In meinem vorigen Post hatte ich den versteckten Schwedenfriedhof am Hang des Hohen Schneebergs erwähnt. Nun, die ganze Sache hat mir so recht keine Ruhe gelassen. Waren hier wirklich die Schweden zu Gange? Liegen hier wirklich welche begraben? Hat es hier im 30jährigen Krieg gar eine Schlacht gegeben?
Viele Fragen, aber wenig Antworten. Aber dann bin ich beim Kramen doch fündig geworden. In der Broschüre “Die steinerne Dame” von Petra Nedvědová, erschienen zum 150. Jubiläum des Aussichtturms im Jahre 2014, findet sich eine erhellende Erklärung:
“Laut einer örtlichen Legende handelt es sich wirklich um einen Friedhof aus dem
30jährigem Krieg, dazu von einer Sage über einen versteckten Schatz umsponnen. Die
Wirklichkeit ist aber anders und weniger romantisch. Im Jahre 1926 übersiedelte in den Ortder ehemalige Tetschner Bürgermeister PhMr Franz Luft. Er bewirtschaftete das „Café Luft“,hinter dem Café und seinem Haus liess er einen Waldpark anlegen. Durch diesen führt ein Waldweg bis zum Aussichtsturm. Einer von Luft’s Verwandten fiel im 1.Weltkrieg, im Waldpark wurde ihm ein Grabhügel mit einem Kreuz errichtet. In den Vorstellungen der
Menschen war das aber ein Schwedischer Friedhof.
Franz Luft wurde nach Kriegsende mit seiner Familie evakuiert. Mit 84 Jahren war der
Fussmarsch nach Rosenthal für ihn sehr anstrengend, unterwegs verschwand er, seine
Familie hat ihn nie wieder gefunden.
Viele in der Vergangenheit errichtete Gedenkstellen an verschiedene Begebenheiten sind
nach dem Krieg verschwunden. Ähnlich war es auch mit dem Schwedischen Friedhof, er ist verwildert, verwachsen, die Steine des Grabhügels zerworfen. Aber Herr Petr Zámiš hat auch hier mit seinen Freunden Hand ans Werk gelegt um die Stelle zu erneuern. Sie wurde
gerodet, das Denkmal freigelegt, die Steine befestigt und ein neues Kreuz aufgestellt. Ein
Zeuge der Vergangenheit erlebt also unsere Zeit.”
Aha, also keine Schweden, sondern eine Gedenkstätte für ein Opfer des ersten Weltkrieges. Wieder was gelernt.