Wieder hübsch: Langenhennersdorfer Wasserfall

DSCN2887Eigentlich könnte ja alles gut sein: der Langenhennersdorfer Wasserfall ist mit neun Metern Fallhöhe der höchste in der Sächsischen Schweiz. Der Anblick, wenn das Wasser in mehreren Kaskaden zu Tal rauscht, ist wirklich schön. Obendrein gibt es mit der Zwergenhöhle gleich daneben auch was zu entdecken. Dumm nur: dieses kleine Highlight wird in so gut wie keinem Wanderführer erwähnt und auch nur selten besucht. Das hat zwei Gründe: zum einen war das ganze Areal rund um den Wasserfall in den letzten Jahrzehnten immer mehr verlottert und zugewachsen. Nicht wirklich schön. Und zum anderen gibt es einfach keine vernünftige Möglichkeit, den Wasserfall in eine Wanderung einzubinden. Es führen schlicht keine Wanderwege dorthin. Der einzige Zugang ist die darunter lang führende Landstraße. Und auf der will man nun wirklich nicht wandern, zumal sie auch recht dicht befahren ist.

Grund Nummer eins ist abgeholfen: alles wurde freigeschnitten und aufgeräumt. Obendrein steht jetzt auch neue “Erklär – Bär – Tafel” direkt am Wasserfall. Jetzt macht es wieder Spaß, hier herumzuturnen.

DSCN2886 Eine der unteren Kaskaden.

Tipp: direkt rechts vom Wasserfall können Sie den Zugang zur Zwergenhöhle gar nicht übersehen: ein enger Felsspalt mit alten Treppen drin. Die Höhle selbst ist dann auch nicht gerade riesig, aber im hinteren Bereich finster wie ein Bären..arm. Also ein Geleucht einpacken. Und noch Stück weiter rechts führen altersschiefe Treppen – die bei nasser Witterung auch mal glitschig werden können – direkt nach oben an den Beginn des Wasserfalls. Macht alles in allem eine gute halbe Stunde Erkundungen.

DSCN2888 Wasserfall von oben.

Bleibt das Problem der fehlenden Wanderwege. Hier sollten sich die Gemeindeväter von Langenhennersdorf mal ein Herz fassen und einen Weg, am besten einen Rundweg, anlegen. Bis dahin bleibt nur: den Wasserfall als nettes Anhängsel einer anderen Tour mitnehmen, mit dem Auto bis ran fahren und erkunden.

Klotzen, nicht kleckern

Immer wieder gibt es Felsstürze im Elbsandstein. Das ist normal und liegt einfach an dessen poröser Konsistenz. Das man sich davor aber schützen kann, wenngleich nicht im Wald, wohl aber in bewohntem Gebiet, haben nunmehr unsere tschechischen Nachbarn bewiesen: oberhalb von Herrnskretzschen (Hřensko) wurde auf einer Länge von fast 2,5 Kilometern ein beeindruckender Schutzzaun gebaut. Die Zahlen lesen sich schon fantastisch: Brocken bis 20 Tonnen Gewicht kann der Zaun abhalten. Und hat umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro gekostet. Über ein Förderprogramm finanziert von der böhmischen Nationalparkverwaltung.

DSCN1305 Bild aus der Bauphase: der Schutzzaun.

Noch sieht er nicht wirklich schön aus in seiner Wuchtigkeit, sollte aber in zwei bis drei Jahren gut von der Vegetation überwuchert sein. Erstaunlich finde ich, dass sich hier eine Nationalparkverwaltung mit erheblichem finanziellen Einsatz für die Belange der Anwohner und der vielen Touristen einsetzt. Auf unserer Seite der Grenze setzt sich die hiesige Nationalparkverwaltung meist nur für ihre eigenen Belange ein.

Nach dem Bau des Zaunes ist allerdings der Aufstieg zur Aussicht an der alten Herrenhausstiege von unten nicht mehr möglich, sie ist versperrt. Aber mal ehrlich: dieser Aufstieg war ohnehin eine üble Schinderei und obendrein auch schon vorher durch die Buden der vietnamesischen Crystal –äh falsch: gefälschte Markenklamotten – äh, schon wieder falsch: Gartenzwerghändler blockiert.

Weiter komplett begehbar scheint dagegen die Johannespromenade oberhalb von Herrnskretzschen zu sein. Inwieweit der Heusteig als Abstieg von eben dieser Promenade durch den Bau betroffen ist, entzieht sich derzeit noch meiner Kenntnis. Ich werde das bei passendem Wetter mal prüfen.

Wegebau Herrnskretzschen–Drei Quellen

Eine gute Nachricht für alle, die in der kommenden Saison das Prebischtor besichtigen wollen: bisher war es so, dass ein Stück des Weges, nämlich zwischen Herrnskretzschen (Hřensko) bis zur Wanderwegekreuzung an den Drei Quellen (Tři prameny) auf der recht vielbefahrenen Straße zurückgelegt werden musste. Ärgerlich, zumal man auf dieser Tour ja auch nie allein ist.

Jetzt hat sie böhmische Nationalparkverwaltung begonnen, neben der Straße einen eigenen Weg für Wanderer anzulegen. Bis zum Saisonstart soll der fertig sein. Kostenpunkt: fast eine Viertelmillion Euro. Sicher auch deshalb so teuer, weil der Weg grundhaft ausgebaut werden muss. Denn von den jährlich 150 000 Besuchern des Prebischtors dürfte die große Mehrheit hier lang kommen. Andere – historische – Zugänge zum Tor sind ja offiziell gesperrt und auch verrammelt.

Trotzdem: eine gute Sache, welche die klassische Runde Herrnskretzschen – Klammen – Rainwiese – Gabrielensteig – Prebischtor – Herrnskretzschen gleich noch mal attraktiver machen dürfte.

Heutiger Zustand: alles andere schön für den Wanderer und auch nicht ungefährlich (Quelle: Google-Maps)

Gereimtes zum Jahreswechsel

Wünsche und Anregungen fürs neue Jahr

Räum den Verhau weg, als kleinen Scherz
Im Januar, Februar und März,
Der Harvester ist immer mit dabei
Im April und im Mai,
Den Ranger zu foppen ist eine Lust
Im Juni, Juli und August,
In der AG-Wege gibt’s dafür Lorbeer,
Im September und Oktober,
Und zeig der NPV wo er ist, dein Allerwer – tester,
Das ganze Jahr, im Dezember und auch zu Silvester.

Sehr, sehr frei nach Theodor Fontane

Montage

Das Bild ist natürlich eine Montage, und eine schlechte noch dazu. Denn ich könnte nie mit der Bazooka auf einen Harvester losgehen. Ich hab nämlich keine.

Also: rutscht gut rein!

Donnerbalken am Gohrisch

Wandersmann, näherst du dich dem Gohrisch von Westen (also in Richtung bequemer Aufstieg oder Falkenschlucht), dann kommst du an diesem netten Rastplatz vorbei.

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Noch sieht es gut aus, aber schaut man dann mal hinter die Bank, wird es traurig.

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Kann es wirklich sein, dass hier irgend welche Waldschweine die Bank als Donnerbalken missbrauchen? Man könnte es vermuten. Gott sei Dank hab ich keinen Dünnschissigen mit nackten Hintern über dem Holz zu sehen bekommen.

Und ganz allgemein: wenn ihr es schon nicht lassen könnt, euch im Wald wie ein Wildschwein zu erleichtern, dann putzt wenigstens mit normalem Toilettenpapier und nicht mit Tempotaschentüchern ab. Denn diese Taschentücher sind strukturell so ausgelegt, der Feuchtigkeit zu widerstehen und langsam zu verrotten. Logisch, schließlich sollen sie das Nasensekret sicher auffangen. Ansonsten könnte man ja gleich in die hohle Hand rotzen. Bei Toilettenpapier ist das genau umgekehrt: es ist so ausgelegt, dass es in der Kloake möglichst schnell verrottet, um im Klärwerk möglichst wenig Arbeit zu machen.

Aber wenn ich mal so einen Papierchenschmeißer auf frischer Tat erwische, dann gibt es was auf den nackten Hintern. Versprochen.

Axel M. und die Winterbergkehren–eine Polemik

Es folgt mal wieder ein längeres Stück Text ganz ohne Bilder, nur um sich dran zu reiben und zu diskutieren. Was ist passiert? Axel Mothes, seines Zeichens ja bekannter Verfasser zahlreicher Bücher, die der Nationalparkverwaltung nicht gefallen, ist mal wieder erwischt worden. Diesmal am historischen Aufstieg zum Pavillon am Kleinen Winterberg. Die ganze Geschichte aus seiner Sicht kann man hier nachlesen.

Axel M. und die Winterbergkehren–eine Polemik weiterlesen

Eine Video und ein paar Bemerkungen

Auf Youtube findet sich jetzt ein Video von einer Podiumsdiskussion zum Nationalparkjubiläum. Hier. Darin geht es mal wieder um das Thema Wegenetz im Nationalpark.

Dazu ein paar despektierliche Bemerkungen. Zum einen: es ist schon erstaunlich, wie da samt und sonders Herren in Anzug und Krawatte über ein Thema reden, welches eigentlich von Wanderern und Bergsteigern diskutiert werden sollte. Entsprechend dünn ist der Erkenntnisgewinn.

Aber einzelnen gibt es doch ein paar interessante Zungenschläge. So muss Prof. Röhle, seines Zeichens Chef der AG-Wege, in einem Halbsatz schon zugeben, dass es nach wie vor Konflikte mit Einheimischen gibt. Und MdB Brähmig mahnt an, dass es viel weniger Probleme gäbe, wenn die Nationalparkverwaltung selbst entscheiden könnte und nicht immer erst beim Ministerium um dessen Segen bitten müsste.

Höchst verwunderlich kommt mir aber Herr Tittel, Bürgermeister von Wehlen, daher. Er meint, sinngemäß, für die Touristen sei das Wegenetz doch perfekt, und für die Einheimischen bleiben ja trotzdem noch ein paar Ecken zum Pilzesuchen. Lieber Herr Tittel, nicht nur die Touristen spülen Geld in ihre Kassen, sondern eben auch Leute wie ich. Die zwar pro Besuch viel weniger Geld ausgeben, dafür aber viel öfter kommen. Dazu eine simple Rechnung: ich bin im Jahr so etwa 30 Mal in der Sächsischen Schweiz unterwegs, und dabei lasse ich immer so um die 20 Euro in der Region. Macht zusammen 600 Euro. Also etwas so viel, wie ein Touristenpärchen ausgibt, welches “Mittelklasse” wohnt und eine Woche bleibt. Und von meiner Sorte gibt es sehr, sehr viele. Also Leute, die regelmäßig zu Tagesausflügen kommen und kleine Summen, diese dafür sehr oft ausgeben. Kletterer wie Wanderer. Was wäre wohl, wenn die plötzlich alle weg blieben? Nur mal so zum Nachdenken.