger. Ihre Sitzungen, ohnehin nur noch einmal jährlich, mutierten zu reinen Informationsveranstaltungen des Nationalparks. Kritiker wurden aus dem Gremium entfernt.

Fallen euch weitere Punkte ein? Rein damit in die Kommentare!

Noch ein Späßchen zum Abschied: was macht er im Ruhestand? Er geht Angeln! Der Beweis:

Sein Nachfolger heißt Ulf Zimmermann. Mehr dazu demnächst.

Zwei Hörner, drei Steine

Konkret geht es auf das Große- und das Kleine Pohlshorn, auf den Teichstein, den Arnstein und den Kleinstein. Also ziemlich weit hinten im Kirnitzschtal. Trotz des momentanen Andrangs herrscht hier ziemliche Ruhe im Wald. Wobei: es waren schon so einige Wanderer mehr als gewöhnlich unterwegs. Aber die haben sich gut verteilt und nie wirklich gestört. Obendrein bringt die Runde zwar nicht so viele Kilometer, dafür aber einiges an Höhenmetern. Also kein Spaziergang. Wovon wir aber uns nicht bange machen lassen und einfach mal loslaufen.

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