Gaststättentest: Waltersdorfer Mühle

Ja ja, ich höre es schon motzen: die Waltersdorfer Mühle ist ja wohl nicht wirklich eine Gaststätte, allerhöchstens ein Imbiss. Stimmt soweit. Aber sie ist strategisch hervorragend im Polenztal gelegen, dazu unverschämt preiswert. Und sie verströmt eine Art leicht gammeligen Charme, den man mögen muss. Ich zumindest mag es, hier einzukehren, zumal an den nächsten Tränken, also am Eingang zum Polenztal und auf dem Brand, ganz andere Preise aufgerufen werden.

Lage:
Im Polenztal, direkt am Fluss. Auf der anderen Bachseite beginnen mit Schulzengrund und Neuweg zwei bekannte Aufstiege zum Brand.

Öffnungszeiten:
Nach Lust und Laune. Also bei schönem Wetter eigentlich immer. Aber ohne Garantie und ohne druckreife Öffnungszeiten.

Ambiente:
Es soll einen Gastraum geben, ich selbst habe bisher aber immer im Freien gesessen. Hier findet sich eine bunte Ansammlung von allerlei Krimskrams, dazu nette Schilder mit noch netteren Sprüchen. Bei Bedarf kann hier auch in Feuerchen entfacht werden. Ansonsten bröckelt der Putz am Haus mit Liebe vor sich hin.

Speisekarte
Diverse Würste: Bock-, Käse-, Knoblauchwurst. Kuchen aus eigener Herstellung. Das muss reichen.

Bier:
Gibt es nur aus der Flasche. Aber dafür auch böhmische Sorten.

Alkoholfreies:
Neben den üblichen Softdrinks auch mehrere Sorten Brause (Himbeere, Holunder…)

Preislage:
Unverschämt günstig. Wurst zwischen zwei und drei Euro, Kuchen zwei Euro, Bier zwei Euro. Da kommt keiner mit.

Lokus:
Wiedermal kein Bedürfnis verspürt. Den Schlüssel gibt es auf jeden Fall am Tresen.

Personal:
Der Wirt hinter dem Tresen wird garantiert nie einen Herzkasper erleiden. Geduld ist gefragt.

Bemerkungen:
Für die, die wollen, werden am Tresen auch selbst gehäkelte Wollmützen verkauft. Ich wollte bisher nicht.

Internet:
Internet? Was soll dieser neumodische Kram? Hier gibt es noch nicht einmal Handyempfang, da können wir den Rest gleich vergessen.

Online-Karte:
https://de.mapy.cz/s/2JlF1

Fazit:
Sowohl die Würste wie auch der Kuchen munden, die kommen ganz sicher nicht vom Discounter. Ansonsten ist die Auswahl sehr begrenzt und das Ambiente nicht jedermanns Sache. Dafür ist es aber eben auch saubillig.

Bewertung:   zwei von fünf Humpen. Die aber von ganzen Herzen.

Heh, ihr Wanderfreunde: ich zahle meine Zeche in den gestesten Kneipen gern. Und ihr klickt bitte mal auf die Werbung oben. Dann muss ich auch nicht das Geschirr spülen, für die Zeche.

2 Gedanken zu „Gaststättentest: Waltersdorfer Mühle

  1. Wenn man viel Geduld, viel Zeit hat, zu einst, zweit oder dritt unterwegs ist, ist das lauschige Örtchen an der Polenz zu empfehlen. Da ich aber ab und zu zwanzig und mehr Wanderer im Schlepptau habe, haben die ersten schon wieder Hunger, während die letzten immer noch Hunger haben.

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