Der Feigenblatt-Steig

TitelbildMan hat ja allerlei gelesen über einen neuen, grenzüberschreitenden Weg. Welcher dem Wanderer, speziell jenem, der zwischen Schmilka und Herrnskretschen (Hřensko) unterwegs ist, das elendigliche Gelatsche auf der Straße ersparen soll. Noch ist der zwar nicht offiziell (also mit dem einen oder anderen Großkopferten sowie mit einem Band zum Durchschneiden) eröffnet. Aber vorhanden ist er schon, und man darf und soll ihn auch schon gehen. Grund genug, ihn mal zu inspizieren.

Der Weg beginnt auf deutscher Seite als Abzweig vom Grenzweg, dort wo dieser nicht so attraktiv, aber dafür erlaubt ist. Auf tschechischer Seite endet er dann auf der Straße, zwischen Herrnskretschen und der Kreuzung “Drei Quellen”. Von der aus geht es weiter in den “Langen Grund” zum Prebischtor oder auf dem “Mühlweg” zur Aussichtsplattform “Phönix” und nach Stimmersdorf (Mezna). Etwa so:

Wegverlauf

Quelle: OSM

Zwar wird offiziell davon gesprochen, dass dieser Weg die beiden Attraktionen “Weg zur Wildnis” in Sachsen und “Phönix” in Böhmen verbinden soll, aber das ist doch arg an den Haaren herbeigezogen. Der “Weg zur Wildnis” liegt ein Ende weg, obendrein müsste man erst rauf, dann wieder runter, dann wieder rauf und sogleich nochmal runter. Wenn man dann weiter zum “Phönix” wollte, geht es wieder rauf. Und von dort kommt man nicht mehr wirklich weiter, solange der Gabrielensteig noch gesperrt ist.

Aber Richtung Prebischtor ist das schon mal eine nette Ergänzung der Tour.

Ehe ich hier aber noch ein paar Gedanken aufschreibe, schauen wir uns doch mal einige Impressionen vom Weg an. Wir wandern mit Herrn Fuchs. Wobei ich gestehen muss: mein KI-Füchslein hat noch reichlich Luft nach oben. Rein stimmlich betrachtet.

Und nun ein paar Bemerkungen:

Der Weg ist kein Brüller, aber wirklich nett zu gehen. Das Beste an ihm ist wohl, dass er überhaupt da ist. Von Schmilka nach Herrnskretschen ging es eben bisher nur öde an der Straße lang oder auf verbotenen Pfaden.

Ausnahme war da die Johannespromenade, die war erlaubt, aber gut versteckt. Dem Vernehmen nach soll sie perspektivisch gar den jetzigen Weg ablösen oder ergänzen. Wenn sie denn wieder begehbar ist, denn momentan ist es da , nach Borkenkäfer und Brand, lebensgefährlich. Attraktiver wäre sie allemal.

Der Weg hat (noch) keinen Namen. Ich taufe ihn also mal “Feigenblatt-Steig”. Warum? Nun, lesen Sie mal HIER. Seit fast zwei Jahren rappelt es in der Kiste, von beiden Seiten der Grenze wird die Öffnung alter, historischer und grenzüberschreitender Wege gefordert. Und kräftig abgebügelt. Was nicht gerade neue Freunde schafft. Also musste da mal ein wenig Druck aus dem Kessel gelassen, guter Wille vorgeführt und eben ein Feigenblatt geschaffen werden. Merkt natürlich jeder, aber egal, ich freue mich trotzdem. Auch wenn ich lieber den Großen Zschand oder gar den Fremdenweg genutzt hätte.

Und nochmal zum Video: laut Wikipedia beträgt die Schwanzlänge eines Fuchses 35-45 Zentimeter. OK….

ACHTUNG: die folgenden sechs Wörter sind sexistisch und obendrein hoffnungslos übertrieben. Sie könnten Ihre Gefühle und Ihre Befindlichkeit beeinträchtigen. Lesen Sie nur weiter, wenn Sie sich sicher sind, beides nicht zu haben.

…ihr könnt Fuchs zu mir sagen.

Kreuzspinne und Kreuzschnabel!

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