Archiv der Kategorie: Naturschutz

Mondlandschaft am Knotenweg

9Fast schon hatte ich gehofft, ich könnte mir in diesem Jahr einen Text rund um die ach so segensreiche “Waldpflege” und ihre üblen Folgen sparen. Was aber derzeit am Knotenweg abgeht, ist mal wieder in bester Tradition des scheinbar sinnlosen Holzeinschlages. “Abholzen” wäre hier sicher der treffendere Begriff als “Waldpflege”. Aber schauen wir uns doch einmal vor Ort um.

 

Mondlandschaft am Knotenweg weiterlesen

Forstgraben–Update und Entwarnung

DSCN7875Vieles hatte ich letzten Beitrag zum Forstgraben geschrieben und dabei auch reichlich spekuliert. Nun, in einigen Punkten lag ich falsch,in anderen nicht so ganz daneben.

Also, zunächst die gute Nachricht: der Weg liegt nicht in der Kernzone, die hier tatsächlich einen Schlenker knapp vorbei macht. Er bleibt also legal begehbar, ganz egal, ob da nun ein Wegweiser steht oder nicht.

Und jetzt die weniger guten Nachrichten: Wegweiser soll es nach dem Willen der NPV hier auch fürderhin keine mehr geben. Begründet wird das mit ein paar alten Buchen, die dem Wanderer auf den Kopf fallen könnten. Wenn Sie mich fragen: eine strunzdämliche Ausrede, denn so etwas gehört einfach zu den naturgegebenen Gefahren, denen man sich im Wald eben aussetzt. Vielmehr scheint es mir, als kämen die Buchen der NPV gerade recht, um sich aus der Verantwortung für einen eh nicht geliebten Weg zu stehlen.

Ein Weg, der eben kein simpler Trampelpfad ist, sondern die älteste nachweisbare Verbindung zwischen dem Tiefen Grund und der Stadt Hohnstein. Wovon uraltes Pflaster noch heute kündet. Und nicht zu vergessen: der Weg ist auch ein Teil des historischen Malerweges.

Also eine simple Aufforderung: fehlende Wegweiser und Sperrgeländer mit Fleiß ignorieren und den Weg benutzen. Bußgelder drohen dabei keine, der Weg liegt nicht der Kernzone und ist mehr als deutlich als ein solcher zu erkennen. Und dabei auch ein Auge auf die vielen historischen Zeugnisse entlang des Weges haben: altes Sandsteinpflaster, eingeschlegelte Jahreszahlen, ein geheimnisvoller Stein mit dem Abbild eines Schlüssels….

Vielleicht sehen wir uns ja mal im Forstgraben.

Forstgraben–Sperrung durch die Kalte Küche?

DSCN4118Im letzten Beitrag hatte ich den Abriss der Brücke vom Tiefen Grund in den Eulengrund beklagt. Natürlich wollte ich mir davon auch noch selbst ein Bild machen und hab mich umgesehen. Soviel vorweg: im Eulengrund ist die Situation ohne Brücke zwar ärgerlich, aber nicht wirklich tragisch. Im gegenüberliegenden Forstgraben dagegen musste ich Dinge feststellen, die zumindest Anlass für einige wenig erfreuliche Spekulationen bieten.

Forstgraben–Sperrung durch die Kalte Küche? weiterlesen

Schöner scheißen

DSCN3827Ich gebe zu, das ist eine vulgäre Überschrift. Aber ohne eine solche hätte hier wohl kaum jemand weiter gelesen. Also: da, wo noch vor einem Jahr die alte Kläranlage der Bastei vor sich hin gammelte, steht jetzt ein neuer High-Tech-Bau. Soweit ich weiß, hat den der Pächter des Basteihotels aus eigener Tasche bezahlt. Womit das jahrzehntealte Problem der Abwasserbeseitigung hier oben wohl gelöst ist. Mit dem üblen Geruch an der Vehmhöhle und an der Rahmhanke zumindest sollte es jetzt vorbei sein. Wofür Herrn Schröter, dem Basteiwirt, ein besonderer Dank gebührt.

DSCN3825Apropos Rahmhanke: derzeit wird der Zutritt auf diesen halsbrecherischen Weg durch ein Verbotsschild verwehrt. Grund: durch die Arbeiten an der Basteiaussicht könnten Felsbröckchen oder auch mal ein Hammer runterfallen und Wanderer auf der darunter liegenden Rahmhanke verletzten oder gar zum Absturz bringen. Ein Verbot, dessen Sinn ich ausnahmsweise sogar mal erkenne. Allerdings stehen die Verbotsschilder noch vor dem Zugang zum Wartturm. Der ist allerdings von den Bauarbeiten nicht betroffen, so dass man ihn problemlos besuchen kann –trotz Sperrung.

Einmal mit Profis arbeiten….

Beim Surfen im Netz ist mir auf den Seiten zum Deutschen Wandertag, der ja demnächst ansteht, etwas aufgefallen. Nämlich, dass da für eine Wanderung zum Prebischtor mit einem sattsam bekannten Foto geworben wird. Sie wissen schon: das Tor von der “falschen” Seite. Na ja, wir dürften ja so ziemlich alle schon dort gestanden haben. Nur eben immer mit dem Hinweis versehen, dass man da eigentlich nicht stehen darf und ein Bußgeld am Wegesrand lauert. Aber das Ganze auf einer offiziellen Seite des Deutsche Wandertages? Da schreib ich mal ne Mail, dachte ich mir. Geschwind ging es zur Sache:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass Sie auf den Seiten des Deutschen Wandertages, exakt hier: http://www.deutscherwandertag-2016.de/wandervorschlaege/prebischtor-und-wilde-klamm.html zur Wanderung zum Prebischtor, mit einem Foto werben, welches es eigentlich nicht geben sollte? Denn der Standort des Fotografen, eine Aussicht am alten Fremdenweg, darf offiziell nicht betreten werden, wer es dennoch tut, riskiert ein Bußgeld. Es ist auf legalen Wegen schlicht unmöglich, das Prebischtor von dieser Seite zu fotografieren. Nun mag Herr Patzelt als Urheber des Fotos und gleichzeitig früherer Chef der böhmischen Nationalparkverwaltung hier Extrawürste genießen. Aber dem Wanderer, dem machen Sie Lust auf einen Anblick, den er später nie genießen darf. Irgendwie schon daneben. Oder darf ich die Wahl des Fotos als subtilen Hinweis Ihrerseits begreifen, doch endlich mit den unseligen Wegesperrungen in der Sächsisch/Böhmischen Schweiz aufzuhören? Das würde mich wiederum freuen.

Mit den Besten Grüßen

Arndt Noack

Und siehe, ich habe Antwort bekommen. Und zwar eine allumfassende. Die ging so:

Sehr geehrter Herr Noack,
vielen Dank für Ihre E-Mail und den Hinweis. 
Herzliche Grüße
Anne Jungowitz

Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Im Auftrag des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz e.V.

Veräppeln kann ich mich selber. Oder eben: ich möchte einmal mit Profis arbeiten! Das Foto war übrigens auch heute noch auf der Seite zu sehen.

Auf zum Pilze sammeln

Nach meinem letzten Post, in dem das schöne neue Schild der Nationalparkverwaltung eigentlich eher eine Nebenrolle spielte, hab ich doch so einige Hinweise zu eben diesem Schild bekommen. Und denen bin ich nachgegangen. Schauen wir uns das Schild nochmal an:

DSCN3167

Zunächst heißt es da, dass die Entnahme von Pflanzen nach § 6, Abs. 1, Ziff. 9 untersagt ist. Aber § 6, Abs. 1, Ziff. 9 wovon eigentlich? Vielleicht von der Strandordnung des Ostseebades Graal-Müritz? Dort heißt es:

“Strandburgen oder –hütten aus Strandgut oder anderen Stoffen dürfen nicht errichtet werden (ausgenommen aus Sand und am Strand liegenden Steinen). Sandburgen und/oder tiefe Löcher dürfen nur in einem Abstand von mindestens 2 m vom seeseitigen Dünenfuß gebaut bzw. gegraben werden. “

Für sich genommen schon mal ein schöner Kalauer. Aber wir ahnen schon, hier ist die Nationalparkverordnung als Quelle gemeint. Und dort heißt es an der bezeichneten Stelle, es sei verboten

“Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören sowie die Lebensstätten wildwachsender Pflanzen zu beeinträchtigen”

So weit, so gut. Beerensammeln ist also tatsächlich nicht erlaubt. Aber wie sieht es mit Pilzen aus? Wir schauen mal bei Wikipedia nach deren Definition:

“Nachdem Pilze wegen ihrer sesshaften Lebensweise lange dem Reich der Pflanzen zugeordnet wurden, gelten sie heute aufgrund ihrer physiologischen und genetischen Eigenschaften als eigenes Reich und enger mit Tieren als mit Pflanzen verwandt.  …… Von den Pflanzen unterscheiden sich die Pilze vor allem durch das Fehlen der auf Chlorophyll basierenden Photosynthese und die dadurch bedingte heterotrophe Lebensweise. Außerdem bilden die meisten Pilze ihre Zellwand aus Chitin, das im Pflanzenreich nicht vorkommt.”

Alles klar? Ein Pilz ist keine Pflanze! Und damit fällt er nicht unter das oben formulierte Verbot. Prima, ich werde guten Gewissens demnächst – wenn die Pilzsaison beginnt – ein Körbchen mitnehmen.

Und wenn Sie der Meinung sind, dass der herbeigeeilte Ranger den feinen Unterschied zwischen Pilz und Pflanze nicht zu erfassen vermag, dann weichen Sie doch einfach auf die Böhmische Schweiz aus. Dort dürfen Sie ganz legal Beeren und Pilze sammeln – sogar in der Kernzone, wenn diese am Wegesrand wachsen. Und außerhalb der Kernzone dürfen Sie sogar kreuz und quer durch den Wald auf Pilzsuche gehen. Ganz legal. Ohne das der böhmische Nationalpark davon bisher untergegangen wäre. Tschechische Gelassenheit vs. deutsche Verbotswut.