Eine etwas längere, aber recht gemütliche Tour im Böhmischen. Wir sehen: viele Aussichten, putzige Gebäude im Wald und zum Ende hin noch ein traumhaft romantisches Tal.
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Schnell zum Stift gegriffen, Kinder!
Das hab ich gerade beim Surfen im Netz der Netze entdeckt: die Elbsandsteingruppe, die ja diverse Ausflugslokalitäten in der Sächsischen Schweiz betreibt, hat einen Malwettbewerb für Kinder ausgeschrieben. Als Vorlagen dienen die Wandermädel und –jungs, die wir schon seit Jahren so gern auf den Wanderkarten von Rolf Böhm suchen. Die Preise für die schönsten Bilder sind nicht übel: ein Wochenende auf dem Winterberg oder gar ein Jahr lang kostenloses Essen in den Gasthäusern der Gruppe sollten schon motivierend sein.
Screenshot: Elbsandsteingruppe
Ich überlege nun, wie ich es anstellen kann, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Ich selber bin da wohl deutlich zu alt – da hilf auch keine Faltencreme – und auch mein Sohnemann ist schon dem Teilnehmeralter entwachsen. Denn dieses ist auf acht Jahre begrenzt. Mist, der Jahrespass fürs Essen hätte mich schon gereizt. Denn selbiges ist in allen Lokalen der Gruppe wirklich hervorragend – Bio, regional, vegetarisch, sogar vegan – aber leider nicht eben preisgünstig.
Also, wer Kinder unter acht Jahren hat und diese zum Malen begeistern kann: unbedingt mitmachen. Alle Details auf den Seiten der Elbsandsteingruppe hier.
Spontane Idee, kleine nette Runde
Da stand ich also heute in Königstein und hatte gute eineinhalb Stunden Zeit. Ins Wirtshaus setzen wäre Quatsch gewesen, und die ganze Zeit die Elbe anstarren, hatte ich auch keine Lust. Also der spontane Entschluss: ich laufe einmal rund um die Festung. In Turnschuhen, und einen Fotoapparat hatte ich auch nicht dabei, deshalb keine Bilder hier.
Aber der Weg hat sich gelohnt. Gleich hinter der Kirche beginnt der Latzweg, steil auf alten Steinplatten nach oben. Mist, wirklich steil, eigentlich sollte es doch nur ein netter Spaziergang werden. Die steilen Steinplatten gehen irgendwann in viele Treppenstufen über, auch keine Freude. Dafür aber schöne Ausblicke auf Elbe und Königstein. Es geht vorbei an der Palmschänke – leider keine Schänke mehr, sondern eine Pension – und endlich nur noch leicht aufwärts bis zur Festung.
An der gehe ich aber zielgerichtet vorbei und zum Parkhaus unter der Festung, um dort eine preiswerte Bockwurst zu verklappen. Zurück auf Höhe der Festungskassen dann gleich links, ein winziges Stück auf dem Patrouillenweg entlang und dann über die Alte Festungsstraße zurück ins Tal. Auch hier wieder: uralte Wegebefestigung mit Steinplatten, dazu ein fettes aber rostiges und stellenweise kaputtes Eisengeländer.
Fazit: ein gutes Stündchen unterwegs, runde sechs Kilometer, Spaß gehabt. Und obendrein ganz allein, den fußläufigen Weg zur Festung benutzt heutzutage wohl kein Tourist mehr.
Sturmschäden am Fritzschenstein
Rund um den Fritzschenstein hat ein Sturm gewütet und zahlreiche Bäume entwurzelt. Was zunächst wie ein unabwendbares Naturereignis erscheint, hätte aber nicht sein müssen. Denn die meisten Bäume sind gekippt, weil sie einfach ganz allein standen – nicht mehr geschützt vom umgebenden Wald. Selbiger wurde nämlich vor einigen Jahren bereits im Zuge des mehr als umstrittenen “Waldumbaus” derart gelichtet, dass nun der Sturm ungebremst da hineinfahren konnte.
Besonders pikant: erst vor wenigen Wochen wurden in diesem Bereich junge Weißtannen gepflanzt. Die haben nun, ungeschützt von umgebender Vegetation, keine Chance mehr, älter zu werden. Entweder werden sie vom Wild verbissen, oder aber bei der Aufarbeitung des Sturmholzes von Forstmaschinen zerstört.
Und schließlich: auch die Wege werden so doppelt beansprucht. Denn beim jetzt notwendigen Einsatz von Forstmaschinen werden sie wieder kaputt gefahren, was eine neuerliche Instandsetzung erforderlich macht.
Mein Fazit: die derzeitige Politik des Staatsbetriebes Sachsenforst, aus dem Nationalpark unter dem Label “Waldumbau” alles herauszuholen, was die momentan hohen Holzpreise hergeben, schlägt zurück. Die Sturmschäden hätten nicht sein müssen, hätte man den Wald nicht so stark “durchforstet”. Und dann hätten wohl auch die frisch gepflanzten Weißtannen eine Chance gehabt. Von den Wanderwegen ganz zu schweigen.
Aufwändige Felssicherung in Herrnskretzschen
Im böhmischen Herrnskretzschen (Hřensko) wird derzeit mit immensem Aufwand der Fels über die gesamte Länge des Ortes gesichert. Dazu hat man ein fast drei Kilometer langes Arbeitsgerüst aufgebaut, von dem aus ein Fangzaun angebracht werden soll. Die Arbeitsbühnen beginnen tatsächlich bereits oberhalb des Hotel “Labe”, also am alten Aussichtspunkt des Herrenhaussteiges, und enden erst über dem großen Parkplatz am Ortsausgang Richtung Rainwiese (Mezní Louka). Sie ziehen sich also über die gesamte Ortslänge hin. Schön sieht das zunächst mal nicht aus, eher gigantisch. Aber vielleicht wird der Zaun ja nach seiner Fertigstellung weniger aufdringlich zu sehen sein. Inwieweit er traditionelle Wanderwege wie die Johannespromenade oder den Heusteig behindert oder gar blockiert, ist derzeit nicht abzusehen.
Nochmal: Schutzhütten
Der Abriss der Schutzhütte an der Kreuzung Großer Zschand / Zeughausstraße hat wohl einigen Ärger ausgelöst. So zumindest scheint es, dieweil die Nationalparkverwaltung prompt mit einer Pressemitteilung reagierte. In der sie, ganz zu Recht, darauf verweist, dass auch vier andere Schutzhütten saniert worden. Mehr dazu und im Wortlaut hier. Und das kann ich natürlich nur begrüßen. Aber jetzt komme ich doch mal ins Grübeln: zum Thema Schutzhütte im Zschand heißt es da: “Eine sanierungsbedürftige Schutzhütte in der Kernzone im Großen Zschand wurde ohne Ersatz zurückgebaut….”. Liebe Nationalparkverwaltung, diese Schutzhütte stand nicht in der Kernzone. Selbige beginnt, und das wird mit recht vielen Schildern am Wegesrand auch angezeigt, südlich der Zeughausstraße. Die Schutzhütte stand also rund 50 Meter außerhalb der Kernzone. Aber mit eurer Kernzone nehmt ihr es eh, wie es passt. Gilt für Harverstereinsätze genauso wie für Schutzhütten.
Osterwandern drei: Bielatal
Und noch so eine ausgesprochen entspannte Runde, die hervorragend für Kinder geeignet ist und obendrein aller Nase lang einen kleinen Höhepunkt bereithält. Es geht ins Bielatal.
Osterwandern zwei: Lilienstein
Das ist nun wirklich keine Tour, das ist eher ein Ausflug. Und auch, wenn auf dem Lilienstein immer viel los ist – hin und wieder kann man sich das schon gönnen, denn sowohl die Auf- und Abstiege als auch die Aussicht von da oben können sich sehen lassen. Und zwei kleine Schlenker, die nicht jeder Tourist macht, bauen wir auch noch ein. Diese Runde ist übrigens auch schon mit kleinen Kindern sehr gut zu schaffen – man muss dann beim Aufstieg eben immer mal wieder anhalten und Energie nachtanken.