Forstarbeiten–Rechenspiele

DSCN9955Es war zum einen ein Artikel in den Dresdner Neuesten Nachrichten (nachzulesen hier), zum anderen die simple aber beeindruckende Rechnerei eines guten Freundes (hier seine Webseite), die mich noch einmal darauf brachten, die Forstarbeiten im Nationalpark näher zu beleuchten. Im Artikel wird der Sprecher des Nationalparks mit drei gewichtigen Zahlen zitiert:

 

  1. Rund 25 000 Kubikmeter Holz werden im Nationalpark pro Jahr geschlagen.
  2. Nach wie vor finden auf rund 3350 Hektar der Waldfläche Forstarbeiten statt.
  3. Etwa 90 Prozent der Fläche werden durch die dabei eingesetzten schweren Forstmaschinen nicht zerstört.

Soweit, so gut. Im Gegenschluss kann man aber auch sagen: zehn Prozent der Fläche werden zerstört. Und das macht immer noch 335 Hektar aus. Oder, um es mal umzurechnen: Pi mal Daumen 670 Fußballfelder. Das ist ein dicker Hund, und eines Nationalparks, der ja immer die Mähr von “Natur Natur sein lassen” wie eine Monstranz vor sich herträgt, in keiner Weise würdig.

DSCN9954 Zehn Prozent der Fläche sehen so aus.

Aber schauen wir auch mal auf die wirtschaftliche, sprich: monetäre Situation. Ein Kubikmeter entspricht im Prinzip einem Festmeter. Und die Preise dafür lassen sich ohne große Probleme recherchieren: bei Fichtenholz, und dieses wird nach dem Artikel der DNN derzeit geschlagen, liegen diese Preise grob zwischen 70 und 90 Euro für den Festmeter. Macht also selbst beim niedrigsten Preis noch 1,75 Millionen Euro. Eine gediegene Summe. Und da der Nationalpark einem wirtschaftlich gewinnorientiertem Unternehmen namens “Sachsenforst” unterstellt ist, auch keine Frage, dass dieses Sümmchen mitgenommen wird.

DSCN9956 Da liegt bares Geld.

Das alles könnte man irgendwie, mit zusammen gebissenen Zähnen, noch verkraften, wenn da nicht die ständige Gängelei des Wandermannes wäre. Derzeit wüten die Forstmaschinen beispielsweise an der “Knorre” und teilweise im “Reibetöpfel”. Nur wenige Meter davon entfernt führt der “Alte Flößersteig” am Fels entlang. Und jener Weg wurde dem Wanderer verboten, die Sperrzeichen in diesem Jahr gar mit Fleiß erneuert.  Es ist nicht zu vermitteln oder gar einzusehen, dass in einem Abstand von weniger als 200 Metern tonnenschwere Forstmaschinen nach Gusto wüten dürfen, der Wanderer aber wegen seiner potentiellen “Naturschädlichkeit” ausgesperrt wird. Immer mehr zeigt sich, dass dieser Nationalpark eine Kopfgeburt ist, die in der Praxis nicht wirklich funktioniert. Schade eigentlich, denn herrliche Natur, ganz egal unter welchem Label, ist doch ohne Zweifel reichlich vorhanden.

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